bonsai bryant park

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lima : 3.08 – In New York spazie­rend die Einsicht, Geheim­dienste, ihre Menschen, ihre Appa­ra­turen, sind hier tatsäch­lich sehr geheim. Ich stellte mir Menschen vor, die auf Dächern in Wasser­türmen leben. Aber diese Menschen sind keine Geheim­dienst­men­schen, sondern Aben­teurer oder arme Personen. In der Subway die Durch­sage, Radio­ge­räte seien für diesen Tag verboten. Ich bin fast allein im Wagon. Eine Frau, die mir gegen­über­sitzt, schläft geduldig, das heißt, sie dämmert vor sich hin, schläft nicht wirk­lich, sie scheint sich mit ihrer Lage arran­giert zu haben. Next stop Jamaica. Menschen in der Subway sind zunächst einmal Menschen, die Zeit­räume passieren. Die Erfah­rung der langsam dahin flie­ßenden Reise­zeit hinter geschlos­senen Augen scheint ange­nehmer zu sein als die Erfah­rung der Reise­zeit mit geöff­neten Augen. Meine Zeit ist eine Rasende. Spät­abends eine Roll­treppe im Bahnhof Lexington Avenue Höhe 86. Straße, die singt. Wasser tropft. In den Wänden sehr langsam rotie­rende Räder, die die Luft bewegen. Einmal für ein Jahr im Bryant Park als Bonsai-Mensch in den Bäumen exis­tieren. Was würde ich hören, wäre ich ein Hund? – stop
ping

bei harrods

picping

MELDUNG. Auto­mo­bile, folgende, wurden nach einem Kauf­haus­be­such zu London in Martha B., 88, vorge­funden. Magen – Bentley Coupe 6 [ 1934 ] , Dünn­darm -1 Craw­shay-Williams 20 HP [ 1906 ], Dick­darm – Citroen C2 [ 1922 ]. Ein nach­sich­tiger Richter hatte die Durch­su­chung des hoch­be­tagten Bauches einer­seits, sowie unmit­tel­bare Rück­füh­rung der Fahr­zeuge in das Waren­haus Harrods an der Brompton Road ande­rer­seits, drin­gend empfohlen. – stop

ping

elfmeter

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charlie : 6.55 – Von einer faszi­nie­renden Geschichte wird berichtet, die sich in der Fußball­welt ereignet haben soll. Man erzählt, ein bären­starker wie fröh­li­cher Spieler der nieder­län­di­schen Natio­nal­mann­schaft sei während eines Spieles im Torraum der gegne­ri­schen Mann­schaft mehr­fach zu Flug­ver­su­chen gestartet. Er flog tatsäch­lich durch eigene Kraft je drei bis vier Meter durch die Luft. Es handelte sich bei diesen Flug­ver­su­chen um sehr gefähr­liche Kommu­ni­ka­tionen mit einem Schieds­richter, der sich in zweien der Fälle nicht, einmal jedoch ange­spro­chen fühlte. Er verfügte einen Elfmeter, der zu einem Torer­folg führte. Im unmit­tel­baren Anschluss an das Spiel soll der flie­gende, fröh­liche Fußball­spieler sich für einen seiner Flug­ver­suche entschul­digt haben, nicht jedoch für letz­teren, der zu einem Elfmeter führte, diesen habe er nur erfunden. – stop
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zola jackson

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marimba : 3.25 – Leichter, gnädiger Regen heut Nacht. Gegen zwei Uhr nehme ich Gilles Leroys Roman Zola Jackson zur Hand. Ich schaue auf die Uhr, fange an zur vollen Stunde, versuche so viele Seiten des Buches zu lesen in dieser kommenden Stunde wie möglich, ohne auf Gefühle, die Wörter erzeugen könnten, verzichten zu müssen. Um drei Uhr lege ich das Buch zur Seite. Drei Falter sind in die Wohnung vorge­drungen. Ich weiß nicht weshalb, ich meine in ihren pelz­ar­tigen Erschei­nungen verklei­dete Wesen erkennen zu können. Wenn ich einen Gedanken, der viel­leicht seltsam ist, der Erfin­dung sein könnte, lange genug betrachte, vermag ich die Konse­quenzen dieses Gedan­kens wahr­zu­nehmen, als wäre die Erfin­dung tatsäch­lich vor mir in der Luft, und flat­terte herum, und suchte an den Wänden meines Zimmers nach einem Ausgang in den Tag, der niemals exis­tierte. – stop
polaroidlungen

