cairo

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alpha : 4.32 – Ich erin­nere mich an ein Gespräch, das ich vor zwei Jahren mit einem Bekannten führte, der lange Zeit in Ägypten lebte, genauer in Kairo am Nil. Er wurde in der alten, riesigen Stadt geboren vor einem halben Jahr­hun­dert. Ich hatte von unserem Gespräch bereits erzählt. Immer, wenn ich ihn seither getroffen hatte, stellte ich ihm Fragen: Warst Du zu Hause im Sommer? Wie geht es Deiner Familie? Was kostet ein Hotel­zimmer in Kairo in sicherer Lage? Ich bemerkte, dass Belem sich über meine Fragen freute, aber er antwor­tete nur selten präzise, er sagte immer wieder, dass es eine Frage des Respekts sei, dass man irgendwie lernen müsse, gemeinsam zu arbeiten und zu leben. Viele Menschen seien arm, das sei das größte Problem, sie könnten nicht lesen und schreiben. Einmal fragte ich, ob er bereit wäre, einen kleinen Text aus der arabi­schen Sprache für mich zu über­setzen, einen Twit­ter­brief, den ich nicht lesen konnte. Aber das wollte Belem nicht, er schien sich in diesem Moment vor mir oder den Zeilen, die ich auf ein Stück Papier gedruckt hatte,  zu fürchten. – Montag. Seit Stunden komm ich nicht weiter in der Lektüre digi­taler Nach­richten aus Kairo. Ich versuche, zu verstehen. Es sind sehr selt­same Texte, die mir Über­set­zungs­ma­schinen liefern, Bruch­stücke, Ahnungen, Wort­sand: Gott Ylankwa auf der Erde und im Himmel ein Fluch und Fluch ya Welad El Bhaim o oberste Karte Hunde vor Aiallk Einak Ahan fühlen Sodbrennen Herz Eltern und alle da Les Ahan Schafe Iowa euch haben tatsäch­lich Amor­pho­phallus Rivieri CDDA Schafe ich Worte von Belei­di­gung und defekt, aber nach Li da Sie lip Tstahlwa schmut­zigsten Belei­di­gung in Alashan Antua eigent­lich Schafe und Hunde und Sklaven und Amrkwa welche Hatb­kowa brau­chen euch eine Betharbwa Alhan Cuesh Reli­gion und nicht in die Heimat Euch Betharbwa Alhan 7tt jeder Hund und Ely ist Mursi nicht beigelegt. Mursi da wenn Ragel harte Masche 7tt Khrong wurde das Blut Divi­sion zu halten oder sogar mindes­tens seiner Familie und seinen Clan aber Lebens­dauer Staaten Khainin Brüdern und beide Alaikum Ya Ya Welad Hunde Hunde / Und Gott Staats­si­cher­heit haben sie Gnade, die uns von DVD Elly Zico Btalwa verließ die Sicher­heit des Staates und die Herstel­lung da Rettung, welche Bektosh kennen sie lachen über Leute und Leute ich Tani Les ein Raza Ullah Einwohner in Sidi Gaber in der elften Runde ihre Brüder Embareh Æøáúæç Úáì Ãç Íþæã Èå Archi­tektur und schlagen den Portier und sie in ihrer Wohnung waren und eine Stimme hörte zu mir spre­chen und ich traf den Schuss und Aialha Horror und weinte und floh die besetzten Ober­fläche Btaa Archi­tektur, und Violine von Atrmi wurde die Violine ein Verbre­cher und Embareh führen den Sicher­heits­status / Erste Bewer­tungen über den Stausee ist klar, dass Kinder nicht müssen manu­elle Illus­trator Gabe Archi­tektur der Eingang Portal Teil­nehmer arbeiten und mehr Menschen sind entweder Kinder, ihre Eltern-Wächter, die nur Sie der Stausee-Entwick­lung heraus­nehmen, aber sie Menschen, die sie benö­tigen sind, um Schutz gegen unsere Herrn sagen Ahan Mikhli­nash Brüder hasste Sie jeden Bedarf wir sagen ganz klar die Szene zu einem meiner Brüder ist Bdkon NAS Keteer sehr Pädagogen Dkonhm Ägyp­tens und Fami­lien starrte ist rührend, meine Brüder und Les in eine feste Schiene Und sie nehmen ihre Mode Welaikh und Gentleman und Menschen Wakhdinha das Alter des Propheten Chris­tian Lehman Daqqoun Kinder-und Jugend­sport halten Masche einer Bank, es nicht Brüder, ist voraus­ge­setzt die Tahrir Daqqoun Kteer waren die Rebellen, nicht Brüder natür­lich sage ich allen mein Ziel, dass alle Medien benö­tigten zu Fuß und wir sahen, Schlie­ßung des Auges Ehna Lina in ich wegge­lassen Z Mabenshov CBC tags­über Dream­Works benö­tigt, finden Sie unter Nile News und Arabisch und Al-Jazeera siehe Entwar­nung Notwen­dig­keit gezeigt Nicht alle Kanäle Valfol Wahr­heit und Bedauern-Verlän­ge­rung. – stop
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atem

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lima : 2.11 – Je seltener ich spreche, desto genauer denke, höre, sehe ich. – stop
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südostnordwest

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tango

~ : oe som
to : louis
subject : SÜDOSTNORDWEST
date : july 02 13 8.12 p.m.

