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		<title>ein inspektor der stille</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 14:54:09 +0000</pubDate>
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<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">sierra</span></a> : 16.05 &#8211; Seit einigen Tagen spaziert ein drahtiger Herr von kleiner Gestalt in meinem Kopf herum. Er ist so deutlich zu sehen, dass ich meinen könnte, ich würde ihn einmal persönlich gesehen haben, eine Figur, die durch die Stadt New York irrt auf der Suche nach Lärmquellen, die so beschaffen sind, dass man ihnen mit professionellen Mitteln zu Leibe rücken könnte, Hupen, zum Beispiel, oder Pfeifgeräusche jeder Art, Klappern, Kreischen, verzerrte Radiostimmen, Sirenen, alle diesen verrückten Töne, die nicht eigentlich begründet sind, weil sie ihre Ursprünge, ihre Notwendigkeit vielleicht längst verloren haben im Lauf der Zeit, der Jahre, der Jahrzehnte. Ich erinnere mich in diesem Moment, da ich von meiner Vorstellung erzähle, an einen schrillen Ton in der Subway Station Lexington Avenue / 63. Straße nahe der Zugangsschleusen. Dieser Ton war ein irritierendes Ereignis der Luft. Ich hatte bald herausgefunden woher das Geräusch genau kam, nämlich von einer Klingel mechanischer Art, die über dem Häuschen der Stationsvorsteherin befestigt war. Diese Klingel schien dort schon lange Zeit installiert zu sein, Kabel, von grünem Stoff ummantelt, die zu ihr führten, waren von einer Schicht öligen Staubes bedeckt. Äußerst seltsam an jenem Morgen war gewesen, dass ich der einzige Mensch zu sein schien, der sich für das Geräusch interessierte, weder die Zugreisenden, noch die Tauben, die auf dem Bahnsteig lungerten, wurden von dem Geräusch der Klingel berührt. Auch die Stationsvorsteherin war nicht im mindesten an dem schrillenden Geräusch interessiert, das in unregelmäßigen Abständen ertönte. Ich konnte keinen Grund, auch keinen Code in ihm erkennen, das Geräusch war da, es war ein Geräusch für sich, ein Geräusch wie ein Lebewesen, dessen Existenz nicht angetastet werden sollte. Wenn da nun nicht jener Herr gewesen wäre, der sich der Klingel näherte. Er stand ganz still, notierte in sein Notizheft, telefonierte, dann wartete er. Kaum eine Viertelstunde verging, als einem U-Bahnwaggon der Linie 5 zwei junge Männer entstiegen. Sie waren in Overalls von gelber Farbe gehüllt. Unverzüglich näherten sie sich der Klingel. Der eine Mann faltete seine Hände im Schoss, der andere stieg auf zur Klingel und durchtrennte mit einem mutigen Schnitt die Leitung, etwas Ölstaub rieselte zu Boden, und diese Stille, ein Faden von Stille. &#8211; stop</p>
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		<title>frau mit löffel</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 03:57:32 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/3.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">india</span></a> : 5.28 &#8211; Einmal machte ich einen Ausflug zu einer Tante, die seit über zehn Jahren in einem Heim lebt, weil sie sehr alt ist und außerdem nicht mehr denken kann. Der Flieder blühte, die Luft duftete, meine Tante saß mit anderen alten Frauen an einem Tisch und schlief oder gab vor zu schlafen. Ihr Gesicht war schmal, ihre Augenlider durchsichtig geworden, Augen waren unter dieser Haut, blau, grau, rosa, eine Gischt heller Farben. Ich drückte meine Stirn gegen die Stirn meiner Tante und nannte meinen Namen. Ich sagte, dass ich hier sei, sie zu besuchen und dass der Flieder im Park blühen würde. Ich sprach sehr leise, um die Frauen, die in unserer Nähe saßen, nicht zu stören. Sie schliefen einerseits, andere betrachteten mich interessiert, so wie man Vögel betrachtet oder Blumen. Es ist schon seltsam, dass ich immer dann, wenn ich glaube, dass ich nicht sicher sein kann, ob man mir zuhört, damit beginne, eine Geschichte zu erzählen in der Hoffnung, die Geschichte würde jenseits der Stille vielleicht doch noch Gehör finden. Ich erzählte meiner Tante von einer Wanderung, die ich unlängst in den Bergen unternommen hatte, und dass ich auf einer Bank in eintausend Meter Höhe ein Telefonbuch der Stadt Chicago gefunden habe, das noch lesbar gewesen war und wie ich den Eindruck hatte, dass ich aus den Wäldern heraus beobachtet würde. Ich erzählte von Leberblümchen und vom glasklaren Wasser der Bäche und vom Schnee, der in der Sonne knisterte. Dohlen waren in der Luft, wundervolle Wolkenmalerei am Himmel, Salamander schaukelten über den schmalen Fußweg, der aufwärts führte. So erzählte ich, und während ich erzählte eine halbe Stunde lang, schien meine Tante zu schlafen oder zuzuhören, wie immer, wenn ich sie besuche. Ihr Mund stand etwas offen und ich konnte sehen wie ihr Bauch sich hob und senkte unter ihrer Bluse. Am Tisch gleich gegenüber wartete eine andere alte Frau, sie trug weißes Haar auf dem Kopf,  Haar so weiß wie Schreibmaschinenpapier. Vor ihr stand ein Teller mit Erbsen. Die alte Frau hielt einen Löffel in der Hand. Dieser Löffel schwebte während der langen Zeit, die ich erzählte, etwa einen Zentimeter hoch in der Luft über ihrem Teller. In dieser Haltung schlief die alte Frau oder lauschte. &#8211; stop</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-17320" title="polaroidrosen" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2012/05/polaroidrosen.jpg" alt="" width="425" height="900" /></p>
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		<title>MELDUNG : sprengung &#8211; dentrobatus granulifer</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 22:04:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[MELDUNG. Zu Lissabon, im Teatro Nacional de São Carlos, werden am kommenden Sonntagabend, 20. Mai 2012, zwei junge Frösche der Gattuung dentrobatus granulifer öffentlich zur Sprengung gebracht. Zündung des männlichen Tieres um 20 Uhr, Zündung des weiblichen Tieres um 20 Uhr 30. Die Vorstellung ist ausverkauft. &#8211; stop]]></description>
