mi oksana

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tan­go : 0.08 — Gestern erre­ichte mich eine skur­rile E-Mail ein­er Frau namens Mi Oksana. Es ist denkbar, dass diese E-Mail eigentlich von irgen­deinem ange­heit­erten Com­put­er­pro­gramm notiert wurde, das sich zur Tar­nung hin­ter einem poet­isch wirkungsvollen Namen ver­steck­te. Ich über­legte, welche Prozesse möglicher­weise in einem dig­i­tal­en Gehirn zu einem rauschar­ti­gen Zus­tand führen kön­nten, der eine Gestalt her­vor­brin­gen würde, die Mrs. Mi Oksana ähn­lich sei. Sie notierte fol­gen­des: Lieber Louis, vor allen Din­gen habe ich vor dich zu sagen, dass ich nur ern­ste Beziehun­gen mochte. Spie­len ist nichts für mich, und ich bin ein ehrlich­es Mad­chen. Wenn du auch rep­utabel bist und des­sel­ben sucht­est, dann werde ich mich über einen Brief von Dir freuen. Mein Name ist Oksana. Ich bin 31 und ich wohne in Rus­s­land. Ich war nie ver­heiratet und ich habe keine Kinder. Vor einem Jahr habe ich mich getren­nt und jet­zt bin ich auf der Jagd nach einem Fre­und in deinem Staat. Ich hoffe, dass Men­schen in deinem Staat sich mit Respekt zu ein­er Frau ver­hal­ten. Ich hoffe, dass du ein ver­ant­wortlich­er Mann bist, und wir kön­nten pro­bieren unsere Liebe aufzubauen. In dieser Mit­teilung sende ich dir mein Foto. Ich hoffe, dass es dir gefall­en wird. sofern auf mich ges­pan­nt bist, bitte gib mir Antwort und ver­rate deinen echt­en Namen. Ich hätte gern ein Foto Dich zu sehen. Schöne Gruße. Oksana — stop
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latakia

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MELDUNG. Tief­seeele­fan­ten, 68 hupende Rüs­sel­rosen, kurz vor Latakia gesichtet. Man befind­et sich in zirkulieren­der Bewe­gung. — stop
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morgenzeitung

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himalaya : 0.36 — Meine Mut­ter über­legte vor eini­gen Tagen, ob sie ihre geliebte Zeitung, die sie ein halbes Leben lang jeden Mor­gen in aller Frühe studierte, nicht vielle­icht abbestellen sollte, weil sie nicht mehr so schnell lesen würde wie früher noch, also weniger Zeitung wahrnehmen könne in der sel­ben Zeit. Sie rief bei der Zeitung an. Ein junger Mann, der die Gefahr erkan­nte, eine treue Leserin zu ver­lieren, machte ihr unverzüglich ein großzügiges Ange­bot. Er sagte, wenn sie die Zeitung weit­ere 2 Jahre abon­nieren würde, müsste sie ein halbes Jahr lang für ihre Zeitung nichts bezahlen, weswe­gen meine Mut­ter sofort von ihrem Wun­sch, sich um ihr Lesev­ergnü­gen zu brin­gen, Abstand nahm. Sie abon­nierte also die Zeitung für weit­ere 2 Jahre, obwohl sie doch möglicher­weise langsamer und noch langsamer lesen wird von Zeit zu Zeit, also jen­er Teil der Zeitung, der unge­le­sen, größer wer­den wird. Der junge Mann am Tele­fon hat­te im übri­gen auch für dieses Prob­lem unge­le­sen­er Zeitungsabteile eine beruhi­gende Mit­teilung zu machen. Er sagte, die Zeitung würde auch dann gedruckt, wenn Mut­ter sie abbestellen würde, was ver­mut­lich der Fall ist, ein Argu­ment, das wirk­te. Als ich Mut­ters Geschichte hörte, dachte ich, man müsste ein­mal elek­trische Papiere erfind­en, hauchdünne Com­put­er­bild­schirme, die zu einem Gefäß ver­sam­melt sind, das sich anfühlt wie eine Zeitung. Über Funk wür­den Zeichen gesendet wer­den, ger­ade so viele Zeichen wie üblicher­weise gele­sen wer­den von dem Besitzer des Zeitungs­ge­fäss­es, Zeichen über Lit­er­atur und Lokales und über die Poli­tik der großen, weit­en Welt. Eine Zeitung mit Augen, eine Zeitung, die ver­merkt, wie viele ihrer Zeichen präzise gele­sen wer­den, eine Zeitung beina­he wie ein Com­put­er, oder, genauer gesagt, ein Com­put­er, der sich wie eine Zeitung anfühlen würde, in dem man blät­tern kön­nte, ein Com­put­er der raschelt, oder eben eine Zeitung, die man auss­chal­ten kann. — stop