Taucher Noe seit 851 Tagen unter der Wasser­ober­fläche. Tiefe 812 Fuß. Posi­tion: 42°55’NORD 51° 42’ WEST. stop. Es ist kurz nach Mitter­nacht, die See wieder ruhig. Gestern, unge­fähr zur selben Tages­zeit, wurden wir wie aus dem Nichts von einer mäch­tigen Welle getroffen. Beinahe wären wir geken­tert. Entsetzt über das Vorge­fal­lene, lagen wir einige Minuten still. Dann machten wir uns auf die Suche, wollten wissen, ob wir noch voll­zählig waren. Momente voller Demut. Ich erin­nere mich an Lidwiens zartes, blasses Gesicht, wie sie vor dem Funk­gerät sitzt und Noe anruft, er möge sich melden. Es war wie ein Gebet, sie fürch­tete, ihn verloren zu haben, das Tau, an dem er in der Tiefe schwebt, könnte gerissen sein, aber wir spürten ein leichte, schau­kelnde Bewe­gung unter dem Schiff. Es hatte den Anschein, als würde Noe unter uns durchs Dunkel pendeln. Nach einer halben Stunde gedul­digen Hoffens meldete er sich, wollte wissen, was geschehen war. Natür­lich antwor­teten wir auswei­chend, um ihn nicht zu beun­ru­higen. Erst vergan­gene Woche war es gewesen, da wir Noe erklärten, dass zu seinen Füßen weitere 10660 Fuß Tiefe warteten. Noe war für zwei Tage sprachlos gewesen, dann begann er Murphys Geschichte zu lesen Stunde um Stunde, setzte immer wieder von vorne an, das Buch scheint ihn zu beru­higen. In diesem Moment, da ich Dir schreibe, geht es wieder los: Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues. Murphy saß, als ob es ihm frei stünde, im Schatten, in einer Gasse West Brombtons. Hier hatte er wohl schon sechs Monate lang gesessen, getrunken, geschlafen, sich an- und ausge­zogen, in einem mittel­großen Käfig mit Front nach Nord­westen und unun­ter­bro­chener Sicht auf mittel­große Käfige mit Front nach Südosten. – Es ist uns, lieber Louis, ein gutes Zeichen, dass Noe wieder liest. Wir haben ihm verspro­chen, noch in diesem Monat eine Brille aufzu­treiben, ein Gestell zu fabri­zieren, das an seinem Helm befes­tigt werden kann. Manchmal denke ich, Noe glaubt uns nicht mehr, keinem unserer Verspre­chen, keiner Idee. – Ahoi! Dein OE SOM

gesendet am
03.07.2013
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oe som to louis »

 

polaroidkueste3

0,087 mm

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india : 0.16 – Drei Jahre sind seit Entde­ckung der Papier­tier­chen vergangen, ihr kühler Mund, ihr Jahres­atem, der das Volumen einer Blau­beere füllt. stop. Drei Blau­beeren Zeit. stop. Denkbar ist, dass ich in der Beob­ach­tung der Film­ströme, die meinen Computer aus Kairo errei­chen, eine Vorstel­lung entwi­ckelt habe, inwie­fern sich das Geräusch eines Feuer­werks­kör­pers von Pistolen- oder Gewehr­schüssen unter­scheiden könnte. – stop

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kuala lumpur

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MELDUNG. Zu Kuala Lumpur im Opern­haus, nahe Jalan Tun Razak, werden am Sonn­tag­abend, 14. Juli 2013, zwei Wallace-Flug­frö­sche, letzte der Gattung Rhaco­phorus nigro­palmatus tilius, öffent­lich zur Spren­gung gebracht. Zündung des männ­li­chen Tieres um 22 Uhr Orts­zeit, Zündung des weib­li­chen Tieres um 22 Uhr 30. Die Vorstel­lung ist ausver­kauft. – stop

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nachtstimme

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india : 2.58 – Das Stimm­ge­räusch in meinem Kopf. Ob sich der Klang meiner denkenden Stimme mit der verstrei­chenden Lebens­zeit verän­derte? Habe ich als Kind mittels der Stimme eines Kindes gedacht? – Ich werde für diese Fragen viel­leicht nie eine Antwort finden. Es ist zu spät. Aber ich könnte einem Kind erklären, was ich heraus­zu­finden wünsche. Das Kind würde mich viel­leicht mit einem vorsich­tigen Lächeln betrachten, würde seine Augen schließen und ein paar Sätze spre­chen im Kopf. Ist es einem mensch­li­chen Wesen über­haupt möglich, die eigene denkende Stimme, die Stimme des Gehirnes, aufzu­be­wahren, sich an sie zu erin­nern, sie zu verglei­chen? – Eine warme Nacht. Falter kommen zum Sterben herein. Und Mari­en­käfer, wieder ein gutes Dutzend. Diese Käfer sind merk­wür­dige Wesen. Ich kenne sie, solange ich denken kann. Sie wandern an der Zimmer­decke. Das Licht meiner Lampions scheint ihnen zu gefallen, als ob sie von diesem Licht zehren könnten. Sobald es dunkel geworden ist, wenn sie schlafen oder dämmern, fallen sie zu Boden, als ob es im Dunkel nicht möglich wäre, recht­zeitig die Flügel zu öffnen. – Gigi Ibrahim, Akti­vistin, twit­tert aus Kairo: Ever­y­time someone say „30 June revo­lu­tion“ or „army and people one hand“ I die a little inside. – stop