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<p>MELDUNG. Zu Lissabon, im Teatro Nacional de São Carlos, werden am kommenden Sonntagabend, 20. Mai 2012, zwei junge Frösche der Gattuung <em>dentrobatus granulifer</em> öffentlich zur Sprengung gebracht. Zündung des männlichen Tieres um 20 Uhr, Zündung des weiblichen Tieres um 20 Uhr 30. Die Vorstellung ist ausverkauft. &#8211; stop</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>rund um das müllnerhorn</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 22:03:46 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/11.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">sierra</span></a> : 0.02 &#8211; Den halben Abend mit der Überlegung zugebracht, was ein moderner Kentaur, ein Kentaur unserer Tage, der in der Gegend um das Müllnerhorn in einem Laubwald unter Buchen, Eichen und Lindenbäumen leben könnte, zum Frühstück gerne zu sich nehmen würde. Wie im Flug ist die Zeit vergangen, ein Zustand leichter Selbstvergessenheit. Ich habe mir zunächst Dunkelheit vorgestellt, Dämmerung, dann, in diesem glimmenden Licht des nahenden Tages, die Umrisse eines Kentaur von zierlicher Gestalt, wie er noch schlafend seitlich auf etwas Moos gebettet liegt und träumt. Kaum sichtbare Atmung, die Hände, lose gefaltet, ruhen auf der Brust, ein Auge leicht geöffnet, peitschende Bewegung der weißhaarigen Spitze seines Schwanzes. Von einem ersten Sonnenstrahl berührt, setzt er sich auf, reibt sich das Fell, kurz darauf eine schwungvolle Bewegung und schon steht der Kentaur auf seinen vier Beinen. Ein wunderbar blauer Himmel über ihm, ein Himmel, den man sofort für ein gestürztes Meer halten könnte, ein Meer ohne Wind, ruhig, da und dort eine Wolke von Fisch. Jetzt liegt der Kentaur wieder seitlich auf dem Boden, seinen schönen Kopf auf eine Hand gestützt, nascht er von einem Häufchen Beeren, blättert in einem ramponierten Telefonbuch der Stadt Chicago, liest den ein oder anderen Namen laut vor sich hin, einmal eine Himbeere, dann wieder einen Namen. Ja, ich ahnte, Kentauren bevorzugen vielleicht wilde Waldhimbeeren zum Frühstück. Und nun, es ist kurz nach Mitternacht, stellt sich die Frage, ob es Kentauren möglich ist, Bäume zu besteigen? &#8211; stop</p>
<p><span style="font-size: xx-small;">für h.d.</span></p>
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		<title>letzte stimme</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 22:42:49 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/0.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">echo</span></a> : 0.02 &#8211; Ich kann mich an die Stimme meines Vaters noch erinnern, nicht allein an die Stimme meines Vaters vor Jahren, sondern an die letzte Stimme meines Vaters. Ich hör sie deutlich. Ich frage mich, ob sie einmal in meinem Kopf verloren gehen könnte, verschwinden, weil ich sie von dort aus nicht aufnehmen kann, nicht übertragen auf einen Datenträger wie sie spricht. Was ist zu tun? &#8211; stop</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-17318" title="polaroidmoeve" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2012/05/polaroidmoeve.jpg" alt="" width="425" height="900" /></p>
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		<title>zezito lopes</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 22:09:26 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/9.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">india</span></a> : 0.05 &#8211;  Während Zugfahrt nach einer Textstelle in Pete L. Munkis Roman <a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/airbooks/book1a.htm"><span style="text-decoration: underline;">Nautilus</span></a> gesucht, die ich vor einigen Tagen markiert hatte, um sie bei Gelegenheit noch einmal lesen zu können. Der Erzähler der Geschichte, ein junger Mann namens Zezito Lopes, ruhte im 10. Stock eines Hauses in der Lexington Avenue auf einer Treppenstufe. Früher Nachmittag. Ein schwerer Behälter von gepanzertem Glas, in dem sich zwei Molluskenfische der Gattung <em>Nautilus</em> befanden, stand neben dem wartenden Mann auf dem Boden. Ich erinnere mich, dass der junge Mann, er war ein gut trainierter Träger, sich kurz darauf erhob, um an einer der Wohnungstüren, die auf den Flur führten, zu klingeln und nach einem Glas Wasser zu fragen. Unverzüglich wurde geöffnet, ein Gespräch entwickelte sich, in dessen Folge Zezito Lopes sich bückte, seinen gepanzerten Behälter in die Hände nahm und mit ihm in der Wohnung verschwand. So weit so gut. Als ich nun aber das Buch im Zug öffnete, konnte ich die markierte Textstelle nicht finden. Sofort der Gedanke, ich hätte möglicherweise phantasiert, eine durchaus beunruhigende Vorstellung. Nicht minder beunruhigend scheint mir in diesem Moment der Gedanke zu sein, das Buch selbst könnte sich verändert haben, weiter- oder umgeschrieben worden sein, obwohl sich das Buch, auch nachts, immer in meiner Nähe aufgehalten hatte. Eine Nacht leichter Verwirrung. Das Beste ist, einfach weiter zu machen. &#8211; stop</p>
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		<title>libellen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 22:22:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[sierra : 0.02 &#8211; Dass ich gut denken und erfinden kann, sobald ich Libellen beobachte. Das ist möglicherweise so, weil Libellen sich in der Art und Weise der Gedanken selbst bewegen. Sie scheinen lange Zeit still in der Luft zu stehen und sind doch am Leben, was man daran erkennen kann, dass sie nicht zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/1.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">sierra</span></a> : 0.02 &#8211; Dass ich gut denken und erfinden kann, sobald ich Libellen beobachte. Das ist möglicherweise so, weil Libellen sich in der Art und Weise der Gedanken selbst bewegen. Sie scheinen lange Zeit still in der Luft zu stehen und sind doch am Leben, was man daran erkennen kann, dass sie nicht zu Boden fallen. Etwas Zeit vergeht, wie immer. Und plötzlich haben sich die feinen Libellenraubtiere weiterbewegt. Sie sind von einer Sekunde zur nächsten Sekunde an einem anderen Ort angekommen. Genau so scheint es mit Gedanken zu sein. Sie springen weiter und machen neue Gedanken, ohne dass der Weg von da nach dort sichtbar oder spürbar geworden wäre. &#8211; stop</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>siatista mittags</title>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/3.