manhattan : 22. etage

2

delta : 0.52 – In der Nähe des Himmels zu wohnen, das ist schon eine selt­same Sache. Während ich gestern Morgen ein Bad genommen habe, versuchte ich mir vorzu­stellen, dass sich unter mir weitere 21 Bade­wannen befinden könnten, und dass sich genau in diesem Moment 21 Personen unter mir sich in derselben Situa­tion, nämlich in der Bade­wanne aufhalten werden, viel­leicht singen, Radio hören, in der Zeitung lesen, oder einen Kaffee trinken. Ich komme, genau­ge­nommen, mittels meiner Phan­tasie noch in die Etage unter mir, weiter komme ich nicht. Ich bin außer­stande mir vorzu­stellen, wie hoch ich doch sitze, in der Flug­höhe der Möwen, ich höre den Wind um die Fenster strei­chen, ich glaube, es ist denkbar, dass ich der einzige Mensch in diesem Hause bin, der sich Gedanken macht um das Baden oder das Schlafen oder Spazieren in dieser Höhe. – stop

ping

east village : gehschläfer

2

marimba : 0.18 – So, stell ich mir vor, könnte das sein. Es ist Abend geworden, Zeit das Büro zu verlassen. Man tritt vor das Gebäude, in dem man seine Tage fristet, setzt sich ein elek­tri­sches Häub­chen auf den Kopf und schon schließt man die Augen und schläft und geht in dieser Weise schla­fend auf Wegen nach Hause, die für schla­fende Menschen vorge­sehen sind. Niemand würde je auf die Idee kommen, einen schla­fenden Pendler zu wecken. Drei Stunden, sagen wir, im Tief­schlaf schreitet man die 5th Avenue down­town, biegt bald in die 23. Straße ein, folgt ihr, weiß der Himmel wovon man gerade träumt, bis zur 1st Avenue, um kurz darauf in der 20. Straße zu landen, Haus No 431, dort wird man geweckt und findet sich im Aufzug wieder, wie frisch gebadet im Kopf, um eine Nacht reicher geworden, zu feiern, zu lieben, mit Kindern zu spielen. Am nächsten Morgen macht man sich wieder auf den Weg, setzt sich sein Häub­chen, und auch die Kinder setzen sich ihre Häub­chen auf den Kopf, und so weiter und so fort. Irgendwo sollte eine zentrale Station exis­tieren, die Schlaf und Schritte jener schlum­mernden Menschen steuert. – stop

ping

midtown : library

2

alpha : 0.22 – Im Laden der New York Public Library entdecke ich einen Brief, den Emilie Dick­in­sons im Jahre 1852 an Susan Gilbert notierte. Weiterhin Briefe des Schrift­stel­lers H.D.Lawrence an Ernest Weekly, Jack Londons an Anna Strunsky, sowie Mark Twains an Enid Jocelyn Agnew. Diese Briefe kosten in einer Samm­lung 50 $. Sie sind auf Tisch­tü­chern fest­ge­halten, feine, helle Stoffe, Hand­ar­beit: Made in India. Selt­same Sache. – stop

harlem : artist südwärts

2

charlie : 0.06 – Kurz nach 8 Uhr abends betritt ein hoch­ge­wach­sener, schöner Mann den Subway­wagon, in dem ich sitze. Er trägt eine rote Hose, die schil­lert, Turn­schuhe von schwarzer Farbe, einen Gürtel von Schlan­gen­haut, davon abge­sehen scheint der Mann unbe­kleidet zu sein, die schwarze Haut seines Ober­kör­pers glänzt, auch die Haut seines Kopfes, auf dem sich keinerlei Haar befindet. Er kommt also herein, Höhe 168. Straße, geschmeidig, voll­zieht einen Hand­stand­über­schlag und hängt sich, Kopf nach unten, an eine der Halte­stangen, die sich in den Wagons der Linie C befinden. Eine leichte, schau­kelnde Bewe­gung, ich könnte sagen, eine Bewe­gung der Ruhe vor dem Sturm, die Augen geschlossen, gleich werden sich die Arme des Mannes über das Gestänge des Wagons bewegen, er wird den Reise­be­hälter, der von zahl­rei­chen Menschen bewohnt, durch den Unter­grund der Insel Manhattan rattert und schep­pert, durch­messen, ohne den Boden mit seinen Füssen zu berühren, lautlos, bebende Muskeln, Arme, Rücken, Bauch, indem sich ein Arm des Mannes von der Stange löst, wird er an den Schwingen einer Hand gegen den Süden fliegen, um einen weiteren Hand­vogel nach sich zu ziehen, bald mit Hand No 3 und Hand No 4, die beide Schuhe tragen, nach offenen Räumen zielen, um Fahrt aufzu­nehmen, ein segelnder Körper, mal gestreckt, dann wieder zu einem Ball geworden, der sich um eine der senk­rechten Stangen windet, die das Dach des Zuges zu halten scheinen, ein Hut indessen, der mal da mal dort unter den Nasen der Stau­nenden vorüber kommt, gleich ist es soweit, 166. Straße, noch eine, noch eine halbe Sekunde. – stop

