zigarillo

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romeo

~ : louis
to : Mr. jona­than noe kekkola
subject : ZIGARILLO

Mein lieber Jona­than, Depe­sche west­wärts. Habe an diesem endenden Tag viele Stunden lang Herzen betrachtet und über Zeppe­l­in­flucht­hand­ta­schen nach­ge­dacht. Bald noch ein wunder­barer Film, Blue in the face, ein Film, der mir so vertraut geworden ist, dass ich ihn in meinem Kopf abspielen könnte wie einen Traum. Ich müsste dann Folgendes träumen in der zweiten Minute der Zeit, einen Tabak­wa­ren­laden träumen, das Jahr 1995 nahe Pros­pect Park in Brooklyn, Lou Reed, wie er hinter der Theke des Ladens steht. Er raucht ein Ziga­rillo, nimmt einen tiefen Zug, beginnt zu spre­chen, ruhig, entspannt. Er sagt: Ich denke einer der Gründe weswegen ich in New York lebe ist, weil, ich kenn mich aus ihn New York. In Paris kenn ich mich nicht aus. Ich kenne mich nicht aus in Denver. Ich kenn mich nicht aus auf Maui, und ich kenn mich nicht aus in Toronto. Und so weiter und so fort. Ich tu’s also fast aus Bequem­lich­keit. Na ja, ich kenne kaum jemanden, der in New York wohnt und nicht gleich­zeitig sagt: Ich geh weg! Also ich denke auch schon lang übers Weggehen nach, unge­fähr seit 35 Jahren. – Ja. – Ich bin jetzt fast so weit. – Schlafen sie wohl, mein lieber Kekkola, wo auch immer Sie sind! Ihr Louis

gesendet am
21.01.2010
23.32 MEZ
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louis to jona­than
noe kekkola »


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