polaroidwater1

ai : USA

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MENSCH IN GEFAHR : “Warren Hill soll am 15. Juli im US-Bundes­staat Georgia hinge­richtet werden. Die sieben Exper­tInnen, die ihn unter­sucht haben, sagen inzwi­schen alle, dass er “geistig behin­dert” ist. In diesem Fall würde eine Hinrich­tung gegen die US-ameri­ka­ni­sche Verfas­sung verstoßen. Seine Rechts­bei­stände haben sich an den Obersten Gerichtshof der USA gewandt, damit er eingreift. / Im Jahr 2002 befand ein Richter des Bundes­staates Georgia, dass Warren Hill tatsäch­lich “deut­lich unter­durch­schnitt­liche intel­lek­tu­elle Fähig¬keiten” aufweise, aber dass nicht zwei­fels­frei “Defi­zite im adap­tiven Verhalten” nach­zu­weisen seien. Warren Hill war 1991 wegen des 1990 began­genen Mordes an seinem Mithäft­ling Joseph Hand­spike zum Tode verur­teilt worden. Im Jahr 1988 hat das Parla­ment des Bundes­staates Georgia ein Gesetz verab­schiedet, das die Verhän­gung der Todes­strafe gegen jede Person unter­sagt, bei der “ohne berech­tigten Zweifel” eine “geis­tigen Behin­de­rung” fest­ge­stellt wurde. Das Gesetz defi­niert diese Behin­de­rung als “deut­lich unter­durch­schnitt­liche intel­lek­tu­elle Fähig­keiten”, die zu “Defi­ziten im adap­tiven Verhalten” führen, die sich “in der Entwick­lungs­phase mani­fes­tierten”. / Der Oberste Gerichtshof der USA (US Supreme Court) befand in der Grund­satz­ent­schei­dung “Atkins gegen Virginia”, dass die Hinrich­tung von geistig behin­derten Menschen gegen die US-Verfas­sung verstoße. Die Rechts¬beistände von Warren Hill baten auf Grund­lage dieser Entschei­dung um erneute Prüfung ihrer vorhe­rigen Rechtsmit¬tel. Diesmal entschied das zustän­dige Gericht, dass “das Über­wiegen der Beweise” ausreiche um fest­zu­stellen, dass Warren Hill an einer geis­tigen Behin­de­rung leidet. Das stren­gere Krite­rium “ohne berech­tigte Zweifel” müsse nicht erfüllt sein. Auf der Grund­lage dieser Beur­tei­lung kam das Gericht zu dem Schluss, dass die Beein­träch­ti­gung von Warren Hill einer geis­tigen Behin­de­rung gleich­käme. Die Behörden von Georgia legten dagegen jedoch Rechts­mittel beim Obersten Gericht des Bundes­staates ein, das 2003 mit vier zu drei Stimmen entschied, in diesem Kontext sei das Krite­rium “ohne berech­tigten Zweifel” anzu­legen. Der Fall wurde dann an die Bundes­ge­richte verwiesen, und 2011 entschied ein Bundes­be­ru­fungs­ge­richt (Court of Appeals for the 11th Circuit) mit sieben zu vier Stimmen, dass selbst wenn der Bundes­staat in seiner Gesetz­ge­bung nicht für einen ange­mes­senen Ausgleich gesorgt hat, das US-Bundes­ge­richt aufgrund von US-Recht nicht befugt sei einzu¬schreiten, auch wenn es die Entschei­dung des bundes­staat­li­chen Gerichts “für nicht korrekt oder unüber­legt” erachte. / Im Februar 2013 stoppte das Bundes­be­ru­fungs­ge­richt des 11. Bezirks die Hinrich­tung von Warren Hill. Zu diesem Zeit­punkt waren alle an dem Fall betei­ligten Exper­tInnen zu dem Schluss gekommen, dass Warren Hill an einer “geis­tigen Behin­de­rung” leidet. Am 22. April jedoch wies das drei­köp­fige Rich­ter­gre­mium das neue Rechts­mittel von Warren Hill mit der Begrün­dung zurück, das Gericht sei den strengen Beschrän­kungen unter­worfen, die das “Gesetz zur Bekämp­fung des Terro­rismus und zur effek­tiven Durch­set­zung der Todes­strafe” (Anti-Terro­rism and Effec­tive Death Penalty Act – AEDPA) aus dem Jahr 1996 bei aufein­an­der­fol­genden Rechts­mit­teln anwende. Eine Rich­terin des Gremiums wider­sprach dieser Auffas­sung jedoch und erklärte, “ein vom Kongress verab­schie­detes Gesetz kann nicht ange­wendet werden, um das in der Verfas­sung fest­ge­schrie­bene Recht von Warren Hill, nicht hinge­richtet zu werden, außer Kraft zu setzen”. Die Rich­terin schrieb: “… der Bundes­staat Georgia wird einen geistig behin­derten Mann hinrichten. Denn alle sieben Exper­tInnen, die Warren Hill jemals unter­sucht haben, sowohl die vom Bundes­staat bestellten als auch die von Warren Hill beauf­tragen Exper­tInnen, sind inzwi­schen zu der über­ein­stim­menden Auffas­sung gelangt, dass er geistig behin­dert ist.” / Die Rechts­bei­stände von Warren Hill bitten den Obersten Gerichtshof der USA, die Hinrich­tung zu stoppen. Der Gerichtshof hatte die Verfas­sungs­mä­ßig­keit des Gesetzes AEDPA 1996 bestä­tigt und erklärt, das Gesetz habe nicht die Befugnis des Gerichts­hofs aufge­hoben, sich direkt mit Origi­nal­an­trägen (original habeas peti­tions) zu befassen, d.h. unter außer­ge­wöhn­li­chen Umständen kann sich der Gerichtshof mit einem ihm direkt vorge­tra­genen Fall befassen, ohne dass der Fall nach einem Beru­fungs­ver­fahren vor einem anderen Gericht an den Gerichtshof weiter­ver­wiesen wurde. Mehrere Jura­pro­fess­so­rInnen in den USA haben sich in einem Schreiben an den Gerichtshof gewandt und sich dafür ausge­spro­chen, dass der Gerichtshof sich zu diesem unge­wöhn­li­chen Schritt entschließen sollte.” – Hinter­grund­in­for­ma­tionen sowie empfoh­lene schrift­liche Aktionen, möglichst unver­züg­lich und nicht über den 15. Juli 2013 hinaus, unter »> ai : urgent action