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">tango</span></a> : 0.02 &#8211; Man erzählt, aus Verzweiflung über die politische Lage seines Landes, andere meinen, weil er im hohen Alter noch hungern musste, soll sich gestern, gegen 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit, ein alter Mann auf dem Marktplatz der malerischen Stadt Siatista, demzufolge in einer nördlichen Provinz Griechenlands, erschossen haben. Er habe ein Sturmgewehr für seinen letzten Schuss verwendet, eine Waffe, die seit dem Jahre 1944 im Keller seines Elternhauses in Ölpapier gewickelt lagerte. Beinahe wäre das Gewehr, einst Stolz des jungen Mannes im Kampf gegen deutsche Faschisten, für immer in Vergessenheit geraten. Im Detail war zu erfahren, die Kugel habe zunächst den Unterkiefer des alten Mannes durchschlagen, sei von dort aus in das Gehirn vorgedrungen und habe den Kopf über das linke Auge wieder verlassen. Bruchteile von Sekunden später tötete das Projektil eine Fliege, die sich kurz zuvor auf dem Weg südwestwärts gemacht hatte, um sich zuletzt in den Ast eines Salzbaumes zu bohren. Ist das nun eine Geschichte oder eine Nachricht. &#8211; stop</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-17284" title="polaroidlinie-f" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2012/05/polaroidlinie-f.jpg" alt="" width="425" height="900" /></p>
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		<title>five dollars</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 09:06:11 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/5.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">romeo</span></a> : 0.05 &#8211; In einer Subway Station unter dem Times Square kauerte im Februar ein dunkelhäutiger Mann, der seine Hände so schnell über eine Batterie von Eimern bewegte, dass sie kaum noch wahrnehmbar waren, Schatten in der Luft, Unschärfen. Der Mann war etwa 50 Jahre alt, Drummer, ein Percussionist von Bedeutung. Hunderte Menschen umringten ihn, klatschten, tanzten, sangen zu seinen wilden Rhythmen. Auf dem Boden vor dem Mann ausgebreitet lag ein Tuch der New Yorker Metropolitan Transportation Authority, Arts for Transit, Muny, ein Zeichen, das ihn als einen von der Stadt geschützten Künstler auswies. Dieser zierliche Schlagzeuger nun ist mir nicht allein seiner Kunst wegen in Erinnerung geblieben, sondern auch deshalb, weil er eine sehr wirkungsvolle Methode entdeckt hatte, Geld einzunehmen. Sobald nämlich einer der Zuhörer seine Fotokamera auf ihn richtete, unterbrach er sein Spiel, deutete mit einem Finger auf den Apparat und rief: 5 Dollars. Man kann sich das vielleicht vorstellen, diese Stille, die von einer Sekunde zur anderen Sekunde herrschte, wie der Fotografierende vom Publikum mahnend ins Auge genommen wurde, wenn die Zahlung nicht unverzüglich erfolgte. Indessen war auch eine Flucht mit Kamera für die versammelte Gemeinschaft der Genießenden nicht wirklich nützlich, weil selbst dann, wenn einer der angesprochenen Räuber mit seinem digitalen Bild in der Aufnahmenmaschine flüchtete, spielte der Schlagzeuger nicht weiter. Er hielt solange inne, bis ein weiterer, ein Zuhörer ohne Kamera vielleicht, die offene Rechnung des Verschwundenen bezahlte. Ein kleines Wunder, eine Art Geld ansaugender Pumpe, die einen Unterdruck mittels ausbleibendem Geräusches erzeugte. It works. &#8211; stop</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>mensch braucht Hilfe / amnesty international : urgent action – USA</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 22:15:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[MENSCH BRAUCHT HILFE : &#8220;Der Haftprüfungsausschuss des US-Bundesstaates Illinois wird in Kürze über das Gnadengesuch von Jacqueline Montanez entscheiden. Die endgültige Entscheidung liegt dann aber beim Gouverneur von Illinois. Jacqueline Montanez ist bisher die einzige Frau in Illinois, die wegen eines Verbrechens, das sie als Minderjährige begangen hat, zu lebenslangem Freiheitsentzug ohne die Möglichkeit einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amnesty.de/urgent-actions-0"><img class="alignnone size-full wp-image-12939" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2011/02/aihead.jpg" alt="" width="425" height="150" /></a></p>
<p style="padding-left: 60px;">MENSCH BRAUCHT HILFE : &#8220;Der Haftprüfungsausschuss des US-Bundesstaates Illinois wird in Kürze über das Gnadengesuch von Jacqueline Montanez entscheiden. Die endgültige Entscheidung liegt dann aber beim Gouverneur von Illinois. Jacqueline Montanez ist bisher die einzige Frau in Illinois, die wegen eines Verbrechens, das sie als Minderjährige begangen hat, zu lebenslangem Freiheitsentzug ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung verurteilt worden ist. Sie hat bereits über 20 Jahre, mehr als ihr halbes Leben, in Haft verbracht. / Am 11. April fand vor dem Haftprüfungsausschuss von Illinois die Anhörung des Gnadengesuchs von Jacqueline Montanez statt. Die Empfehlung des Haftprüfungsausschusses, die in Kürze an den Gouverneur von Illinois weitergeleitet werden soll, wird nicht veröffentlicht und ist für den Gouverneur nicht bindend. / Die Rechtsbeistände von Jacqueline Montanez haben darauf hingewiesen, dass die Appelle von Amnesty-Mitgliedern und -UnterstützerInnen bereits jetzt eine beachtliche Wirkung hatten. Im Vorfeld der Anhörung hatte der Haftprüfungsausschuss die Rechtsbeistände von Jacqueline Montanez darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Anhörung &#8220;angesichts des öffentlichen Interesses an dem Fall&#8221; von zwölf auf 20 Minuten verlängert werde. Tatsächlich dauerte die Anhörung aber dann weit über eine Stunde. Auch menschenrechtliche Aspekte der Frage von lebenslanger Haft für zur Tatzeit Minderjährige