ping

manhattan : canal street

2

tango : 10.15 – Ich habe einen merk­wür­digen Konduk­teur der Subway mit Taucher­brille beob­achtet. Der Mann war auf der N-Linie von Brooklyn her kommend in die Canal Street einge­fahren. Ein durchaus seltener Anblick. Sein schmaler Kopf, der aus einem der mitt­leren Wagons des Zuges ragte, im Fahrt­wind wehendes, schloh­weißes Haar, und eben seine Brille, deren Scheibe Augen und Nase unwirk­lich vergrö­ßerte. Für einen Moment hatte ich den Eindruck, die Taucher­brille des Mannes sei mit Wasser gefüllt. Ich wollte den Mann foto­gra­fieren, aber das Licht der Station war spär­lich und der Mann schau­kelte ohne Pause seinen Kopf hin und her wie ein alter, müder Elefant, vermut­lich weil er sich um einen umfas­senden Blick der Ereig­nisse auf dem Bahn­steig bemühte. Es ist nun denkbar, dass ich eine Person beob­achtet habe, die fest mit dem Führer­haus des Zuges verwachsen war, denn der Mann fügte sich harmo­nisch in das Bild, das ich mir seit jeher von wirk­li­chen Zugfüh­rern mache, Menschen, die auf Zugs­tänden geboren werden, Menschen, die auf Zügen fahrend ihre Kind­heit verbringen, Menschen, die letzt­lich ihren persön­li­chen Zug zur Lebzeit niemals verlassen. – stop

ping

upper west side : broadway

2

delta : 8.05 – Das Haus am River­side Drive, in dem Uwe Johnson lebte und arbei­tete. Pfade, die Uwe Johnson spaziert haben könnte. Eine Subway Station, 96. Straße, uralte, dunkle Bäume. Das Regen­licht über dem Hudson. Wasser­tanks, die auf Dächern wachsen. Auf dem Broadway torkelt eine Ampel. Kleine, schwarze, schweig­same Männer in grünen Uniformen der Frei­heits­statue verteilen Einla­dungen zur Schiff­fahrt. Eine Kutsche weißer Pferde, damp­fende Nüstern, klap­pert in Rich­tung Central Park. Es ist Montag, oder Dienstag oder Sonntag. Eine Frau, sie tele­fo­niert in einer Sprache, die ich noch nie zuvor hörte. Ein Mann mit Kühl­schrank wartet am Stra­ßen­rand. Schnelle, scheue Blicke. – stop

chelsea : ein stunde

2

echo : 0.28 – In der 22. Straße West exis­tiert ein kleiner Laden für Lampions und andere papie­rene Licht­be­hälter. Wenn man den Laden betritt meint man sofort, sich selbst in einem Lampion zu befinden, weil Wände, wie sie in Häusern üblich sind, dort nicht zu exis­tieren scheinen, nur Licht und eben Papiere in allen erdenk­li­chen Formen. Ein Ort von Stille, die Luft duftet feinst nach der Wärme tausender Lampen, die im Inneren der Lampions statio­nieren. Menschen sind zunächst nicht zu sehen, weil sich jene Menschen, die zum Laden gehören, weder bewegen noch sich über Sprache äußern, viel­leicht deshalb, weil sie in den Laden eintre­tende Menschen nicht stören wollen im Bestaunen leuch­tender Kroko­dile, Schwert­fi­sche, Zeppe­line. Es ist nun tatsäch­lich möglich, diese verbor­genen Personen in Bewe­gung zu versetzen, in dem man sie bemerkt, sagen wir, mit einem Blick berührt. Genau in diesem Moment einer Berüh­rung treten sie aus dem Licht heraus in den Raum, eine zier­liche Frau und ein zier­li­cher Mann, sie werden vermut­lich schon sehr lange Zeit verhei­ratet sein, so wie sie sich benehmen, glück­liche, freund­liche Menschen. Alle ihre Waren im Übrigen beschriften sie noch von Hand, zwei Monde von blauer Farbe zu je 1 Dollar 48 Cent. Im Schau­fenster findet sich folgendes Schild: Täglich von Montag bis Sonntag 25 Stunden geöffnet. – stop