mailand

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ulysses : 6.56 – Die folgende Nach­richt ist selbst­ver­ständ­lich Wort für Wort erfunden. Auch Satz­zei­chen, die in der erfun­denen Nach­richt enthalten sein werden, sind vermut­lich nicht authen­tisch. Wenn Sie also von erfun­denen Nach­richten nichts halten, sollten Sie nicht weiter­lesen. Hier beginnt es sofort, bereits der nächste Satz wird erfunden sein, die ganze Geschichte, die sich im geschäf­tigen Mailand gegen­wärtig in der Stazione Centrale ereignet. Zwei­hun­dert sehr beson­dere Zwerg­baum­m­äuse sollen auf einem Labor­trans­port befind­lich aus dem Besitz der städ­ti­schen Univer­sität entkommen sein. Wenn ich das spezi­elle Vermögen dieser flüch­tigen Mäuse beschreiben wollte, müsste ich sie zunächst als funkende Zwerg­baum­m­äuse oder schlicht als Funk­baum­m­äuse bezeichnen. Sie funken tatsäch­lich, sind, präzise formu­liert, in der Lage mittels einer tech­ni­schen Erwei­te­rung ihres Gehirns, Notruf­zen­tralen von Polizei und Ambu­lanz anzu­wählen. Das machen sie gern, ohne jedoch mit einer der ange­wählten Stellen je zu kommu­ni­zieren. Sie schweigen statt­dessen oder piepsen voll­ständig unhörbar. Vermut­lich haben sie von ihren Tele­fon­an­rufen persön­lich keine Kenntnis, immer dann, wenn sie rechts herum im Kreise tanzen, senden sie ihren Code weil sie nicht anders können. Man möchte sie nun gern zum Schweigen bringen, man rückte ihnen mit süßen Giften, die sie nicht zu sich nahmen, und Blas­rohren zu Leibe. Umsonst. Jetzt wartet man darauf, dass sie bald alt werden und sterben, viel­leicht in einem Monat schon werden sie ausrei­chend alt geworden sein, niemand weiß das genau zu sagen. Noch immer sind sie sehr schnell, ihr Fell ist seidig, es schim­mert rötlich, und ihre Augen sind von einem vornehmen Blau, sie funkeln, manchmal leuchten sie rot. Auf den Köpfen der Zwerg­baum­m­äuse wachsen wieder Haare, die noch seidiger sind als die Haare ihres Bauches oder ihres Rückens. Die Stirn krönt eine Ausbuch­tung, nicht größer als eine Steck­nadel. Wenn man sie so sieht, möchte man sie gern in die Hand nehmen und behutsam schüt­teln. – stop

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mohn

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delta : 4.02 – In einem Brief, von dem ich berichten darf, erzählt M. von der kurdi­schen Land­schaft, in der sie groß geworden war, eine karge Gegend, Gebirge. Ich kenne den Namen der kleinen Stadt, in der M. die höhere Schule besuchte, ja, ich kenne den Namen dieser Stadt mit ihren braunen und grauen Häusern. Ich darf beschreiben den Schnee, der Meter hoch in den Dörfern lag, aber nicht den Namen der Dörfer selbst, oder den Namen der Stadt, die zwei Fußstunden entfernt von M.s Heimat­dorf am Fuße eines Berges liegt, der so hoch in den Himmel ragt, dass manchmal der Schnee auf seinen Gipfel­hängen über den Sommer hin liegen bleibt. Wie lang der Tag sein kann, wenn man allein ist, schreibt M. Wenn ihr schwer sei, spiele sie mit Steinen, die sie gegen eine Wand ihres Zimmers werfe, es ist ein Kinder­spiel, und die Steine sind so alt wie M. selbst. Sie erin­nert sich, dass ihre Brüder im Sommer, man konnte den Schnee auf dem hohen Berg in der Nähe leuchten sehen, auf einer Wiese über dem Dorf Fußball spielten. Es war ein stark geneigtes Spiel­feld, man spielte bergauf oder man spielte bergab. Die jungen Männer hatten zum Tal hin einen Stein­wall errichtet, um den Ball daran zu hindern, ins Tal zu rollen. Jetzt, schreibt M., sei die Wiese wieder eine Wiese ohne Tore. Im Früh­ling wächst auf der Wiese Mohn, dass alles ganz rot ist. Von den Brüdern lebt nur noch einer, von dem niemand weiß, wo er sich befindet. – stop
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rio gallegos