southferry

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delta : 2.05 — Mit­ten in der Nacht wachte ich auf. Vor den Fen­stern fiel Schnee, buschige Flock­en­pelze, sehr dicht, aus der Ent­fer­nung, ein heller, sich bewe­gen­der Schat­ten. Esmer­al­da hock­te auf dem Fen­ster­brett und sah hin­aus. Sie schien tat­säch­lich Schneeflock­en zu beobacht­en, vielle­icht deshalb, weil es in der Woh­nung zur Nachtzeit, ich hat­te geschlafen, nichts weit­er zu unter­suchen gab. Ich über­legte, ob es möglich wäre die kleine Sch­necke, die nun seit Okto­ber des Jahres 2013 in mein­er Nähe lebt, ein­mal mit nach New York zu nehmen. Ich müsste sie im Handgepäck ver­stauen, heim­lich, vielle­icht in ein­er Dose ver­ber­gen, die belüftet ist. Ich kön­nte eine hand­voll Sul­ta­ni­nen als Sch­neck­en­pro­viant mit mir nehmen in der Hosen­tasche, Esmer­al­da füt­tern während wir über den Atlantik fliegen. Es ist selt­sam, ich habe lange Zeit darüber nachgedacht, wer mir Esmer­al­da geschenkt haben kön­nte, wer sie vor zwei Jahren für mich in eine Schachtel set­zte und weshalb. Vor eini­gen Wochen, als Esmer­al­da ger­ade friedlich schlafend vor mir auf dem Schreibtisch auf ein­er Banane saß, näherte ich mich mit einem Ohr und lauschte an ihrem Häuschen. Ich hörte nichts oder nur eine Vorstel­lung, ein sum­mendes Geräusch. Bald wäre ich aufge­s­tanden, wollte mir feines Werkzeug aus der Küche holen, wollte ein äußerst feines Loch in Esmer­al­das Sch­neck­engewinde bohren. Als hätte sie geah­nt, was ich plante, als hätte sie meinen zugle­ich nach­den­klichen wie bere­its entschlosse­nen Blick bemerkt, richtete Esmer­al­da ihre Füh­ler nach mir aus und musterte mich. Ich meinte in diesem Augen­blick ein Lächeln in ihrem Gesicht bemerkt zu haben. — stop

nachricht­en von esmer­al­da »
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saharaschwefel

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char­lie : 0.12 — Herr Lud­wig, den ich im Jan­u­ar besuchte, erzählte mir, dass er sich vor Jahren wün­schte, ein Schiff­s­mod­ell aus Stre­ich­hölz­ern zu bauen. Unverzüglich kaufte er damals einige Tausend der hölz­er­nen Stäbchen, weil er sie auf diesem Wege ins­ge­samt bil­liger erste­hen kon­nte. Außer­dem suchte er nach einem geeigneten Schiff, dessen Kör­p­er sehr gut doku­men­tiert sein sollte. Seine Wahl fiel auf die RMS Queen Mary 1. Er lud Pläne aus dem Inter­net, Grun­drisse, Blau­pausen, Hun­derte von Fotografien sowie Let­ter­cards, die an Bord des lux­u­riösen Schiffes von Pas­sagieren während ihrer Reise notiert wor­den waren. Herr Lud­wig erwäh­nte, dass er sich bald in ein Aben­teuer ver­wick­elt fühlte, seine Tage, die zuvor schwere und leere Tage gewe­sen seien, wären plöt­zlich leicht gewor­den und die Zeit ging nur so in Eilschrit­ten dahin, dass es eine wahre Freude war, kaum aufge­s­tanden sei schon wieder Abend gewe­sen. Im Dezem­ber vor zwei Jahren, kurz vor Wei­h­nacht­en, war Herr Lud­wig seinen Angaben zur Folge mit der Vor­bere­itung sein­er Rekon­struk­tion­sar­beit­en fer­tig gewor­den, und so öffnete er eine Schachtel Stre­ich­hölz­er und fügte, nach­dem er mit einem Messerchen Schwe­felköpfe bei­der Stäbchen sorgsam abge­tren­nt hat­te, mit einem Kleb­stoff, der wun­der­voll nach Wal­nus­slikör duftete, zwei der Zünd­hölz­er seitwärts aneinan­der. Nach ein­er Weile, er hat­te mehrfach seinen Arbeit­stisch umrun­det, prüfte er die Fes­tigkeit der Verbindung und war zufrieden. Er baute, in dieser Weise der Kle­bung fort­fahrend, zunächst einen Schorn­stein des riesi­gen Schiffes, dann einen zweit­en Schorn­stein, drei Wochen vergin­gen, bis bei­de Schorn­steine fer­tig gewor­den waren, und auf den Tisch gestellt, so dass sie nun miteinan­der ver­bun­den wer­den kon­nten. Die Hände des alten Mannes rochen in jenen Wochen sein­er fil­igra­nen Arbeit nach Schwe­fel, und die Luft duftete nach Wal­nüssen und Ace­ton, und irgend­wann in dieser Zeit muss sich Herr Lud­wig, verse­hentlich oder mit Vor­satz, von seinen Schiff­bau­plä­nen ent­fer­nt haben. Als Jan­u­ar wurde, waren auf dem Tisch deut­liche Kon­turen eines Drom­e­dars zu erken­nen, dessen Kör­p­er auf vier Schorn­steinen ruhte, eine wun­der­bare Wand­lung sein­er Vorhabens, das Schiff baue er später, sagte Herr Lud­wig, in dem er mit ein­er bewährten Bewe­gung einen Schwe­felkopf von einem Stre­ich­holz tren­nte. Der Kopf hüpfte über den Tisch, und als er von der Kante des Tis­ches stürzte, war nicht das Min­deste zu hören gewe­sen. — stop