ping

abschnitt neufundland

picping

Abschnitt Neufund­land meldet folgende gegen Küste gewor­fene Arte­fakte : Wrack­teile [ Seefahrt – 208, Luft­fahrt – 1287, Auto­mo­bile – 86734], Gruß­bot­schaften in Glas­be­häl­tern [ 18. Jahr­hun­dert – 5, 19. Jahr­hun­dert – 106, 20. Jahr­hun­dert – 437 , 21. Jahr­hun­dert – 722 ], physical memo­ries [ bespielt – 215, gelöscht : 188 ], Kassiber Type SOS Homs / Syria [ 18455 ], Öle [ 0.5 Tonnen ], Prothesen [ Herz – Rhyth­mus­be­schleu­niger – 14, Knie­ge­lenke – 18, Hüft­ku­geln – 235, Brillen – 876 ], Schuhe [ Größen 28 – 39 : 276, Größen 38 – 45 : 2187 ], Kühl­schränke [ 18 ], Tief­see­tauch­an­züge [ ohne Taucher – 15, mit Taucher – 3 ], Engels­zungen [ 886 ] | stop |

ping

manhattan : zuccotti park

2

marimba : 17.55 – Die folgende Geschichte, oder Teile dieser Geschichte, haben sich in meinem Leben nicht gerade so ereignet, wie ich sie erzählen werde. Ich habe sie mir ausge­dacht, das heißt, die Geschichte, die von einer Pizzeria berichtet, ist mir einge­fallen, als ich tatsäch­lich genau diese erzählte Pizzeria besuchte in der Green­wich Street nahe dem Zuccotti Park. Ich war einige Stunden in der Fähre zwischen Manhattan und Staten Island gepen­delt, hatte Geräu­sche aufge­nommen, foto­gra­fiert und über Gerüche notiert. Ich saß nun auf einem Hocker am Fenster des kleinen italie­ni­schen Ladens in der Wärme, aß und trank und schaute auf den Zaun, hinter dem sich unmit­telbar das Gelände des World Trade Centers befindet. Ich versuchte mir vorzu­stellen, wie dieser Ort den Einsturz der riesigen Gebäude über­stehen konnte, was in diesen Räumen geschehen war in den Minuten der Kata­strophe. Fenster könnten geborsten, Tisch und Stühle vom Luft­druck der Staub­wolke durch den Raum geschleu­dert worden sein. Viel­leicht hatten sich Menschen bis hierher geflüchtet, viel­leicht waren sie verletzt, viel­leicht waren sie an dieser Stelle gestorben, erstickt, erschlagen oder verbrannt. Der kleine Laden jeden­falls hatte sich gut erholt. Keinerlei Spur von der Hölle, die sich in nächster Nähe entfaltet hatte. Auch der Mann hinter dem Tresen wirkte kräftig und gesund, obwohl der Lärm der gewal­tigen Baustelle hinter dem Zaun an seinen Nerven gezerrt haben musste. Ich über­legte, ob er Augen­zeuge gewesen sein könnte, beob­ach­tete ihn ein Weile, und als er sich einmal näherte, fragte ich ihn. Der Mann musterte mich mit einem schnellen Blick, ohne zu antworten. Bald stand er wieder hinter seinem Tresen, so als wäre nichts geschehen, keine Gegen­frage, kein Versuch, in der Zeit zurück­zu­kommen. Ich konnte in diesem Moment nicht einmal sagen, ob ich tatsäch­lich gefragt oder mir die Frage nur vorge­nommen hatte, auch ob der Mann solange geschwiegen hatte, bis ich mich der Türe näherte, um auf die Straße zu treten, konnte ich nicht mit Sicher­heit behaupten. Seine Stimme in diesem Moment: It was horrible! Dann wieder das Rattern der Motor­schrauber. Im Park, im berühmten Zuccotti Park, eine hand­voll Menschen von Poli­zisten umringt. Keine Zelte, keine Möwen, aber Tauben, Tauben, Tauben. – stop

midtown manhattan : dschu dschumm

2

ulysses : 0.25 – Was ich hörte gegen Mitter­nacht von unsicht­baren Musi­kern auf unter­ir­di­scher Passage vom Bryant Park zur 5th Avenue etwa so in Worten: dschu dschumm dschu dschumm tschika tschika tschicka dschu dschumm dschu dschumm yeah dschu dschumm dschu dschumm babi­badum dschu dschumm dschu dschumm dschu dschumm arrriba dschu dschumm dschu dschumm yeah badumm badumm badumm tschika tschika tschicka dschu dschumm dschu dschumm tschika tschika dschu dschumm dschu dschumm yeah dschu dschumm dschu dschumm babi­badum dschu dschumm dschu dschumm dschu dschumm dschu dschumm dschu dschumm yeah. – Samstag. – stop
ping