ohne die Möglichkeit der vorzeitigen Haftentlassung waren Gegenstand der Anhörung. Zudem wurde der Bericht von Amnesty International zu lebenslanger Haft für Jugendliche berücksichtigt (s. englischsprachigen Bericht: This is where I&#8217;m going to be when I die (<em><a href="http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR51/081/2011/en"><u>30 November 2011</u></a></em>). / Laut Angaben ihrer Rechtsbeistände war Jacqueline Montanez sehr bewegt und fühlt sich gestärkt durch die Appellschreiben, die zu ihrer Unterstützung an die Behörden geschickt wurden. Kopien der Appellschreiben sind an sie weitergeleitet worden. / Der Haftprüfungsausschuss wird seine Empfehlung wahrscheinlich gegen Ende Mai an den Gouverneur weiterleiten. Wer sich für Jacqueline Montanez einsetzen will, hat neben der UA die Möglichkeit, die von ihren Rechtsbeiständen gestartete Online-Petition &#8220;<a href="http://www.ipetitions.com/petition/jacquelinemontanez/"><u>Clemency for Jacqueline Montanes</u></a>&#8221; zu unterstützen.&#8221; &#8211; Hintergrundinformationen sowie empfohlene schriftliche Aktionen, möglichst unverzüglich und nicht über den 15. Juni 2012 hinaus, unter &gt;&gt;&gt; ai : <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-096-2012-1/lebenslange-haft-fuer-minderjaehrige?destination=node%2F5309">urgent action</a></span></p>
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		<title>schirmsamenwölkchen</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 22:01:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[echo : 0.03 &#8211; Ich träume zur Zeit von Blumen. Sie liegen in Bergen herum, Blütenberge, solche Blumen. Gestern, das habe ich nicht geträumt, war ich auf dem Friedhof und habe das Grab meines Vaters besucht. Ich hatte einen Zollstock bei mir, um eine Vorstellung aus der Luft zu holen, die Vorstellung eines Windrades, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/11.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">echo</span></a> : 0.03 &#8211; Ich träume zur Zeit von Blumen. Sie liegen in Bergen herum, Blütenberge, solche Blumen. Gestern, das habe ich nicht geträumt, war ich auf dem Friedhof und habe das Grab meines Vaters besucht. Ich hatte einen Zollstock bei mir, um eine Vorstellung aus der Luft zu holen, die Vorstellung eines Windrades, das ich einmal für meinen Vater bauen werde. Viele Menschen waren auf dem Friedhof unterwegs, manche trugen Gießkannen, andere Windlichter oder Blumen in kleinen Töpfen, Hornveilchen, Ringel-blumen, Vergissmeinnicht. Es war ein ganz normaler Tag gewesen. Ich glaubte, beobachten zu können, dass manche der Menschen sich noch nicht ganz sicher fühlten in der neuen Umgebung ihres Lebens, andere begrüßten einander, winkten sich über die Reihen der Gräber hin zu. Einige knieten, wühlten mit bloßen Händen in der dunklen Erde. Eine Frau, sie war von zwergenhaftem Wuchs, überquerte eine Wiese voller Löwenzahn. Unter ihren Füßen stiegen Schirmsamenwölkchen auf. Sie ging so langsam, das heißt, mit derart kleinen Schritten, dass sie sich zunächst kaum zu bewegen schien. Ihr Gesicht war dem Boden zugewandt, weil sich ihr Rücken, wohl unter der Wirkung der Zeit, gekrümmt hatte. Als sie das Grab erreichte, das zu ihr gehörte, war dort ein ebenso kleiner, gebückter Baum zu erkennen, ein Baum, der die Gestalt der alten Frau nachzuahmen schien. &#8211; Ob vielleicht Kakteen existieren, die im Norden, die auch im Winter blühen und gedeihen? &#8211; stop</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-17187" title="polaroidmidtown1" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2012/04/polaroidmidtown1.jpg" alt="" width="425" height="900" /></p>
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		<title>sleep</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 22:00:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[olimambo : 0.02 &#8211; Nehmen wir einmal an, es existierten Assistenten für müde, für erschöpfte Menschen, Müdigkeitsassistenten, die man zur Hilfe holen könnte, wenn man so müde geworden ist, dass man nicht einmal mehr eine Tasse Kaffee vom Tisch heben könnte, obwohl noch sehr viel zu tun ist, zum Beispiel, einen Aufsatz zu Ende zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/1.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">olimambo</span></a> : 0.02 &#8211; Nehmen wir einmal an, es existierten Assistenten für müde, für erschöpfte Menschen, Müdigkeitsassistenten, die man zur Hilfe holen könnte, wenn man so müde geworden ist, dass man nicht einmal mehr eine Tasse Kaffee vom Tisch heben könnte, obwohl noch sehr viel zu tun ist, zum Beispiel, einen Aufsatz zu Ende zu schreiben, eine Rede zu halten, eine Operation in einem Brustkorb durchzuführen oder mit dem Auto durch eine Stadt zu fahren. Wie viel müsste ich pro Stunde bezahlen für einen Assistenten, der mich dem Schlaf fernhalten würde, warnen bei Gefahr, der mir die Funktionsweise einer Kaffeemaschine erklären könnte, wenn ich zu müde sein sollte, mich an das Leben meiner Kaffeemaschine noch zu erinnern. Es ist durchaus denkbar, dass Telefone bereits existieren, die ich anrufen könnte, einen Müdigkeitsassistenten oder eine Müdigkeitsassistentin herbeizuholen. Würden sie rechtzeitig bei mir eintreffen? Wie lange könnten sie bleiben? Was essen, was trinken sie bevorzugt? – Kurz nach Mitternacht. &#8211; stop</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>tiefsee : 38. etage</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 22:21:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[himalaya : 0.08 &#8211; Heftige Gewitter. Regengeräusche auf dem Dach. Gehe auf und ab und lese oder sitze im Sessel, der sich nordwärts zu bewegen scheint. Auf meinem Sekretär, wenige Meter entfernt, leuchtet das Display eines handlichen Computers. Hunderttausende Wörter und ihre Übersetzungen befinden sich im kleinen Kasten. Running luster. Gegen drei Uhr die Lektüre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/4.