eugene ionesco

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3.45 – Nehmen wir einmal an, alles Papier dieser Welt würde in eben dieser Minute zu Staub zerfallen. Wäre es denkbar, Eugene Ionescos Kosmos in der Elek­tro­sphäre zu rekon­stru­ieren? Wie viele Vari­anten Ionescos könnten wir dort finden? Würden wir Ionesco wieder­erkennen? – stop

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licht und dunkel

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1.25 – Das Licht meiner Schreib­tisch­lampe. Das Licht meiner Uhren. Das Licht, das vom Bild­schirm kommt. Das Dioden­licht meiner Musik­ma­schinen. Der Licht­nebel der Stadt unter den Wolken. Das mensch­liche Licht wird über­haupt erst sichtbar, sobald Dunkel geworden ist. – stop

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pergament

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17.32 – Sass traum­wärts in einem Cafe nahe eines Meeres unter Männern, die Go oder etwas anderes spielten mit kleinen, runden, bern­stein­far­benen Steinen. Die Luft an diesem Ort war heiß und trocken, ich wunderte ich mich nicht, dass die Männer, die von hohem Alter gewesen waren, sich mit gewal­tigen Ohren Luft zufä­chelten in der Art und Weise der Elefanten. Selt­same Geräu­sche waren zu hören, schwere, knar­zende Töne, als würde an hölzernen Schrauben gedreht. Und doch war die Haut der Ohren so fein, dass man durch sie hindurch sehen konnte. Sobald sie hinter den verwit­terten Köpfen zusam­men­schlugen, wurden die Augen der Herrn zu Schlitzen, bewegten sich die luftigen Häute zurück, öffneten sie sich. Hinter dem Tresen dämmerte ein weiterer Mann, der hatte sich mit seinem Perga­ment das Gesicht zuge­deckt. Ich betrach­tete ihn eine Weile, und schon war ich, noch im Stehen, dem heutigen Tage zu einge­schlafen. – stop

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das jahr 2102

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20.01 – Nehmen wir einmal an, ich würde in dieser Sekunde die Lesung meines urei­genen Textes beginnen, würde nicht schlafen ehe ich zu einem letzten A, C, G oder T gekommen bin, würde Tag und Nacht, Zeichen um Zeichen, Sekunde um Sekunde, meinen Text zur Sprache bringen, dann buch­sta­bierte ich 833.333 Stunden durch die Zeit. Das sind 34722 Tage oder 95 Jahre. Im Jahr 2102, an einem Sonntag im September, würde ich viel­leicht von vorne beginnen. – stop

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marco polo

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3.15 – Ich kann mir auf der Stelle ein flug­taug­li­ches Wesen denken, das von einer leuch­tend roten Körper­farbe ist und über Augen verfügt, die auf Türmen sitzen. Statt Antennen wachsen ihm Scheren aus dem Kopf, statt Wasser bewohnt es Bäume, statt von Vögeln wird es von Menschen gefressen. Weshalb faszi­nieren mich Hummer? Warum fürchte ich Krabben? – stop

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licht

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6.57 – Immer, auch dann, wenn ich schlafe, brennt etwas Licht in meinem Kopf. – stop

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plankton

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21.22 – Gestern Abend, ich sass im letzten Licht der Sonne auf dem Fens­ter­brett, habe ich entdeckt, dass ich die Luft, sobald ich ihre feinen Stäube als Plankton und Fliegen und Falter als Fische betrachte, für eine Flüs­sig­keit, sagen wir, für ein Meeres­ge­wässer halten kann. – stop

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krapp

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15.05 – Ist es sinn­voll, davon zu spre­chen, dass ich Beckett oder Krapp bei ihrer Arbeit in meinem Gehirn beob­achte, wenn ich das Letzte Band lese? Oder beob­achten sie mich? – stop

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