am telefon

9

marimba : 17.55 UTC – Plötz­lich kracht es. Sie muss während unseres Gesprä­ches in irgend­etwas gebissen haben. Ja, sagt sie, ich habe furcht­baren Hunger, war den ganzen Tag in irgend­wel­chen Sitzungen, ich muss etwas essen, ich habe gerade in einen Apfel gebissen. – Das war wohl ein sehr fester Apfel, bemerke ich. Willst Du mal eine Banane hören, fragt sie? Das Meer vor Thes­sa­lo­niki sei unruhig an diesem Tag, die Nächte sind wärmer geworden, auf den Straßen und Plätzen, in den Parks campierten noch immer tausende Flücht­linge. Ich stelle mir vor wie L. mit lächelndem und doch ernstem Gesicht Obst verteilt, Brote, Tee, dann wieder in irgend­welche Sitzungen eilt, um hungrig zu werden. Bananen, das weiß ich nun mit Sicher­heit zu sagen, sind kaum zu hören über eine Tele­fon­ver­bin­dung hin. Was man von einer Banane in dieser Situa­tion zu hören vermag, ist allein die Vorstel­lung, dass gerade eben in größerer Entfer­nung ein Mensch in eine Banane beißt. Ich höre demzu­folge ein vorge­stelltes Geräusch, weshalb ich sagen kann, dass die Vorstel­lungs­kraft wirkungs­voll sein kann wie ein Mikro­phon oder wie eine Lupe. – Das war gestern. Heute ist es kurz vor sechs Uhr. Die Luft ist warm und feucht. Noch zu tun: Lektüre – Italo Calvino Herr Palomar. Nichts weiter. – stop

ping

TwitterGoogle+Facebook

ping

ping

Kommentar verfassen

ping