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">himalaya</span></a> : 0.08 &#8211; Heftige Gewitter. Regengeräusche auf dem Dach. Gehe auf und ab und lese oder sitze im Sessel, der sich nordwärts zu bewegen scheint. Auf meinem Sekretär, wenige Meter entfernt, leuchtet das Display eines handlichen Computers. Hunderttausende Wörter und ihre Übersetzungen befinden sich im kleinen Kasten. <em>Running luster</em>. Gegen drei Uhr die Lektüre Pete L. Munki’s <a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/airbooks/book1.htm"><u>Roman</u></a> <em>Nautilus</em> wieder aufgenommen. Eine sich äußerst langsam vorwärts erzählende Bewegung. Die Geschichte eines Mannes, der einen Koffer in den 38. Stock eines Wohnhauses wuchtet. Alle Aufzüge des Hauses sind seit Tagen ausgefallen. Es ist Samstag. Hochsommer. Lexington Avenue Ecke 58. Straße. Im Koffer des Mannes ein Glasbehälter, in welchem zwei lebende Tiefseefische sitzen. Folge eine Stunde lang dem Gespräch des Kofferträgers mit sich selbst. Ein leises Buch, ein Buch wie geflüstert. &#8211; stop</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>apnoe</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 22:02:03 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[tango : 0.01 &#8211; Auf einem Passagierlinienschiff gestern Nachmittag, während einer Überquerung des Starnberger Sees, im Selbstversuch zunächst 1 Minute und 28 Sekunden, kurz darauf 1 Minute und 52 Sekunden die Luft angehalten. Tatsächlich wieder der Eindruck, dass meine Augen in dieser Übung des Nichtatmens größer werden. &#8211; stop]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/6.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">tango</span></a> : 0.01 &#8211; Auf einem Passagierlinienschiff gestern Nachmittag, während einer Überquerung des Starnberger Sees, im Selbstversuch zunächst 1 Minute und 28 Sekunden, kurz darauf 1 Minute und 52 Sekunden die Luft angehalten. Tatsächlich wieder der Eindruck, dass meine Augen in dieser Übung des Nichtatmens größer werden. &#8211; stop</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2012/05/polaroidnewsstand.jpg" alt="" title="polaroidnewsstand" width="425" height="900" class="alignleft size-full wp-image-17236" /></p>
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		<title>seelenkästchen</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 22:02:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[zoulou : 0.02 &#8211; Ich balanciere das Kreuz, das aus Eisen gedreht wurde, im Zug zwischen den Händen. Sehr schöne weiße Berge am Horizont, entlang der Strecke blühen Apfelbäume. Der Mann, der sich das Kreuz ansehen will, ist Künstler. Er arbeitet ausschließlich an Kreuzen. Das Kreuz meines Vaters soll kostbar, soll über 200 Jahre alt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/3.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">zoulou</span></a> : 0.02 &#8211; Ich balanciere das Kreuz, das aus Eisen gedreht wurde, im Zug zwischen den Händen. Sehr schöne weiße Berge am Horizont, entlang der Strecke blühen Apfelbäume. Der Mann, der sich das Kreuz ansehen will, ist Künstler. Er arbeitet ausschließlich an Kreuzen. Das Kreuz meines Vaters soll kostbar, soll über 200 Jahre alt sein, wird er bald erzählen, wir haben es in Südtirol auf einem Schuttberg gefunden. In der Halle flackern offene Feuer. Es ist still. Ein paar Fliegen sind im warmen Licht in der Luft zu erkennen und die Hand des Schmiedes, klein und weich. Sie fährt die feinen Schmucklinien des Kreuzes entlang, da und dort fehlen Spitzen. Jede der fehlenden Spitzen wird geschätzt, wie sie wohl ausgesehen haben mag und was sie vielleicht kosten wird. Es ist nicht das Material, sagt der Mann, es ist heutzutage die Zeit, verstehen Sie, die Arbeitszeit. Er öffnet behutsam die Tür eines Gehäuses, das sich im Zentrum des Kreuzes befindet. Jetzt schließt er es wieder, tritt einen Schritt zur Seite und erkundigt sich, ob ich den wisse, dass dieses Gehäuse, ein sogenanntes Seelenkästchen sei, ein Ort, an dem sich die Seele eines verstorbenen Menschen ausruhen könne, bis sie weiter himmelwärts aufsteigen würde. Eine wundervolle Erfindung. Es ist für mich die erste Begegnung mit einer Form, die eine konkrete Vorstellung der Größe einer Menschenseele sofort entstehen lässt. Ich sage zu dem Mann, der dicht neben mir steht, dass sie doch kleine Wesen sind, die Seelen der Menschen. Und dann geh ich wieder. Es ist schon halber Nachmittag. – stop</p>
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		<title>nachtstimmen : julija tymoschenko chen guangcheng</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 17:08:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas louis seyerlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[tango : 3.08 &#8211; Gegen 2 Uhr in der Nacht werde ich wach. Regen, schwer, schlägt gegen das Fenster im Dach. Ein Sturm, unmöglich, der nicht angekündigt war in den Nachrichtenlinien, die ich verfolge. Stimmen kommen aus der Fernsehmaschine, berichten von der umstrittenen Politikerin Julija Tymoschenko, von der Willkür, die in nächster Nähe in einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/5.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">tango</span></a> : 3.08 &#8211; Gegen 2 Uhr in der Nacht werde ich wach. Regen, schwer, schlägt gegen das Fenster im Dach. Ein Sturm, unmöglich, der nicht angekündigt war in den Nachrichtenlinien, die ich verfolge. Stimmen kommen aus der Fernsehmaschine, berichten von der umstrittenen Politikerin Julija Tymoschenko, von der Willkür, die in nächster Nähe in einem europäischen Land herrscht. Und da ist dieser mutige Mann zu Peking, er trägt den Namen Chen Guangcheng. Wie lange Zeit werden wir noch von ihm und seiner Familie hören? stop Und die <em>Namenlosen</em>? stop &#8211; Dieser Sturm heute Nacht, unmöglich, ein Gewitter, kühle Luft, sie scheint im Kreis zu fahren. Wie ich am Fenster stehe und schaue, plötzlich das Bedürfnis, zum Friedhof zu laufen und einen Regenschirm über das Grab meines Vaters zu halten. – stop</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>koffer unsichtbar</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 21:04:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[echo : 0.03 &#8211; Mein Vater war ein Liebhaber technischer Messgeräte. Er notierte mit ihrer Hilfe Dauer und Kraft des Sonnenlichts beispielsweise, das auf den Balkon über seinem Garten strahlte. Die Temperaturen der Luft wurden ebenso registriert, wie die Menge des Regens, der in den warmen Monaten des Jahres vom Himmel fiel. Selbst die Bewegungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/2.