upper new york bay : elefanten

2

nordpol : 11.10 – Im Traum folgte mir ein Mann stun­den­lang als wäre er mein eigener Schatten. Dieser Schatten führte drei junge Elefanten hinter sich her, damp­fende Geschöpfe, die ohne Pause hupten. Das wäre für sich genommen eine noch eher heitere Geschichte gewesen, wenn der Dampf der Elefanten nicht bedeutet haben würde, dass es sich um gebra­tene Elefan­ten­tiere handelte, gekocht bis auf die Knochen. Teile ihrer Bäuche waren bereits verloren gegangen, auch von ihren Ohren waren kaum nennens­werte Reste übrig gewesen. Ich dachte mir noch, dass sie viel­leicht hupten, weil sie unter Schmerzen litten, da hatte ich bereits einen Löffel in der Hand. – stop. Während einer Fahrt mit der Staten Island Fähre eine Frau, die mit sehr hoher Geschwin­dig­keit Platon auf einem iPad las. Das wirkte genau so, als würde sie den Text mit ihren Augen foto­gra­fieren. Nach wie vor auf der Suche nach einem Wort, das den Moment beschreiben könnte, in dem Regen auf die Ober­fläche des Meeres trifft, nach einem Geräuschwort für das Verschwinden. – stop
ping

hell’s kitchen : ballroom

2

alpha : 20.02 – Die Port Autho­rity Bussta­tion Höhe 42. Straße soll die größte Bussta­tion der Verei­nigten Staaten sein, 7200 Auto­mo­bile verlassen oder errei­chen an einem durch­schnitt­li­chen Tag das Gebäude in der Nähe des Hudson Rivers. Ich sollte einmal von hier aus nach Mexico fahren oder rauf nach Alaska oder Neufund­land, ein Ort der Koffer, der Ruck­säcke. Ich habe Menschen beob­achtet, die aus einem anderen Jahr­hun­dert kommend hier einge­troffen zu sein scheinen, Frauen mit Röcken bis zum Boden, Männer in Knicker­bo­cker­hosen, Golf­schuhen, hellen Sommer­ja­cken inmitten des Winters in einem sich langsam drehenden Wirbel von Körpern. Im Erdge­schoss des Gebäudes befindet sich in einem Gehäuse von Glas und Stahl eine Maschine, die mit Billard­ku­geln spielt, eine Skulptur des Künst­lers George Rhoads. Man kann sie weithin hören, klin­gelnde, ratternde Geräu­sche, und das Glück der Kinder beob­achten, die mit ihren Augen den Kugeln folgen, welche von der Schwer­kraft in Bahnen gegen den Boden gezogen werden. Ein Wesen, das bei Tag und bei Nacht arbeitet, indem ein Aufzug, von einem kleinen Elek­tro­motor ange­trieben, jene stein­harten Bälle in die Höhe hebt, um sie bald wieder loszu­lassen in ein Laby­rinth mögli­cher Bahnen. Es ist ein wenig so, als würde die Maschine spre­chen oder singen oder spielen, selbst­ver­gessen, heiter, leicht. Ich muss mich nicht wundern, einmal waren alle Kugeln, weiß der Himmel warum, aus ihren Bahnen gesprungen, und ich hatte den Eindruck, die verstummte Maschine sei aus dem Leben gegangen. Gerade eben, es ist Montag­abend geworden, fällt mir ein, dass ein Freund unlängst erzählte, dass er sehr traurig sei, weil seine Groß­mutter im unge­fähren Alter von 105 Jahren in Afrika gestorben sei. Sie habe noch eine Wüsten­sprache gespro­chen, die ohne Zeichen gewesen war für Papiere, Holz, Stein, Erde. – stop

upper new york bay : eine minute auf der samuel I. newhouse

2

ulysses : 17.58 – Staten Island Fähre gegen 15 Uhr. Eine Frau und ein Mann, die tief­schla­fend Seite an Seite sitzen und doch auf eine selt­same Weise mitein­ander zu spre­chen scheinen. Sie tragen beide keine Zähne, viel­leicht weil sie morgens verges­sens haben sie sich gegen­seitig in den Mund zu legen. Ihre Schläfen, eine linke und eine rechte Schläfe, zuein­ander gelehnt. Lider, alabas­ter­farben, durch­sichtig beinahe, hier, an der Bewe­gung der Augäpfel, ist zu erkennen, dass sie kommu­ni­zieren. Eine Hand des Mannes ruht, gleich­wohl schla­fend, auf dem Bauch der Frau. Draußen, hinter Salz­fens­tern, die Wasser­fahne eines Feuer­lösch­bootes. Und Möwen, schwere Möwen, die das Schiff betrachten, als hätten sie es noch nie zuvor gesehen. Gleich werden die Schla­fenden sich erheben. Sie werden, als ob sie in ihrem Inneren über eine geheime Sanduhr verfügten, ihre Augen öffnen und sich bugwärts auf den Weg machen, Sekunden nur ehe eine Laut­spre­cher­stimme sie zum Verlassen der Fähre auffor­dern wird. – Leichter Regen. – stop
ping