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kekkola

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ulysses : 22.00 – Schnell erzählen, was ich entdeckte, als ich Kekkola besuchte, dem ich seit einigen Jahren verbunden bin, weil er gern sehr selt­same Dinge tut. Eigent­lich ist er nicht sonder­lich verrückt, viel­mehr sind die Menschen verrückt, von deren Leben Kekkola erzählt. Ich habe keine Ahnung, ob sie tatsäch­lich jemals exis­tierten, jeden­falls nimmt es Kekkola sehr genau damit, sie zu verstehen, sich in sie einzu­fühlen. Einmal soll er drei Tage lang mit einem Luft­ge­wehr reglos auf seinem Balkon gekauert haben. Er zielte gegen einen weiteren Balkon, oder auf ein Fenster, das sich hinter diesem Balkon befand. Er wartete. Es war im Winter gewesen und es war kalt im 38. Stock, ein Schnee­sturm passierte, ohne Kekkola vom Balkon vertreiben zu können. Als ich gestern mit ihm tele­fo­nierte, hörte ich im Hinter­grund Wasser­ge­räu­sche. Ich fragte, ob er zu Hause sei und ob ich vorbei­kommen solle. Ich hatte den Eindruck, dass er viel­leicht Fieber haben könnte, weil er nicht sehr deut­lich formu­lierte, schläfrig und irgendwie irr. Also eilte ich zu ihm. Er bemerkte noch, dass er mir nicht öffnen würde, weil er sich in einem Versuch befände, der Schlüssel zur Wohnung sei in der Lobby abzu­holen. Kekkola saß im Bad auf einem Stuhl vor seiner Wanne. Um ihn herum auf dem Boden lagen Wasser­fla­schen, auch Whiskey, Brot­stangen, Bücher und eine Decke, die ihm von den Schen­keln gerutscht sein musste. Seine Füße standen in der Bade­wanne in Salz­wasser, das von einer grün­brauen Farbe war. Es roch moorig in der Zelle gleich neben der Küche. Glück­li­cher­weise war Kekkola noch am Leben. Er hatte tatsäch­lich hohes Fieber. Ich bat einen Nach­barn um Hilfe. Wir hoben seine Beine vorsichtig aus dem Wasser, sie waren schwer entzündet, an seinen Zehen begann sich die Haut vom Körper zu lösen, eine Blau­krabbe hatte sich in seine linke Wade verbissen. Kekkolas Füße stanken fürch­ter­lich, er fluchte wie wir ihn ins Schlaf­zimmer schleppten. Vier Tage hatte er in beschrie­bener Haltung ausge­harrt, fünf Tage wollte er schaffen. Als ich die Bade­wanne, der Ausfluss war verstopft, von Hand auszu­schöpfen begann, entdecke ich einen jungen Horn­hecht, drei Atlan­ti­kaale, Sand­würmer, Glas­scherben, Schlick­gar­nelen, Muschel­schalen und fünf weitere Blau­krabben, die sich heftig wehrten. – stop
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3 uhr

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echo : 3.57 – Während der Nacht lange sitzen. Nichts tun. Nur atmen. Gegen drei Uhr Abstieg zur Straße. Die Treppe knarrt bei jedem Schritt vor Türen, hinter welchen Menschen schlafen. Auf der Straße ein leichter Wind. Es ist kühl geworden. In den Bäumen Geräu­sche, leise, leise, als würden die Vögel murmeln im Schlaf. Es ist aber deshalb, weil es nie wirk­lich dunkel wird in der Stadt. Stun­den­lang kann man sich über das Nahen des Morgens streiten. Wie ich zurück­komme, Licht weit oben, vier Fenster, beleuchtet, alle weiteren Fenster sind dunkel. Der Blick auf ein Haus, in dem ein Nacht­mensch wohnt. Plötz­lich bin ich wieder bei mir, trete in Zimmer, die vor Kurzem noch ohne mich gewesen sind. Mein Heft auf dem Tisch. Ich notiere: Es ist sinn­voll, Süss­was­ser­kie­men­men­schen von Salz­was­ser­kie­men­men­schen zu unter­scheiden. Ich muss den Satz nicht begründen. Noch Dunkel. – stop
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tcp

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tango : 16.01 – Während ich schlief, heute, wurden von einem Programm, welches das Herz meines Compu­ters wie eine schüt­zende Haut umgibt, 672 Versuche zurück­ge­wiesen, Verbin­dung aufzu­nehmen: No 53177 Rich­tung: einge­hend Aktion: vergwei­gert Typ: verdäch­tige Akti­vität Poto­koll: TCP – stop

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tango : 3.02 – Die Zeit, da ich die Sekunde der Nach­richt von einem Unglück, von einem Verbre­chen, einer Unge­rech­tig­keit, für ein Momentum gehalten habe, das Menschen, auch mich, sofort in eine innere oder tatsäch­liche Bewe­gung setzt. – stop