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MELDUNG. Rio Gallegos, Pelli­grini No 5, 2. Etage, stei­nernes Zimmer : Kirsche No 655 [ Marmor, Carrara : 3.08 Gramm ] voll­endet. – stop

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von herzohren schmeckknospen schwefel

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nordpol : 2.28 – In der vergan­genen Nacht das Wesen der Schmeck­knospen studiert, außerdem eine anato­mi­sche Geschichte, die sich mit dem Wort Schmeck­knospen verbindet. Der Himmel blitzte ohne Donner, kaum Regen. Ich atmete mit Vorsicht, die Luft duftete nach Schwefel. Während ich las, bemerkte ich, dass ich auch im Lesen sehr langsam geworden bin. Manchmal lese ich so langsam, dass ich nicht Satz für Satz, sondern Wort für Wort vorwärts lese, jedes Wort, sagen wir, wahr­nehme wie es ist. Während ich insge­samt lang­samer werde, scheinen viele Menschen um mich her schneller zu werden, sie lesen immer schneller, und sie lieben immer schneller, und sie schreiben immer schneller, und ihre Schuhe fallen ihnen vom rasenden Gehen immer schneller von den Füßen. Und Ihre Wohnungen wech­seln Stadt­men­schen so rasant wie früher andere Personen ihre Zimmer in Hotels. Ich kann nicht sagen, ob ich nicht viel­leicht schon viel zu langsam geworden bin für das moderne Leben. Sicher ist, ich spreche noch immer viel zu schnell, auch für sehr schnelle Menschen spreche ich viel zu schnell. Wenn ich Herz­ohren sehr schnell erzähle, fällt niemandem auf, dass ich von Herz­ohren erzählte, man glaubt, ich erzählte von Herzen und ande­rer­seits von Ohren. Einmal wanderte ich sehr langsam von einem Zimmer in ein anderes. Ich beob­ach­tete mit großer Freude, dass ich in meiner Haut alles das, was notwendig für das Leben sein würde, von dem einen Zimmer, in dem ich aus dem Fenster geschaut hatte, in das andere Zimmer, in dem ich ein weiteres Buch lesen wollte, mit mir genommen hatte, nichts blieb zurück. – stop

polaroidstrandszene

sofia

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delta : 5.57 – Im Flug­ha­fen­ter­minal 1 exis­tiert ein Mann, den ich vor sieben oder acht Tagen bemerkte. Ich war an einer Bank vorüber gekommen, auf welcher der Mann schla­fend lagerte. Bevor er einge­schlafen war, muss er seine Schuhe sorgsam neben­ein­ander unter das fest­ge­schraubte Bett gestellt haben. Sein Kopf ruhte auf Armen, die in den Ärmeln eines hell­blauen Hemdes steckten. Er trug keine Strümpfe. Koffer waren in seiner Nähe nicht zu sehen. An jedem Morgen seither, sah ich ihn wieder, immer in der selben Posi­tion auf der selben Bank liegend. Auch seine Schuhe waren immerzu anwe­send. Gestern hatte ich den Eindruck, als würde der Mann mögli­cher­weise gar nicht exis­tieren, sondern wäre nur eine Idee, ein Bild, aber der Mann atmet, das ist gut zu sehen. Auch scheint er sich zu rasieren, wenn ich nicht da bin. Er muss seit seiner Ankunft mehr­fach aufge­wacht sein, um zu trinken oder zu essen oder ein wenig zu spazieren. Dieser Mann könnte der einzige Mensch sein, den ich seit langer Zeit kenne, ohne seine geöff­neten Augen je gesehen zu haben. Er kommt viel­leicht aus Buka­rest, oder aus Athen, Belgrad, Sofia, das ist denkbar. – stop