central park : grammophon

2

foxtrott : 0.15 – Im Central Park zur Mittags­zeit ein betender Mann, Moslem, Rikscha­fahrer, der Höhe 61. Straße unter einer mäch­tigen, weit­ver­zweigten Ulme kniet, viel­leicht unter einem jener Bäume, deren Setz­linge im Jahr 2008 nach Oregon geschickt wurden, um sie dort groß zu ziehen und wieder nach Manhattan zurück­zu­holen. Das klagende Singen der Kinder­schau­keln. Ein Eich­hörn­chen hetzt über eine Wiese. Bald kauert das Tier in der Nähe des betenden Mannes, scheint ihn zu beob­achten. Ich könnte jetzt warten, bis der Mann mit seinem Gebet fertig geworden ist. Ich könnte mich zu ihm in seine Rikscha setzen. Wir könnten gemeinsam durch den Park fahren. Ich könnte ihm eine Geschichte erzählen. Ich könnte erzählen, dass ich gerade eben noch in einem Café hörte, wie eine junge, lustige Mutter von ihrer Absicht berich­tete, ihren Sohn, der noch nicht geboren worden ist, mit dem Namen “Gram­mo­phon” zu versehen. Das ist eine wirk­lich aufre­gende Geschichte, die ich tatsäch­lich sofort erzählen sollte. Ich sollte den jungen Mann weiterhin fragen, ob er mir viel­leicht erklären wolle, weshalb es lebens­ge­fähr­lich für mich sein könnte, wenn ich mich fragend über Mohammed, den Propheten, äußern würde. Viel­leicht würde der junge Mann bremsen, viel­leicht sich unver­züg­lich von seinem Fahrrad schwingen. Wir würden uns auf eine Bank setzen und Geschichten erzählen von Gram­mo­phonen, von Propheten und wie es ist, im Winter Rikscha zu fahren. Und viel­leicht würde ich ihm dann noch vom Schnee erzählen, den ich als Kind aus der Luft gefangen habe. Ja, so könnten wir das machen, sofort, gleich wenn der betende Mann sich erheben wird. – stop

grand central terminal : ein kleine lokomotive

2

ulysses : 0.22 – Wann war es, dass ich zum ersten Mal entdeckte, dass das Fahren in der Subway eine hervor­ra­gende Hand­lung darstellt, meinen verletzten Arm zu trai­nieren? Eine halbe Stunde in dieser Sache mit der Linie A südwärts nach Brooklyn unter­wegs, dann wieder nord­wärts unter der Lexington Avenue rauf nach Harlem. Keiner der mit mir reisenden Menschen wird bemerken, was ich da tue. Ich stehe in der Nähe einer Tür und halte mich einarmig an einer Halte­stange fest. So fliege ich durch Tunnels, werde gebremst, beschleu­nigt, rase durch Kurven der Fins­ternis, die es in sich haben, segle über Brücken, schaukle unter dem East River von einer Insel zur anderen Insel. Längst würde ich, wenn ich nicht mit meiner balan­cie­renden Extre­mität dem Zug verbunden wäre, umge­fallen sein, würde durch die Zugab­teile taumeln auf der Suche nach Gleich­ge­wicht, würde über Bürgern der Stadt zu liegen kommen, kein schöner Anblick, nein ganz sicher nicht. Ein Hinundher unter der Haut als würden meine Muskeln, Knochen, Sehnen, selbst bereits zum Zug gehören, wohl­tu­ende, auch schmerz­hafte Bewe­gungen, Befreiung. stop. Im Regen durch China­town. Wieder das Geräusch der Spazier­stöcke alter Männer, die sich in ihren Revieren bewegen, ich höre sie, weil ich sie sehe, Einzel­gänger, klein, gebückt. In einem Laden unter dem Grand Central Terminal, es ist Abend geworden, eine Miniatur des Bahn­hofes selbst, in dem eine Loko­mo­tive ihre Kreise zieht. Dort wiederum eine weitere Miniatur des Bahn­hofes, in der eine Loko­mo­tive kreist, so klein, dass man sie einatmen könnte. – stop
ping

broadway : verschwinden

2

nordpol : 20.18 – Manchmal, während ich spaziere, sehe ich etwas, und dann sehe ich wieder nichts für längere Zeit. Wenn ich etwas wirk­lich sehe, also erkenne, kann ich es formu­lieren. Ich sehe demzu­folge mit Wörtern. Wenn ich ohne Wörter sehe, habe ich das Gefühl, dass ich sehe und vergesse in ein und dem selben Moment. Ich vergesse Ampeln, Taxis, Türsteher, Zebra­streifen, die Gesichter wartender Menschen, Auslagen teuerer oder billiger Läden, Nepp, Perü­cken, die Nahrung in den Händen der Gehenden, Wörter aus dem Gewirr der Stimmen, Gespräche, den Himmel über mir, Bäume, das Licht in den Pfützen, fünf Blocks den Broadway nord­wärts, und schon habe ich meine Füße und kurz darauf mich insge­samt vergessen. – stop
ping