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">echo</span></a> : 0.03 &#8211; Mein Vater war ein Liebhaber technischer Messgeräte. Er notierte mit ihrer Hilfe Dauer und Kraft des Sonnenlichts beispielsweise, das auf den Balkon über seinem Garten strahlte. Die Temperaturen der Luft wurden ebenso registriert, wie die Menge des Regens, der in den warmen Monaten des Jahres vom Himmel fiel. Selbst die Bewegungen der Goldfische im nahen Teich wurden verzeichnet, Erschütterungen des Erdbodens, Temperaturen der Prozessoren seiner Computermaschine. Es ist merkwürdig, beinahe täglich gehe ich zur Zeit auf die Suche, weil wieder irgendeine dieser Messapparaturen einen piepsenden Ton von sich gibt, als ob mein Vater mittels seiner Maschinen noch zu mir sprechen würde. Indessen habe ich seit zwei Tagen Kenntnis von einer Fotografie, die mich neben meinem sterbenden Vater zeigt. Ich sitze auf einem Stuhl, mein Vater liegt in einem Bett. Es ist ein Bild, das ich zunächst kaum anzusehen wagte. Ich habe tatsächlich eine Hand vor Augen gehalten und zwischen meinen Fingern hervorgespäht. Jetzt ist mir warm, wenn ich das Bild betrachte. Die Fotografie zeigt einen friedlichen Moment meines Lebens. Etwas geschieht, wovor ich mich lange Zeit gefürchtet habe. Weinen und Lachen falten sich wie Hände sich falten. Mutter irrt zwischen Haus und Friedhof hin und her, als würde sie irgendeine unsichtbare Ware in gleichfalls unsichtbaren Koffern tragen. &#8211; stop</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-17204" title="polaroidpark" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2012/05/polaroidpark.jpg" alt="" width="425" height="900" /></p>
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		<title>im pullmanwagon</title>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 15:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas louis seyerlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[julliet : 17.03 &#8211; Traum von einem Fernreisewagon für Schwärme sehr kleiner Engelpersonen. Dieser Fernreisewagon war ein Pullmanwagen gewesen, himmelblau. Sitze, Bänke, Kofferablagen waren vollständig entfernt, an den Wänden Pfeilzeichen, die die Fahrtrichtung des Zuges definierten. Der Wagen fuhr langsam dahin. Kleinere, sehr fest gewirkte Dampfwolken flogen im Wagon genau in Reisegeschwindigkeit voran, so dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/14.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">julliet</span></a> : 17.03 &#8211; Traum von einem Fernreisewagon für Schwärme sehr kleiner Engelpersonen. Dieser Fernreisewagon war ein Pullmanwagen gewesen, himmelblau. Sitze, Bänke, Kofferablagen waren vollständig entfernt, an den Wänden Pfeilzeichen, die die Fahrtrichtung des Zuges definierten. Der Wagen fuhr langsam dahin. Kleinere, sehr fest gewirkte Dampfwolken flogen im Wagon genau in Reisegeschwindigkeit voran, so dass ich sie betrachten konnte aus nächster Nähe. Auch die Engel flogen präzise in der Geschwindigkeit des Zuges. Es waren einige Hundert Engel in der Größe von Kolibris. Ich glaube, sie führten Gespräche, während sie so flogen mit ruhigen gleichmäßigen Bewegungen ihrer Flügel wie Schwäne. Ein Rauschen, sehr hell, war in der Luft. Manche der kleinen Wesen trugen Fliegermützen. Einmal fiel Regen aus den Wolken im Zug. &#8211; stop</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>°</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 14:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas louis seyerlein</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/11.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p align="justify"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm">delta</a></span> : 16.05 &#8211; a u g e n h a u t z e l l e</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>MELDUNG : ameisengesellschaft ln &#8211; 788</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 17:51:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas louis seyerlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[MELDUNG. Ameisengesellschaft LN &#8211; 788 [ lasius niger ] : Position 48°21’N 07°01’O : Folgende Objekte wurden von 18.00 &#8211; 18.55 Uhr MESZ über das südöstliche Wendelportal ins Warenhaus eingeführt : sechs trockene Fliegentorsi mittlerer Größe [ je ohne Kopf ], achtzehn Baumstämme [ à 5 Gramm ], elf Raupen in Grün, zweiundzwanzig Raupen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/c/0.jpg" alt="pic" /><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/sand/meldungen.htm"><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/mapgo.jpg" alt="ping" /></a></p>
<p>MELDUNG. Ameisengesellschaft LN &#8211; 788 [ lasius niger ] : Position 48°21’N 07°01’O : Folgende Objekte wurden von 18.00 &#8211; 18.55 Uhr MESZ über das südöstliche Wendelportal ins Warenhaus eingeführt : sechs trockene Fliegentorsi mittlerer Größe [ je ohne Kopf ], achtzehn Baumstämme [ à 5 Gramm ], elf Raupen in Grün, zweiundzwanzig Raupen in Orange, zwei Insektenflügel [ vermutlich die eines Zitronenfalters ], drei Streichholzköpfe [ à 2 Gramm ], vier Fliegen der Gattung Calliphoridae in vollem Saft, sonnengetrocknete Rosenblätter [ ca. 100 Gramm ], sechs Schneckenhäuser [ je ohne Schnecke ], drei gelähmte Schnecken [ je ohne Haus ], 1162 Ameisen anliegender Staaten [ betäubt oder tranchiert ], acht Rüsselkäfer [ blautürkise ], die Aaskugel eines Pillendrehers, wenig später der Pillendreher selbst, eine Wildbiene, ein Modellflugzeugreifen [ Spaceshuttle <em>Discovery</em> ] 12 