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ludmilla

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echo : 6.12 – Ich habe eine Email bekommen. Lesen Sie selbst: Verehrter Louis, wie geht es Ihnen? Ich hoffe, Sie sind wohl­be­halten zurück­ge­kehrt von Ihrer Reise. Leider konnten wir uns nicht treffen so wie noch im Januar geplant. Es ist schwie­riger geworden, das Haus zu verlassen. Ich fühle mich nicht länger sicher auf der Straße. Aber auch unter meinem eigenen Dach habe ich immer wieder das Gefühl, beob­achtet zu werden. Ich nehme an, es exis­tieren längst Ideen über mich, viel­leicht wird man sagen: Er könnte nun doch verrückt geworden sein. Aber natür­lich weiß ich, was ich tue und wovor ich mich fürchte. Im April war ich noch lange Stunden am Strand unter­wegs gewesen, besuchte meine Freundin Ludmilla, die abends vor dem Board­walk mit ihren Freuden im kalten Seewind sitzt. Ihr gehört jetzt ein Roll­stuhl, den sie von eigener Hand bewegen kann, weil sie zäh und leicht ist, Sie würden staunen. Irgend­wann muss ich das Haus wieder verlassen, das ist mir Herzens­wunsch, ich kann Ludmilla doch nicht verlieren, ohne sie noch einmal gesehen zu haben. Im Dezember wird sie 92 Jahre alt, da kann man an das Ende schon einmal denken, nicht wahr! Nun, ich will nicht klagen, bin sehr vorsichtig geworden. Wenn ich zum Einkaufen gehe einmal in der Woche, dann niemals allein, sondern immer in der Beglei­tung eines alten Freundes. Sie werden verstehen, dass ich seinen Namen nicht erwähne. Er ist zuver­lässig, hilft mir beim Tragen der Flaschen. Was ich sonst noch benö­tige, lass ich mir kommen. Ich erin­nere mich, jetzt da ich hier sitze und schreibe, dass ich als Kind einmal über­legte, eine Sprache zu erfinden, die nur ich verstehen kann. Ich hatte mir vorge­nommen, alle Wörter, die ich kannte, in meine neue Sprache zu über­setzen. Ich wollte lernen, mittels dieser Wörter zu denken. Seit wenigen Tagen nun arbeite ich daran, mir genau diesen uralten Wunsch zu erfüllen. Ist das nicht wunderbar! Viel­leicht werde ich mich bald wieder sicher fühlen. Seemöwen sitzen auf dem Balkon, ihre Augen wirken beizeiten so, als wären sie Objek­tive, die man füttern kann. Genug! Es ist Sonntag. Morgen werde ich Ihnen einen Brief von Papier über­mit­teln, in welchem ich eine Liste von Wörtern vermerkte, die Sie in Zukunft bitte nicht weiter verwenden, wenn Sie mir eine Email schreiben. Sie wissen, wo der Brief zu finden ist. Bis bald, mein lieber Louis. Ihr Michael – stop

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mauritius

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MELDUNG. Tief­see­ele­fanten, 588 hupende Rüssel­rosen, nahe Mauri­tius gesichtet. Man wandert in südli­cher Rich­tung. – stop

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ein seltsames buch

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echo : 1.18 – Seit zwei Stunden beob­achte ich ein Buch, das kein gewöhn­li­ches Buch ist, sondern ein selt­sames Buch. Dass es sich um ein selt­sames Buch handelt, ist dem Buch zunächst nicht anzu­sehen, weil es seiner äußeren Gestalt nach, ein übli­ches Buch zu sein scheint. Dieses hier auf meinem Tisch ist von einer blauen Farbe. Sobald man das blaue Buch in die Hände nimmt, wird man aber spüren, dass das Buch atmet, weil an seiner Rück­seite durch feine Lamellen warme Luft auszu­treten scheint. Das ist deshalb so, weil sich in dem Buch eine Rechen­ein­heit befindet, ein sehr kleiner Computer, der sich mit dem Text oder mit der Geschichte, die sich in dem Buch befindet, beschäf­tigt. Es handelt sich bei dem Buch­körper bei genauer Betrach­tung nämlich um eine Versamm­lung hauch­dünner Bild­schirme, auf welchen sich Zeichen befinden, Bild­schirme, die man umblät­tern kann. Was zunächst zu sehen ist, gleich auf welcher Seite das Buch aufge­schlagen wird, sind eben erwähnte Buch­staben oder Ziffern, die sich rasend schnell bewegen, sodass man nicht lesen, viel­mehr nur ahnen wird, was sich dort befinden könnte. Es ist dies der Moment, da der Computer des Buches jenen Text, den man mit eigenen Augen gerne sofort lesen würde, zu entschlüs­seln beginnt. Ein mögli­cher­weise aufwen­diges, zeit­rau­bendes Verfahren. Als ich das Buch kaufte, konnte mir der Händler der verschlüs­selten Bücher nicht sagen, wie lange Zeit ich warten müsse, bis der Text des Buches für mich sichtbar werden würde. Es berei­tete ihm Freude, ich bin mir sicher, auszu­spre­chen, was ich längst dachte, dass die Entschlüs­se­lung des Textes eine Stunde, einen Tag oder zwei­hun­dert Jahre dauern könnte, das sei immerhin das Prinzip, weshalb man ein Buch dieser Art erwerben wollte, dass man ein Buch besitzt, von dem man nicht sagen könne, ob es jemals lesbar werden wird. – Kurz nach Mitter­nacht. – stop

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kili­man­dscharo : 22.15 – Zur neuer­li­chen Kennt­nis­nahme: An diesem Samstag, 20. Juli 2013, wurden mittels meiner Schreib­ma­schine folgende Begriffe in fragender Absicht an eine Such­ma­schine gesendet > 96.07 Coper­nicus . Strom­chif­free . Blau­krabbe . Anwar as-Sadat . Pelikan­fisch . Enigma . Nawal El Saadawi . Mansura Essedin . Jim Jarmusch Only Lovers Left Alive. Menschen­streichler. Tide . Eisvogel . Marceo Parker . Lungen­mensch – stop

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seepocken

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olimambo : 2.18 – Sonntag. Große Hitze. – Zum ersten Mal habe ich eine Serie Foto­gra­fien betrachtet, die ich mit einer Kamera aufge­nommen hatte, während ich die Fifth Avenue in Manhattan südwärts spazierte. Ich hatte nur eine vage Idee, was auf diesen Foto­gra­fien einmal zu sehen sein könnte, weil ich den Foto­ap­parat mit der rechten Hand fest­hielt, die an meiner Seite baumelte. Ich stellte mir vor, meine Hand würde sich in eine Kamera verwan­delt haben, die in einem regel­mä­ßigen Abstand von etwa 5 Sekunden je eine Aufnahme machte. Wie erwartet, waren Taschen und Beine, Schuhe, Hosen, Röcke, Papier­körbe, Ampeln, der Asphalt, Rand­steine, Himmel, Wolken und Tauben zu sehen, Dächer sehr hoher Häuser gleich­wohl, Klima­an­lagen, die wie Seepo­cken an den Fassaden der Häuser sitzen, Feuer­lei­tern, Dampf­wolken, Gesichter von Menschen, die mir entge­gen­ge­kommen waren, sie sahen mich an, nicht die Kamera, sondern mich selbst viel­leicht, oder sie sahen vor sich hin, lachten, träumten. Manche der Menschen aßen, einige trugen dunkle Brillen, weil die Sonne sehr tief in die Strasse leuch­tete, andere hatten Hüte auf dem Kopf, es waren ein paar sehr müde Gesichter darunter, kaum jemand rauchte. Ich habe in dieser Art und Weise des Gehens 1524 Aufnahmen gemacht. Keiner der foto­gra­fierten Menschen schien indessen bemerkt zu haben, dass ich ihn abge­bildet hatte. Aber es ist denkbar, dass der ein oder andere der foto­gra­fierten Menschen mein Tun bemerkte, nachdem ich längst vorüber­ge­gangen war, ein Gedanke, ein Gefühl, ein Verdacht, langsam, sehr viel lang­samer als das Licht, das ich gerade noch einge­fangen hatte. – stop