south ferry : ein mann

2

delta : 0.32 – Im Wasser das Wühlen der Schrauben, die sich der Fahrt des Schiffes entge­gen­stemmen. Dann Ruhe, Stille, eine ausat­mende Bewe­gung, indem sich die Fähre dem Lande nähert, glei­tende Fahrt. Fang­armen einer Gottes­an­be­terin ähnlich, lauern Gang­ways in den Schatten der Hafen­ter­mi­nals. Ein Matrose steht dort, sehr gefähr­lich, hoch über schäu­mendem Wasser. Es ist das letzte Schiff seiner Schicht, dreißig Fähren hat er an diesem Tag schon in der Annä­he­rung gesehen. Am Bug stehen Menschen, sie werden größer, er kann Gesichter erkennen, ihren Atem in der kalten Luft. Manche foto­gra­fieren. Andere versu­chen in der Menge einen Platz zu errei­chen, von dem aus sie unver­züg­lich loslaufen werden, ein kleiner Vorsprung, ein oder zwei Minuten Zeit. Das Schiff kommt von der Seite her, von rechts, es schrammt an schweren Holz­pfählen entlang, sie geben nach unter dem Gewicht des mäch­tigen Körpers, ein Ächzen, die reisenden Menschen suchen Halt in dieser Sekunde, dann, in einer sanften Bewe­gung dreht sich das Schiff, kommt näher, schmiegt sich an, so dass keine Hand, nicht die kleinste, zwischen Schiff und Steg gelegt werden könnte. Das ist der Moment, da der wartende Mann den Weg in die Stadt frei­geben, das ist der Moment, da er den warmen Geruch der Menschen wahr­nehmen kann. Ein Tier kommt auf ihn zu, es ist eine Schlange, die drei oder vier Minuten seiner Zeit an ihm vorüber­ziehen wird. Gerade war sie noch schweigsam, jetzt spricht sie, sie spricht an ihrem Kopf und auch von ihren Seiten her. Und da ist ein offener Blick, den der Mann viel­leicht wahr­nehmen kann, mein Blick, ein Blick, der sich um ihn kümmert, der sich auf den Land­ma­trosen vorbe­reitet hatte, der einsam­meln will jede einzelne seiner Bewe­gungen, um sie später einmal wieder­holen zu können. – stop

lenox hill : vertikal

2

zoulou : 20.25 – Es ist jedes Mal ein aufre­gender Moment, wenn sich die Kabine des Aufzuges vom 22. Stock­werk aus nach unten zu bewegen beginnt. Ich werde etwas größer für ein oder zwei Sekunden, ich kann das im Spiegel, der die Rück­wand meines Reise­be­häl­ters voll­ständig bedeckt, genau erkennen, ich werde etwas größer, oder ich verliere den Boden unter den Füßen, es ist ein wirk­li­cher Moment des Fallens, ein Raum der Zeit, der bereits vorüber ist, ehe man ihn mit Wort­be­deu­tung ausge­spro­chen haben mag: Sekunde. Aber dann steh ich schon wieder fest auf dem Boden, bin so groß wie zuvor, ein Irrtum natür­lich, nicht die Größe, aber dass ich sicheren Boden unter meinen Schuhen haben würde, weil ich doch abwärts rase, was ich am wandernden Licht der Zahlen­reihe, die sich neben der Kabi­nen­türe befindet, erkenne. Außerdem knis­tern meine Ohren und ich habe den Eindruck, dass auch mit meinen Augen etwas anders geworden sein könnte, ein Drama viel­leicht, das sich hier gerade zu entfalten beginnt. Vor vier Wochen noch hatte ich einmal im Aufzug einen Spazier­gang unter­nommen, rasch, wie ein Tier in seinem Käfig hin und her, ich wollte mich sehen, wie ich im Fallen zu gehen vermag, ein lustiger Anblick, nehme ich an, weil ich kurz darauf den Eindruck hatte, der kleine Wächter im Foyer habe ein ironi­sches Lächeln im Gesicht getragen, viel­leicht weil er mich beob­achtet hatte mittels einer Kamera, die sich in einer der oberen Winkel der Kabine befindet. Seltsam ist, man wird scheinbar nicht kleiner, wenn man das Erdge­schoss erreicht, obwohl man doch sehr schnell lang­samer wird, gestaucht, meine ich, gepresst und diese Dinge. Ich habe weiterhin beob­achtet, dass ich, indem ich den Aufzug verlasse, je eine leichte Links­kurve nehme, die so nicht geplant ist. Meine Schne­cken­gänge, meine Laby­rinthe im Kopf, daran könnte es liegen. – stop
ping