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am karibasee

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alpha : 20.22 – Nadine Gordimer erzählte vor wenigen Tagen in einem Fern­seh­ge­spräch, man habe vor langer Zeit ihren Roman Burger’s Daughter auf geheimen Wegen zu Nelson Mandela ins Gefängnis geschmug­gelt. Auf den selben geheimen Wegen sei ihr kurz darauf ein persön­li­cher Brief Nelson Mandelas über­mit­telt worden, zeit­le­bens ein kost­bares Doku­ment. Ich hörte Nadine Gordi­mers helle Stimme zum ersten Mal. Während ich lauschte und ihr anmu­tiges Gesicht betrach­tete, erin­nerte ich mich an den ersten Moment, da ich vor Jahren die Lektüre einer ihrer Erzäh­lungen aufge­nommen hatte, Some­thing out There. Ich folgte damals nach wenigen Sätzen dem Wunsch, in der digi­talen Sphäre eine Foto­grafie des Kari­ba­sees zu suchen, weil Nadine Gordimer vom künst­li­chen Gewässer in der Savan­nen­land­schaft erzählte, von Elefanten gleich­wohl, die sich in seine Fluten stürzten, um uralten Wander­routen zu folgen. – Was hatten die ertrin­kenden Tiere dort unter dem Wasser­spiegel gesehen? – Wovon hatten sie gehört in ihrer letzten Lebens­se­kunde? – Ich las von der Tiefe des Sees, von Fischen, die in ihm leben sollen, von der Luft­feuch­tig­keit und vom Gewicht der Elefan­ten­körper, von der Biodi­chte ihrer Körper und von Kulturen in Seenähe siedelnder Menschen. Und während ich so vor mich hin studierte, von Seite zu Seite, von Link zu Link, verging eine Stunde Zeit. Plötz­lich erin­nerte ich mich an das Buch, das ich neben mir abge­legt hatte, und setzte meine Lektüre fort. – Heute ist Nadine Gordimer gestorben. – stop

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geschichte von einem chinareisenden

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olimambo : 0.28 – Alles fing damit an, dass M. ein beson­deres Schul­heft, welches sich seine Tochter wünschte, nicht bezahlen konnte. In dieser Sekunde, da er die Enttäu­schung in den Augen des Kindes wahr­nehmen musste, entschloss sich der Vater zu handeln. Er rangierte sein kleines Auto aus der Garage, rollte Ersatz­reifen und Fahr­räder in den Garten, fegte Blätter und Papiere auf die Straße, entfernte Ölfle­cken und Spin­nen­netze, dann begann er zu sparen. Er sparte so sehr, dass er mager wurde. Manchmal besuchte er abends nach der Arbeit seine Garage und stellte sich vor, mit welch wunder­baren Waren er sie bald füllen würde. Als er lange genug gespart hatte, 12 Monate und drei Wochen, setzte er sich in ein Flug­zeug und reiste nach China. Es war ein Aben­teuer, er konnte weder Chine­sisch und noch Englisch, er konnte nur die türki­sche und ein wenig die deut­sche Sprache. Am Flug­hafen wurde er abge­holt von einem Lands­mann, den er seit sehr langer Zeit kannte. Sie fuhren aus der Stadt Peking heraus nord­wärts nach Yanging, dort besuchten sie eine Fabrik, die DVD-Scheiben produ­zierte, sie war groß wie eine kleine Stadt. Zwei Tage blieb M. noch in Peking, er besuchte den Platz des himm­li­schen Frie­dens, dann flog er zurück nach Europa. Vier weitere Monate später landete ein Container im Hamburger Hafen an. Einhun­dert­tau­send DVD-Scheiben, unbe­spielt, waren im Container enthalten. Zu diesem Zeit­punkt ist das Ende der Geschichte, einer wahren Geschichte, noch voll­ständig offen. stop. Zwei Uhr acht­und­zwanzig in Gaza City. – stop

polaroidbadende1

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MELDUNG. Südlich von Munsala auf der Nord­piste nach Kokkola wurde gegen 5 Uhr am Nach­mittag eine Spiel­kon­sole der Sony­werke von einem Schwer­trans­porter über­rollt, des weiteren das Lappen­kind Pikka, 12 Jahre, 1 Sekunde später. – stop