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ein mantel

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papa : 2.45 – Kurz nach Mitter­nacht war ich zum Kühl­schrank gelaufen, um für einige Minuten meine rechte Hand ins Eisfach zu legen. Als ich wieder zurück­kehrte in mein Arbeits­zimmer konnte ich sie ange­nehm deut­lich zu spüren, kühl, und auch die warme, feuchte Luft auf der Haut meines Körpers, ein schwerer Mantel, den ich in dieser Nacht ein- und ausatme, jeder Zug eine flüch­tige Bewe­gung im Hals. Da war noch etwas Selt­sames. An meinem Unterarm entdeckte ich ein Gebiet, das ich sehen, jedoch nicht erfühlen konnte, als wäre meine Eisfach­hand nicht länger mit mir verbunden. – stop

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lufteis

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ulysses : 0.22 – Ob es geheim­dienst­li­chen Analy­se­ma­schinen möglich ist, zwischen fiktiven Texten und  nicht­fik­tiven Texten zu unter­scheiden? – Weiterhin Wärme in den Zimmern. Kaum Fliegen, viel­leicht weil es draußen schön kühl ist. Gewit­ter­duft, würzig nach Moos und Fröschen. Ich erin­nere mich in diesem Moment vor einigen Jahren einen beson­deren Kühl­schrank in Empfang genommen zu haben, einen Behälter von enormer Größe. Ich wieder­hole, dass dieser Kühl­schrank, in welchem ich plane im Sommer wie auch im Winter kost­bare Eisbü­cher zu studieren, eigent­lich ein Zimmer für sich darstellt, ein gekühltes Zimmer, das wiederum in einem hölzernen Zimmer sitzt, das sich selbst in einem größeren Stadt­haus befindet. Nicht dass ich in der Lage wäre, in meinem Kühl­schrank­zimmer auf und ab zu gehen, aber es ist groß genug, um einen Stuhl in ihm unter­zu­bringen und eine Lampe und ein kleines Regal, in dem ich je zwei oder drei meiner Eisbü­cher ausstellen werde. Dort, in nächster Nähe zu Stuhl und Regal, habe ich einen weiteren klei­neren, äußerst kalten, einen sehr gut isolierten Kühl­schrank aufge­stellt, einen Kühl­schrank im Kühl­schrank sozu­sagen, der von einem Notstrom­ag­gregat mit Energie versorgt werden könnte, damit ich in den Momenten eines Strom­aus­falles ausrei­chend Zeit haben würde, jedes einzelne meiner Eisbü­cher in Sicher­heit zu bringen. Es ist nämlich eine uner­träg­liche Vorstel­lung, jene Vorstel­lung warmer Luft, wie sie meine Bücher berührt, wie sie nach und nach vor meinen Augen zu schmelzen beginnen, all die zarten Seiten von Eis, ihre Zeichen, ihre Geschichten. Seit ich denken kann, wollt ich Eisbü­cher besitzen, Eisbü­cher lesen, schim­mernde, kühle, uralte Bücher, die knis­tern, sobald sie aus ihrem Schnee­schuber gleiten. Wie man sie für Sekunden liebe­voll betrachtet, ihre polare Dichte bewun­dert, wie man sie dreht und wendet, wie man einen scheuen Blick auf die Texturen ihrer Gaszei­chen wirft. Bald sitzt man in einer U-Bahn, den leise summenden Eisbuch­rei­se­koffer auf dem Schoß, man sieht sich um, man bemerkt die begeis­terten Blicke der Fahr­gäste, wie sie flüs­tern: Seht, dort ist einer, der ein Eisbuch besitzt! Schaut, dieser glück­liche Mensch, gleich wird er lesen in seinem Buch. Was dort wohl hinein­ge­schrieben sein mag? Man sollte sich fürchten, man wird seinen Eisbuch­rei­se­koffer viel­leicht etwas fester umarmen und man wird mit einem wilden, mit einem entschlos­senen Blick, ein gieriges Auge nach dem anderen gegen den Boden zwingen, solange man noch nicht ange­kommen ist in den fros­tigen Zimmern und Hallen der Eisma­ga­zine, wo man sich auf Eisstühlen vor Eisti­sche setzen kann. Hier endlich ist Zeit, unterm Pelz wird nicht gefroren, hier sitzt man mit weiteren Eisbuch­be­sit­zern vertraut. Man erzählt sich die neuesten arkti­schen Tief­see­is­ge­schichten, auch jene verlo­renen Geschichten, die aus purer Unacht­sam­keit im Laufe eines Tages, einer Woche zu Wasser geworden sind: Haben sie schon gehört? Nein! Haben sie nicht? Und doch ist keine Zeit für alle diese Dinge. Es ist immer die erste Seite, die zu öffnen man fürchtet, sie könnte zerbre­chen. Aber dann kommt man schnell voran. Man liest von uner­hörten Gestalten, und könnte doch niemals sagen, von wem nur diese feine Luft­eis­schrift erfunden worden ist. – stop