Gramm. &#8211; stop</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>menschen in gefahr / amnesty international : urgent action – ISRAEL besetze gebiete</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 16:34:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas louis seyerlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[MENSCHEN IN GEFAHR : &#8220;Sechs palästinensische Gefangene, die aus Protest gegen ihre anhaltende Inhaftierung ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in den Hungerstreik getreten sind, befinden sich inzwischen in derart schlechter gesundheitlicher Verfassung, dass sie in das Gefängniskrankenhaus von Ramleh verlegt werden mussten. Keiner der sechs hungerstreikenden Häftlinge hat bislang Zugang zu unabhängigen Ärzten erhalten. / Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amnesty.de/urgent-actions-0"><img class="alignnone size-full wp-image-12939" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2011/02/aihead.jpg" alt="" width="425" height="150" /></a></p>
<p style="padding-left: 60px;">MENSCHEN IN GEFAHR : &#8220;Sechs palästinensische Gefangene, die aus Protest gegen ihre anhaltende Inhaftierung ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in den Hungerstreik getreten sind, befinden sich inzwischen in derart schlechter gesundheitlicher Verfassung, dass sie in das Gefängniskrankenhaus von Ramleh verlegt werden mussten. Keiner der sechs hungerstreikenden Häftlinge hat bislang Zugang zu unabhängigen Ärzten erhalten. / Die zwei Gefangenen Tha&#8217;er Halahleh und Bilal Diab verweigern aus Protest gegen ihre Verwaltungshaft bereits seit etwa dem 29. Februar 2012 die Nahrungsaufnahme. Ihre Gesundheit ist inzwischen schwer angegriffen. Das Militärische Berufungsgericht hat die von beiden Gefangenen eingelegten Rechtsmittel am 23. April 2012 abgewiesen. In nächster Instanz wird sich der Oberste Gerichtshof Israels mit dem Fall von Tha&#8217;er Halahleh und Bilal Diab befassen, ein Verhandlungstermin ist jedoch noch nicht anberaumt worden. / Tha&#8217;er Halahleh wurde am 26. Juni 2010 in seiner Wohnung in der Ortschaft Kharas, Distrikt Hebron, in Verwaltungshaft genommen. Die entsprechende Anordnung ist zuletzt am 5. März 2012 verlängert worden. Die Gesetzeslage in Israel ermöglicht es, Menschen zeitlich unbefristet in Verwaltungshaft zu halten. Bilal Diab wurde am 17. August 2011 in seiner Wohnung in Kufr Ra&#8217;i in Jenin festgenommen. Auch gegen ihn erging Verwaltungshaft, die zuletzt am 14. Februar 2012 verlängert wurde. Nachdem sich der Gesundheitszustand der beiden Gefangenen verschlechtert hatte, wurden sie am 21. März ins Gefängniskrankenhaus von Ramleh verlegt. Die israelische Zweigstelle der Organisation Ärzte für Menschenrechte (Physicians for Human Rights) wandte sich wiederholt an die Gerichte, um zu erwirken, dass Tha&#8217;er Halahleh und Bilal Diab von unabhängigen ÄrztInnen untersucht und behandelt werden. Abgesehen von einer Ausnahme, als am 9. April ein Mediziner der Organisation Ärzte für Menschenrechte die zwei Gefangenen aufsuchen konnte, blieben Tha&#8217;er Halahleh und Bilal Diab ohne Betreuung durch einen unabhängigen Arzt. Die Organisation Ärzte für Menschenrechte hat eindringlich an die israelischen Behörden appelliert, beide Gefangene in ein ziviles Krankenhaus zu verlegen, damit sie dort fachärztlich behandelt werden können. / Mit Hassan Safadi, Omar Abu Shalal und Ja&#8217;afar Izz al-Din befinden sich noch drei weitere Insassen des Gefängniskrankenhauses von Ramleh im Hungerstreik. Ihnen wird ebenfalls die Betreuung durch unabhängige Ärzte verweigert. Auch Mahmoud al-Sarsak, der einzige Palästinenser aus dem Gaza-Streifen, den die israelischen Behörden auf der Grundlage des Gesetzes über illegale Kombattanten (Unlawful Combatant Law) ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Gewahrsam halten, wird im Gefängniskrankenhaus behandelt. Seine Festnahme hatte am 22. Juli 2009 an der Kontrollstelle Erez stattgefunden. Am 24. März 2012 trat Mahmoud al-Sarsak in den Hungerstreik, um auf diese Weise seinem Protest gegen seinen fortdauernden und ohne Anklage oder Gerichtsverfahren verfügten Verbleib in Verwaltungshaft Ausdruck zu verleihen. Der Oberste Gerichtshof Israels hat bereits vier Anträge des Gefangenen gegen seine anhaltende Verwaltungshaft abgelehnt. Zuletzt ist die Verwaltungshaft gegen Mahmoud al-Sarsak am 1. März 2012 verlängert worden.&#8221; &#8211; Hintergrund-informationen sowie empfohlene schriftliche Aktionen, möglichst unverzüglich und nicht über den 8. Juni 2012 hinaus, unter &gt;&gt;&gt; ai : <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-119-2012/hungerstreikende-im-hospital?destination=node%2F5309">urgent action</a></span></p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2012/04/polaroidmidtown2.jpg" alt="" title="polaroidmidtown2" width="425" height="900" class="alignleft size-full wp-image-17188" /></p>
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		<title>von den glücksgeräuschen der froschvögel</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 16:07:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas louis seyerlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ulysses : 4.18 &#8211; Früher Morgen. Windstille. Licht noch schwach. Die Luft ist kühl geworden über die Nacht. Vor dem Teich im Garten die Spuren meiner Füße im Gras. Am Ufer des kleinen Sees ruht ein Molch, äußerst langsam geht sein Herzschlag, da muss doch ein Geräusch zu hören sein. Ich erinnere mich, gestern wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/1.