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5 uhr 3

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zoulou : 5.03 – Ich erhoffe Demons­tra­tionen auf euro­päi­schen Straßen für einen fried­li­chen Dialog zwischen den Bürgern Israels und den Bürgern Paläs­tinas. Menschen ermu­tigen, die nicht schiessen, die zuhören, die spre­chen wollen. Sie exis­tieren! – stop

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im garten

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ulysses : 2.28 – Um mir eine Freude zu machen, gehe ich nachts noch in den Garten. Grüne Falter mit hauch­dünnen Flügeln sind unter­wegs im Dunkeln. Eigent­lich können sie über­haupt nicht fliegen wie sie wollen, sondern werden von feinsten Strö­mungen der Luft diri­giert. Kaum habe ich meinen Mund geöffnet, liegt ein flat­ternder Körper auf der Zunge. Sie schme­cken bitter und sie wehren sich tapfer. Diese Fliegen also, und diese Nacht, ster­nen­klar. Ich steh ganz still, höre einem Flug­zeug zu, das südwärts fliegt. Ich warte. Plötz­lich ist im Garten jenseits des Zaunes ein Geräusch zu hören. Ein Mann geht gebückt unter Bäumen. Es raschelt. Ich kenne diesen Mann, ich kenne ihn nicht gut, aber ich weiß, dass er bald eine Taschen­lampe zücken und in die Knie gehen wird. Er spricht dann, aber so leise, dass ich nichts von den Wörtern hören kann, nicht einmal kann ich sicher sein, dass er Wörter spricht, viel­leicht singt er nur vor sich hin, singt während er mit einer Taschen­lampe Gräser beleuchtet. Noch vor wenigen Tagen habe ich mich über den Mann gewun­dert. In dieser Nacht wundere ich mich nicht. Ich habe erfahren, dass der Mann sich bückt mit seinem Licht, um nach Schne­cken zu suchen. Ich stellte mir vor, der Mann würde seine Beute in eine seiner Hosen­ta­sche stecken. Aber so ist das ganz und gar nicht. Sobald der Mann eine Schnecke findet, zückt er im Licht der Taschen­lampe eine Schere und schneidet die Schnecke in zwei Teile, so dass sie sich nicht mehr bewegen kann, weil sie tot ist. Ein laut­loser Vorgang, so lautlos, dass ich ihn lange Zeit nicht bemerkte, ja, viel­leicht niemals bemerkt haben würde, hätte ich nicht von dem selt­samen Verhalten des Mannes erzählt. Nun weiß ich, warum er sich bückt. Noch zehn Minuten, dann geht er wieder ins Haus zurück und auch ich werde nicht mehr da sein. – stop

ping

stimmen

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ulysses : 4.02 – Manchmal, in letzter Zeit, vermag ich mir Stimmen vorzu­stellen, die ich nicht kenne oder wieder­kenne. Stimmen, die ich mögli­cher­weise  noch nie zuvor im wirk­li­chen Leben wahr­ge­nommen habe, höre ich deut­lich. Das ist merk­würdig viel­leicht, weil ich bislang vermu­tete, in meiner Vorstel­lungs­kraft würden nur Stimmen aufge­rufen, sofern ich ein bekanntes oder vertrautes Gesicht zur Stimme finden kann. Das Gesicht muss zunächst anwe­send sein, dann kann die Stimme mit einem Satz, einem Wort oder einem Lachen folgen. Nun aber Stimmen, die mir fremd sind, Stimmen, die ich erfinde, gemischte Stimmen oder alternde Stimmen. – stop

polaroidtanz

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