lichtforscher

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echo

~ : louis
to : Mr. jona­than noe kekkola
subject : TRAUMLICHT

Lieber Mr. Kekkola, ahoi! Was machen Sie denn so? Seit Tagen keine Nach­richt aus der Wildnis. Sind Sie noch am Leben oder wurden Sie bereits heim­lich von Bären gefressen? Vermut­lich haben Ihnen lüsterne Fliegen derart zuge­setzt, dass Sie kaum noch aus den Augen sehen können. Hörte, kühlende Moose, sollen helfen, dass Sie wieder in die Welt hinaus schauen und mir schreiben werden. Nach einer kleinen Reise südwärts wird nun wieder über Tief­see­ele­fanten nach­ge­dacht. Das ist schon seltsam, wenn ich Stunden an ein und dieselbe Sache denke, dann wird sie so vertraut, dass ich sie mit mir ins Bett nehmen kann, ich meine, ich träume, ich träume, mein lieber Kekkola, mit Elefanten über atlan­ti­schen Tief­see­boden zu spazieren. Erin­nere mich gerade an einen Forscher des Lichts. Wenn Du einem Problem, einer Idee, einer Spur wirk­lich nahe kommen willst, sagte mein Vater, dann musst Du so intensiv daran arbeiten, dass Du nachts im Schlaf nicht davon ablassen kannst. Das hab ich nun also gemacht. Ich betrach­tete fünf­tau­send Meter lange Rüssel und Pater­nos­ter­auf­züge, die es bei Ihnen in Amerika nicht gibt, aber bei uns in Europa, endlos dahin­fah­rende Koffer ohne Deckel, in die man einsteigen kann, einsteigen wie jene Luft, die Tief­see­ele­fanten in kleinen Paketen atmen, Meeres­winde in Beuteln von Haut. Die fahren dann perlend abwärts, ein Beutel nach dem anderen Beutel, zur Lunge hin, die riesig ist und rosa und kühl, wie das Moos, von dem ich Ihnen erzählte. Mein lieber Kekkola, was halten Sie davon? Schreiben Sie mir, sobald Sie wieder schreiben können, ja, schreiben Sie mir! Ich komm Sie sonst holen! Ihr Louis.

gesendet am
20.08.2009
5.32 MESZ
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louis to jona­than
noe kekkola »

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