manhattan transfer : ein wölkchen asche

2

ulysses : 23.57 – Am späten Abend, die Luft war von selt­samer Milde, auf dem Prome­na­den­deck des Fähr­schiffs Spirit of America der ersten Seebe­stat­tung meines Lebens beigewohnt. Ein heim­li­cher Vorgang, dessen Beob­ach­tung nur deshalb möglich gewesen war, weil mich der junge Mann und die junge Frau, die vom Bug des Schiffes her gekommen waren, in den Nacht­schatten nicht wahr­ge­nommen hatten. Sie standen für einige Minuten still in meiner Nähe, sahen auf das Wasser herab, das dunkel gewesen war, hielten sich an den Händen und spra­chen sehr leise. Sie spra­chen so, als würden sie beten. Ein helles Wölk­chen von Asche stieg in der Luft. Die junge Frau fasste in ihre Mantel­ta­sche, sie warf ein Stück Papier in die Tiefe, dann Blumen, Blüten, eine hand­voll Blüten die junge Frau, und eine hand­voll Blüten der junge Mann. Dann gingen sie langsam fort in die Rich­tung, aus der sie gekommen waren. – stop

ping

ping

delta : 0.08 – Eine kleine Geschichte habe ich rasch noch zu erzählen. Sie verfügt über kaum Hand­lung, eine Geschichte, die sich im Grunde Tag für Tag auf einem Fähr­schiff der Staten Island Fähren­flotte wieder­holen könnte. Auf diesem Schiff, das den Namen John F. Kennedys trägt, befindet sich in der Mitte des Brid­ge­decks hinter einem Tresen ein kleines Laden­ge­schäft, das der Versor­gung der Reisenden dient, ein Ort, der leuchtet und blinkt, ein Ort, der nach Popcorn duftet, nach Kaffee, nach gebra­tenem Schinken und nach weiteren Substanzen, die ich bislang nicht iden­ti­fi­zieren konnte. Obst, Scho­ko­lade, Cookies, Bonbons, auch Stra­ßen­pläne Manhat­tans, Feuer­zeuge, Coca Cola, Zucker­wasser in verschie­densten Farben, Nüsse, gerös­tete Mandeln, was ich wähle, was ich wünsche bekomme ich von einem Mann ausge­hän­digt, der seiner Erschei­nung nach in Mexico oder Nica­ragua geboren worden sein könnte. Sein stoi­scher Ausdruck ist mir sofort aufge­fallen, lange Zeit habe ich ihn beob­achtet, dieses Gesicht, das wirkte, als würde es eine aus Tropen­holz geschnitzte, eine auf das Sorg­fäl­tigste bemalte Maske tragen, darin Augen, dunkle, schim­mernde Knöpfe. Die Stimme des Mannes, die sich dort irgendwo befinden muss, habe ich bisher nie gehört. Und ich habe nie gesehen, dass er sich von seinem Platz fort­be­wegte, er steht senk­recht hinter seiner Ware, ein Monu­ment, das über sehr schnelle, sehr lange Arme verfügt, ja, es sind die Arme, das einzige was sich an diesem Mann bewegt sind seine Arme, diese Arme sind Hand­lung, sie sind eine Geschichte, sie sind erstaun­lich, weil sie in der Geschwin­dig­keit der Chamä­le­on­zungen nach Waren greifen. Einmal habe ich einen der Foto­ap­parat gekauft, die der Mann in seinem Sorti­ment für Touristen bereit­hält. Der Apparat kostete sechs Dollar und der Film 8 Dollar. Das ist ein wirk­lich altmo­di­scher Film, einer, den man, um seine Bilder betrachten zu können, entwi­ckeln muss. Ich habe den Mann nun mit genau diesem Foto­ap­parat foto­gra­fiert. Ich glaube, der Mann freute sich über meine Geste. Er schien unter der Maske seines Gesichtes zu lächeln. Viel­leicht ahnte er zu diesem Zeit­punkt, dass ich einmal nach­sehen werde, ob er lächelte, ein Geschenk für die Zukunft. Ende der Geschichte. – stop

physik

2

alpha : 22.58 – Ist mein kleines Gehirn in den vergan­genen Wochen leichter oder ist es viel­leicht schwerer geworden. Wie viel Gramm? – stop

ping

roosevelt Island

2

charlie : 3.05 – Wie, zum Teufel, kommt dieser merk­wür­dige Traum in meinen Kopf? War im Central Park auf der Suche nach einem groß­ar­tigen Jazz­po­sau­nisten, nach Fred Wesley gewesen, verirrte ich mich, spazierte plötz­lich auf Roose­velt Island herum. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube sehr fest daran, dass es sich um Roose­velt Island gehan­delt haben musste, weil ich mit einer Art Luft­gondel, einer Seil­bahn ange­kommen war. Wahr­haftig eine herun­ter­ge­kom­mene Gegend, zerfal­lene Gebäude, Müll, und Straßen, die teil­weise unter Wasser standen. Ich wartete in einem Keller­lokal, auch hier Wasser in Knie­höhe, hunderte Tische. Man konnte in diesem Lokal vom Menschen essen. Wenn man sich, nach Besich­ti­gung der Karte, entschieden hatte, kam ein Mensch herbei, von dem man probieren konnte. Da waren Armmen­schen mit köst­lich schme­ckenden Armen, und da waren Bauch­men­schen mit köst­lich schme­ckenden Bäuchen. Manche dieser Personen sahen recht schreck­lich aus, weil bereits häufiger von ihnen abge­bissen worden war. Ich werde das jetzt nicht weiter ausführen. Es ist Montag. – stop