polaroidcassini

tabak

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nordpol : 5.52 – Saß am Strand, schleu­derte Steine ins Wasser. Für jeden der geschleu­derten Steine klet­terte ein Mensch aus dem Wasser, es waren unge­fähr zwanzig Steine, die ich warf, also zwanzig Menschen. Diese Menschen waren von sehr leichter Gestalt, Menschen, deren Haut aus Perga­ment zu bestehen schien, sie raschelten in dem sie sich bewegten. In der Nähe eines Waldes, der den Strand zum Landes­in­neren begrenzte, knieten sie nieder und begannen sich gegen­seitig aus der Haut zu helfen. Sie gingen sehr behutsam vor und sie summten und wurden immer leiser, denn unter ihrer trockenen Haut, einer ersten Schicht, lag eine weitere, auch diese Schicht legten sie ab, und immer so fort, bis sie kaum noch zu sehen waren. Zuletzt konnte ich nur noch eine einzelne tabak­far­bene Gestalt erkennen, die die Häute der verschwun­denen Menschen sorg­fältig aufein­ander schich­tete und mit Steinen beschwerte. Dann setzte sie sich neben mich. Sie schien zu warten. Ich wachte auf. – stop
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kairo nachts

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india : 17.02 - Gigi Ibrahim , ägyp­ti­sche Akti­vistin, twit­tert von Mitter­nacht bis 10 Uhr morgens folgende Sequenzen in engli­scher Sprache, 42 Tweets in arabi­scher Sprache sind an dieser Stelle nicht wieder­ge­geben: 

Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 17h 

My friend’s uncle was shot and killed in ‪#Alex­an­dria along 5 others +100s injured while millions of people chee­ring Sisi to end bloodshed
 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 17h 

Follow ‪@Fo2ElSoto7 repor­ting on his uncle’s death and the injured from inside the hopital in ‪#alex­an­dria ..may he RIP :(

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 17h 

Follow ‪@Moud_Aly for updates in ‪#Alex­an­dria
 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 17h 

Comrade Medhat El Shin­nawy got detained by police in ‪#Damitta for raising anti-SCAF banner along with Susan Ghoniem and others

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 17h 

The situa­tion in ‪#alex­an­dria is intense, 150 arrested inclu­ding women and injured (trans­la­tion of ‪#PT ) armed thugs around the mosque
 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 16h 

‪@Beltrew by 6 oct brigde on nasr st …it’s far from center that why u cant see it
 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 16h 

‪@alaa ‪@Fo2ElSoto7 while army and police there but not inter­vening

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 14h 

Reprots on clashes by ‪#Rabaa pro Morsy sit-in resul­ting in 3 dead and many injured (so far), seems like Sisi’s mandate is in effect.

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 14h 

I live in ‪#NasrCity close to ‪#Rabaa and I can hear the sound of the ambu­lances there
 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 13h 

‪@MowSamy the ques­tion is how did these weapons get there in the first place?
 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 13h 

‪@QALAWA ‪@MowSamy exactly then who is respon­sible and should be prose­cuted? The leaders of ikhwan not killing protes­ters
 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 13h 

‪@MowSamy to arrest the leaders of ikhwan even go into the sitin to capture them, why r these ppl still free?
 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 12h 

I am hearing gun shots from home ..near rabaa ‪#NasrCity

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 11h 

I liter­ally am hearing machine guns being fired ‪#NasrCity near ‪#Rabaa

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 11h 

Still hearing gun fire being shot while sitting home near / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 11h 

It’s a bit ironic that the tear gas being fired at Pro-Morsy protes­ters was probably shipped/delivered under Morsy to be used against us

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 11h 

It is also ironic to read tweets coming from ‪#Rabaa abt how horrible the tear gas is,simply cuz it has been a while since MB have smelled it

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 11h 

Let me be clear,I didnt join protests calling for Sisi’s mandate &i’m against Morsy & ‪#Rabaa sitin but I only believe in one slogan ‪#ACAB

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 11h 

Repe­ti­tive gun shots ‪#NasrCity ..near ‪#Rabaa

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 11h 

‪@0301kalam check my time­line u idiot ‪#block! / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 10h 

I love hearing chruch bells in the morning ..for a change ‪#NasrCity

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 10h 

Still hearing gun shots being fired repe­ti­tively ‪#NasrCity …near ‪#Rabaa
 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 9h 

‪#Rabaa field hospital via ‪@soltanlife / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 9h 

GRAPHIC people killed at ‪#Rabaa via ‪@3askarKateloon / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 9h 

GRAPHIC I’m against Morsy, against Sisi/SCAF mandate and against police killing protes­ters (pic) / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 9h 

The sound of gun fire on and off since 3am until now ..near ‪#Rabaa ‪#NasrCity

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 9h 

GRAPHIC makes­hift hospital 4hrs ago via ‪@moh_sawaf / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 9h 

:( RT ‪@kfahim: Nine­teen bodies in the ‪#Rabaa field hospital just now. / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 8h 

I haven’t slept all night and I cant sleep ..this is really too much happe­ning to take in at once ‪#mental­b­reak­down

 Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 8h 

I am hearing someone yelling “ya allah” on the street by my house near ‪#Rabaa ‪#NasrCity

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 8h 

I have a problem w/ people who are ok & actually happy w/mascares even if I oppose those being killed & would like to see them prose­cuted

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 8h 

MB will not leave any easier now and anyone who was ever in clashes b4 never forgets the moment ur friend was killed regard­less of the cause

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 8h 

I will never forgive all the 60 years of past regimes, poli­tical corrup­tion & dicta­tor­ship is the root of all night­mares we are living today

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 7h 

‪@Agenda_kid ‪@SoniaElSakka ‪@TheKaouther ‪@hfakhry dont open ur mouth before actually knowing what u r talking about ‪#idiot

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 7h 

:(( I still cant sleep ..I will try

 / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 8h 

Seems like in all Arab Spring states, ques­tion of poli­tical Islam is domi­na­ting the streets and the poli­tical scene ‪#Tunisia ‪#Egypt ‪#Libya / Gigi Ibrahim ‏‪@Gsquare86‬ 11m 

