herbst

9

marimba : 8.12 UTC – Ich geh spazieren wo die alten Menschen wohnen, über Flure wo die alten Menschen sitzen vor den Türen, hinter welchen uralte Menschen liegen, die in ihren letzten Betten schlafen. Ein alte Dame zieht sich im Roll­stuhl sitzend Stunde um Stunde am hölzernen Wand­ge­länder voran. Wie viele Kilo­meter ist sie so schon unter­wegs gewesen? Ich hörte, sie sei 88 Jahre alt. Wenn Sie mir begegnet, lächelt sie wie ein junges Mädchen, fragt warum sie hier sei, antwortet sofort: Wohl weil ich alt bin. Auf einem Tisch, um den herum weitere schla­fende Menschen sitzen, steht ein Telefon von grauer Farbe mit einer Ziffern­wähl­scheibe. Der Hörer des Tele­fons schwebt an einer mageren Hand neben einem Ohr, das lauscht. Eine weitere magere Hand wählt Nummer für Nummer Stunde um Stunde. Draußen vor den Fens­tern kühler, herbst­li­cher Regen. Und hier, gleich komme ich an ihm vorüber, das Zimmer der alten Clau­dine Tulla, sie schläft schon seit zehn Jahren in ihrem letzten Bett. Wie doch die Zeit vergeht. – stop

TwitterGoogle+Facebook

ping

ping

Kommentar verfassen

ping