ein aquarium

9

tango : 22.02 UTC – Bob erzählt von einem Aqua­rium, keinem gewöhn­li­chen Aqua­rium, viel­mehr einem Aqua­rium, das ihm einer­seits gehören, ande­rer­seits sehr weit entfernt sein soll, nämlich beinahe auf der anderen Seite der Welt, in Thai­land in einem Vorort der Stadt Bangkok in einem Café neben einer Tank­stelle mit Garten, in welchem Orchi­deen auf Bäumen wachsen. Auch Vögel sollen dort im Garten zahl­reich leben, und Kinder spielen, weil sich in der Nähe eine Schule befindet. Er selbst, erzählt Bob, sei in diese Schule gegangen, habe Englisch gelernt und Mathe­matik, gerade in Mathe­matik soll er sehr gut gewesen sein. Jetzt lebt er also in Europa und besucht eine Univer­sität, um die Sprache der Compu­ter­ma­schinen zu studieren. Das Café, das meiner Mutter gehört, und auch ein biss­chen mir selbst, läuft gut, sagt Bob, wir können von unseren Einkünften gut leben. Ich brauche ja nicht viel Geld hier, kleines Zimmer. Er holt sein Telefon aus der Hosen­ta­sche, tippt ein wenig auf dem Bild­schirm herum, dann reicht er mir das kleine, flache Gerät über den Tisch. Schau, sagt er, das ist mein Café, das ist meine Mutter in Echt­zeit, es ist gerade früher Morgen, sie bereitet sich auf erste Gäste vor, die kommen bald. Tatsäch­lich erkenne ich auf dem Bild­schirm eine ältere Frau, die auf einem Brett von Holz irgend­welche Pflanzen zerteilt. Bob nimmt mir das Telefon kurz aus der Hand, tippt noch einmal auf den Bild­schirm. Nun sind Fische anstatt seiner Mutter zu sehen. Das ist mein Aqua­rium, sagt Bob, leider nur in schwarz­weißer Farbe. Sie sind ziem­lich bunt. Zwei von ihnen habe ich selbst gefangen im vergan­genen Winter. Es ist ein Salz­was­ser­aqua­rium. Gleich wird meine Mutter die Fische füttern. Solange können wir warten. – stop
ping

TwitterGoogle+Facebook

ping

ping

Kommentar verfassen

ping