I woke up hoping that the massacre at Rabaa was just a night­mare to find out that I am daydrea­ming ..last night was a tragedy RIP

 – stop :::  gigi ibrahim on twitter
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lunar caustic

9

sierra : 22.02 – Wie ich an diesem schönen warmen Sonn­tag­abend aus dem Fenster sehe, entdeckte ich eine Eidechse, die sich bis zu mir hinauf unter das Dach vorge­ar­beitet hatte. Sie saß nur eine Armlänge entfernt, gelbe Augen, blau­grün schil­lernde Haut und beob­ach­tete mich natür­lich. Ich konnte nicht entscheiden, ob sie mich nun mit den Augen oder mit ihrer nervösen Zunge präziser zu erfassen vermochte. Ich schien ihr nicht verdächtig gewesen zu sein, das schlanke Tier flüch­tete nicht. Im Gegen­teil, die Eidechse kam noch näher heran, kauerte bald auf dem Fens­ter­brett, das warm von der Sonne war, und schaute wie ich gegen den Himmel. Es war ein schöner Himmel voll bauschiger Wolken, die sich kaum bewegten. Nach einer Vier­tel­stunde zog ich mich vorsichtig vom Fenster zurück, hoffte, die Eidechse würde in mein Zimmer kommen, würde einige Wochen Lebens­zeit bei mir verbringen, über die Wände meiner Wohnung huschen, Fliegen und Falter jagen, die meine Räume in großer Zahl bewohnen. Es ist jetzt 22 Uhr. Bislang ist am Fenster noch nichts geschehen. Ich wüsste gerne, ob es zu diesem Zeit­punkt sinn­voll wäre, das kleine Tier mit etwas Fleisch oder Musik anzu­lo­cken, Stra­winsky, zum Beispiel, oder Coltrane. Ja, dieser Abend ist ein sehr ange­nehmer Abend. Endlich ist es mir gelungen, für Mr. Oe Som eine Liste von Büchern zu erstellen, die unbe­dingt in die Sphäre wasser­fester Lektüren tran­skri­biert werden sollten. Ich habe folgende Auswahl über­mit­telt: Alice Munro Collected Stories . Louis Begley Novels . Max Frisch Montauk . Don DeLillo The Body Artist . James Salter Collected Srories . Jeffrey Euge­n­idis Middkesex . Bruce Chatwin The Song­lines . Conrad Aiken Strange Moon­light . Samuel Beckett Krapps Last Tape . Italo Calvino Der Baron auf den Bäumen . Elias Canetti Die Stimmen von Marra­kesch . Jürg Feder­spiel Die Ballade von der Typhoid Mary . Albert Sanchez Pinol Im Rausch der Stille . John Stein­beck Travels with Charley . José Saramago Kleine Erin­ne­rungen . H.G.Wells The Island of Dr. Moreau . Paul Auster Red Note­book . Charles Simmons Salt Water . Jack Kerouac Book of Dreams . Malcolm Lowry Lunar Caustic . Patricia Highsmith Stories . Natalie Sarraute Kind­heit . Herta Müller Herz­tier . Lutz Seiler Die Zeit­waage – stop

polaroidmother

ai : MEXICO

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MENSCHEN IN GEFAHR : “Der Menschen­rechtler Herón Sixto López ist im mexi­ka­ni­schen Bundes­staat Oaxaca verschleppt und getötet worden. Amnesty Inter­na­tional befürchtet, dass auch seine Familie und Kolle­gInnen in Gefahr sind. Am 20. Juli wurde die Leiche des Menschen­rechts­ver­tei­di­gers Herón Sixto López nahe der Gemeinde San Sebas­tián Teco­maxt­la­huaca im Bundes­staat Oaxaca im Süden Mexikos gefunden. Sie wies mindes­tens sechs Schuss­wunden auf. Herón Sixto López war am 15. Juli als vermisst gemeldet worden; an diesem Tag war er zuletzt in seinem Büro des Orien­tie­rungs- und Bera­tungs­zen­trums für indi­gene Völker (Centro de Orien­ta­ción y Asesoría a Pueblos Indígenas – COAPI) gesehen worden. Sein Verschwinden wurde bei der Staats­an­walt­schaft von Oaxaca in Juxtla­huaca offi­ziell ange­zeigt. / Herón Sixto López setzte sich in lokalen Gemeinden für die Rechte indi­gener Gruppen ein. So vertrat er beispiels­weise das indi­gene Volk der Mixteken in Land­strei­tig­keiten. In den letzten Monaten seines Lebens hatte er zahl­reiche anonyme Anrufe erhalten. Einer der Anrufer sagte ihm offenbar, dass man ihn “verschwinden” lassen würde. Seit seinem Tod haben seine Fami­li­en­an­ge­hö­rigen Vorfälle ange­zeigt, die den Schluss nahe­legen, dass sie sich eben­falls in Gefahr befinden. Am 21. Juli wurde die Familie nach der Beer­di­gung von Herón Sixto López von einem Auto verfolgt. / Die Umstände, die zum Tod von Herón Sixto López führten, müssen noch in vollem Umfang geklärt werden. Dabei ist es aller­dings wichtig, dass ein etwaiger Zusam­men­hang mit seiner Menschen­rechts­ar­beit umfas­send unter­sucht wird.” – Hinter­grund­in­for­ma­tionen sowie empfoh­lene schrift­liche Aktionen, möglichst unver­züg­lich und nicht über den 5. September 2013 hinaus, unter »> ai : urgent action

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zanzibar

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MELDUNG. Zanzibar, 8 Mten­deni St. nahe Malawi Road, 2. Etage, stei­nernes Zimmer : Kirsche No 2762 [ Marmor, Carrara : 2.88 Gramm ] voll­endet. – stop

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