ping

meteoriten

picping

MELDUNG. Von Meteo­riten durch­schlagen: Kiosk­dach, Via Marconi 5, 6 Uhr 08, 2 Gramm. Markise, Via dei Giar­dini, 5. Etage, 6 Uhr 9, 0.6 Gramm. Motor­haube, Citta Vecchia 2, 6 Uhr 10, 0.7 Gramm. Zu Ster­zing, auch Vipi­teno. Alle Feuers­brünste sind gelöscht. – stop

PRÄPARIERSAAL : schwärme

2

tango : 1.16 – Gestern, Punkt 10 Uhr abends, habe ich meine anato­mi­sche Tonband­ma­schine wieder ange­worfen. Ich hörte eine Aufnahme, die ich mit der Beschrif­tung No 87 versehen hatte. Leider konnte ich mich nicht erin­nern, wo das Doku­ment aufge­nommen worden sein könnte, weil ich versäumte, Zeit und Ort des Gesprächs, sowie den Namen der spre­chenden Person zu notieren. Eine Frau­en­stimme war zu hören und das Zwit­schern von Vögeln. Die Stimme sprach sehr schnell, als ob sie den Vögeln nach­ei­fern wollte. Mehr­fach musste ich die Aufnahme in einem ersten Durch­gang anhalten und wieder­holen, um verstehen oder erahnen zu können, was die Stimme gesagt hatte. Ich habe ihr einen provi­so­ri­schen Namen gegeben. Melanie erzählt: > Es ist eine aufre­gende Zeit. Da sind Schwärme von Gedanken, Geräu­schen, Bildern, Gerü­chen in meinem Kopf. Ich kann sie jeder­zeit hervor­holen. Manchmal kommen sie von selbst. Unge­fragt. Viel­leicht darum, weil ich etwas Beson­deres erlebe. Oft habe ich schon den Versuch unter­nommen, von meinen Erfah­rungen zu berichten. Ich habe das Gespräch gesucht, Sie verstehen, ich bin stolz, der Aufgabe gewachsen zu sein. Deshalb erzähle ich mit Begeis­te­rung. Ich habe zum Beispiel davon erzählt, dass ich sehr gerne an Muskeln präpa­riere. Ich habe von der luziden, perl­mutt­far­benen Haut berichtet, die Muskeln umgibt. Ich habe von der Befrie­di­gung erzählt, die ich empfinde, wenn ich einen Muskel voll­ständig frei­ge­legt habe, wenn ich den Muskel begreifen konnte, seinen Ursprung und seinen Ansatz erkennen. Ich habe, während ich erzählte, mit meinen Händen voraus­ge­ar­beitet, habe mit meinen Händen auf dem Tisch Bewe­gungen ausge­führt, als wartete dort eine Struktur, die ich noch rasch präpa­rieren sollte. Hand­ar­beit, sagte ich, wenn du eine gute Ärztin sein willst, musst du zunächst eine gute Hand­wer­kerin sein. Wenn du nicht Hand anlegen willst an einen Menschen, ist alle Mühe nicht wert. Eine Profes­sorin erklärte einmal: Seien Sie neugierig. Verfolgen Sie die Struk­turen weiter bis zu ihrem Ende. Glauben Sie nichts, prüfen Sie, ob das, was in den Anato­mie­bü­chern steht, wirk­lich stimmt. Sehen Sie nach und sie werden mit Struk­turen belohnt. – Ja, es ist aufre­gend. Eine Assis­tentin notierte eine wunder­bare Geschichte für mich. Das war an dem Tag gewesen, als Gehirne entnommen worden waren. Da sei eine Kollegin durch den Saal auf sie zuge­kommen und habe ihr ein Gehirn in die Hände gelegt. Sie wollte ihr eine erste Erfah­rung schenken, und sie wollte in diesem bedeu­tenden Moment an ihrer Seite sein. Das Gehirn, ihr erstes Gehirn, sei uner­wartet schwer gewesen. Sie erin­nerte sich gut an ihre Sorge, sie könnte das Gehirn fallen lassen. Sie habe in diesem Augen­blick daran gedacht, dass sie eine ganz Welt in Händen halte, Träume eines Lebens, Bilder, Sätze, Wörter, Wörter, die nie wieder erreichbar sein werden. – stop

ping

Top