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">ulysses</span></a> : 4.18 &#8211; Früher Morgen. Windstille. Licht noch schwach. Die Luft ist kühl geworden über die Nacht. Vor dem Teich im Garten die Spuren meiner Füße im Gras. Am Ufer des kleinen Sees ruht ein Molch, äußerst langsam geht sein Herzschlag, da muss doch ein Geräusch zu hören sein. Ich erinnere mich, gestern wurde die Entdeckung ein neues Teilchens im Atom bekanntgegeben. Das Teilchen trägt den Namen: Xi_b^*0. Hätte ich von seiner Entdeckung nicht gelesen, wäre ich in der Beobachtung meiner Hand, die auf meinem Knie ruht, nicht so aufmerksam wie an diesem frühen Morgen. Ich frage mich, wie viele Teilchen der Bezeichnung Xi_b^*0 sich in meiner halbschlafenden Hand wohl befinden mögen, wie alt sie sind und woher sie vielleicht gekommen waren. Es ist still am Morgen heute. Die Amseln schlafen noch. Ein Wasserläufer überquert den Teich. In diesem Moment bemerke ich ein ballonartiges Wesen, das hoch über mir am Himmel schwebt. Es nähert sich langsam, in dem es tiefer kommt. Das Wesen ist hell, es ist weiß, es verfügt über Flügel, die sich sehr schnell bewegen, Fühleraugen, wie die Augen der Lungenschnecken, es ist ein Vogel. Der Vogel scheint den See unter ihm aufmerksam zu betrachten. Jetzt öffnet sich sein Bauch an erdnaher Stelle, ein Mund spitzt seine fahlrosa Lippen, Beutel fallen heraus aus diesem Mund, sie schlagen hohe Wellen im Teich. Der Molch verschwindet im Gras, Wasserläufer, die bewegungslos an Seerosenblattspitzen dämmerten, flitzen auf und davon. Jene Beutelchen, das kann ich von meiner Position aus gut erkennen, die aus dem Vogel herausgefallen sind, haben sich geöffnet, Kaulquappen, tausende, schwärmen nach allen Richtungen aus. Noch immer schwebt der Vogel über mir über dem See über der Wiese. Ein faszinierendes Geräusch ist von seinem Körper her zu vernehmen, ein Hupen, das Trompetengeräusch eines Zwergelefanten. Es ist nun denkbar, dass ich als erster Mensch die Glücksgeräusche der Froschvögel wahrgenommen habe. &#8211; stop</p>
<p><small><em>für meine Mutter, <br />
für meinen Vater</em></small></p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>subnautilus aquarius</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 22:36:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas louis seyerlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[himalaya : 0.05 &#8211; Nach vielstündiger, konzentrierter Arbeit ist die Erfindung einer weiteren Gattung schaukelnder Perlboote endlich denkbar geworden. Subnautilus aquarius, Geschöpf reinen Wunsches. Wesentliche Merkmale kurz notiert: Perlboote der Gattung Subnautilus aquarius leben ausschließlich in Süsswasserumgebung, vornehmlich in flachen Gewässern, das heißt, in Gewässern bis fünf Meter Tiefe. Temperaturen jenseits 30° Celsius (doch unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/2.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">himalaya</span></a> : 0.05 &#8211; Nach vielstündiger, konzentrierter Arbeit ist die Erfindung einer weiteren Gattung schaukelnder Perlboote endlich denkbar geworden. <em>Subnautilus aquarius</em>, Geschöpf reinen Wunsches. Wesentliche Merkmale kurz notiert: Perlboote der Gattung <em>Subnautilus aquarius</em> leben ausschließlich in Süsswasserumgebung, vornehmlich in flachen Gewässern, das heißt, in Gewässern bis fünf Meter Tiefe. Temperaturen jenseits 30° Celsius (doch unter 40° Celsius) sind Voraussetzung, um höheres Alter erreichen zu können. Größe in Reife: 150 mm. Gassteuerung sowohl auf-, als auch abwärts. Äußere Hülle: Aragonit. Innere Hülle: Perlmutt. Fangarme: 120. Perlboote der Gattung <em>Subnautilus aquarius</em> gebieten weiterhin über die Fähigkeit, Licht zu erzeugen in vielfältigen Farben. Algen (5 bis 8 Gramm pro Tag), aber auch Schuppen menschlicher Haut, werden bevorzugt aus dem Wasser genommen. Man kann hören. &#8211; stop</p>
<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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		<title>radio</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 22:17:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas louis seyerlein</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><img style="border: 0px initial initial;" title="5" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2009/04/14.jpg" alt="2" width="36" height="80" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/zeichen/linie.htm"><span style="text-decoration: underline;">charlie</span></a> : 0.15 &#8211; Er habe, erzählte mein Vater, kurz nach dem Krieg ein Radio gebaut, einen Kurzwellenempfänger, um die Sender der amerikanischen Befreiungsarmee empfangen zu können. Er hoffte Benny Goodman hören zu können, Gene Krupa, Glenn Miller, Duke Ellington, alle jene großartigen Musiker. An diese Geschichte erinnerte ich mich, während ich gestern durch den warmen Tag spazierte, Spinnen seilten von den Bäumen, Spechte mit roten Köpfen segelten über die Wege am Fluss, Dioden, Widerstände, der Geruch von Zinn, das Glimmen einer Lötkolbenspitze. Plötzlich die Vorstellung, mein Vater könnte in den Stunden meines Spazierganges irgendwo da oben jenseits der Baumkronen in einem hellen Zimmer sitzen, auf einem weißem Stuhl an einem weißen Tisch. Wie er sich nach vorne beugt, wie er ein Radio konstruiert, einen sensiblen Detektor, um unsere diesseitigen Stimmen wahrnehmen zu können. Dampf stieg auf, ein heller, dünner Faden. Kaum hundert Meter war ich weitergekommen, da war aus der Vorstellung eines Radios die Hoffnung eines Funkgerätes geworden. &#8211; stop</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-17130" title="polaroidhimmel" src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/wp-content/uploads/2012/04/polaroidhimmel.jpg" alt="" width="425" height="900" /></p>
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		<title>MELDUNG : kirsche No 1552</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 19:31:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andreas louis seyerlein</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/c/8.jpg" alt="pic" /><a href="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/sand/meldungen.htm"><img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/mapgo.jpg" alt="ping" /></a></p>
<p>MELDUNG. Manhattan, Lexington Avenue 822, 28. Etage, steinernes Zimmer : Kirsche No 1552 [ Marmor, Carrara : 6.07 Gramm ] vollendet.<br />
<img src="http://andreas-louis-seyerlein.de/air/g/ping.jpg" alt="ping" /></p>
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