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sprengung — dendrobates auratus

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MELDUNG. Zu Liss­abon, im Teatro Nacional de São Car­los, wer­den am kom­menden Son­ntagabend, 13. März 2016, zwei sel­tene, junge Gold­baum­steiger­frösche der Gat­tuung den­dro­bates aura­tus öffentlich zur Spren­gung gebracht. Zün­dung des männlichen Tieres um 20 Uhr, Zün­dung des weib­lichen Tieres um 20 Uhr 30. Die Vorstel­lung ist ausverkauft. — stop

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global

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india : 0.01 — Arthur Mashuryan, Kon­di­tor aus Rema­gen, ist ein Kün­stler fein­ster Back­waren, ein rundlich­er Mann, fröh­lich und selb­st­be­wusst, ein Unternehmer armenis­ch­er Herkun­ft. Er erzählt im Bild­schirm­ra­dio Fol­gen­des: Aufk­lärung ist bedeu­tend. In erster Lin­ie die Verbindung zwis­chen den Flüchtlin­gen und den Deutschen zu schaf­fen. Weil, ich habe das Gefühl, dass man keinen Bezug dazu hat. Man muss auch teil­weise sagen, Deutsch­land geht es gut, Deutsch­land ist ein glob­al agieren­des Land, die Unternehmen sind glob­al ver­net­zt, und dieser Wohl­stand, den Deutsch­land erwirtschaftet hat, ist auch ein Grund für bes­timmte Flüchtlinge, und das muss man auch als Verbindung sehen, in diesem Zusam­men­hang, die Ver­ant­wor­tung, diese Art der Sichtweise. Ich möchte nie­man­den verurteilen, wed­er deutsche Unternehmen, noch die Poli­tik, noch die Men­schen, man muss das Sys­tem ver­ste­hen, wie so etwas funk­tion­iert. Man ist Exportwelt­meis­ter, die Frage ist nur, das hört sich schön an, aber was ist, was steckt dahin­ter, Exportwelt­meis­ter bedeutet auch, dass man in anderen Län­dern erfol­gre­ich agiert, so wie in Deutsch­land, aber auf der anderen Seite gibt es Ver­lier­er, und diese Ver­lier­er haben Beine bekom­men und sind heutzu­tage hier. Nicht nur aus Kriegs­ge­bi­eten, auch Wirtschafts­flüchtlinge, das muss man auch erwäh­nen, dass das auch ein Prob­lem ist. Wenn man ver­hungert, stirbt man trotz­dem, auch wenn man nicht erschossen wird. — stop
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himalaya : 5.16 — Gestern erzählte Mut­ter, nein, nein, sie lese keineswegs langsamer durch ihre mor­gendliche Zeitung als früher noch, vielmehr seien die Zeitun­gen selb­st schw­er­er, das heisst, umfan­gre­ich­er oder dick­er gewor­den. Das könne nie­mand mehr lesen, jeden Tag eine neue dicke Zeitung. Ich dachte, man müsste ein­mal die Zeit anhal­ten, sagen wir für zwei oder drei Monate. Alles würde zit­ternd still ste­hen auf unser­er Erd­kugel, allein Jour­nal­istin­nen und Jour­nal­is­ten wären noch beweglich. Sie reisen nun herum, betra­chteten fünf Minuten Zeit weltweit, die sich über­all solange wieder­holt, bis sie von Sprache und Fotografie erfasst sein wird. In einem Flüchtlingslager hält eine Groß­mut­ter ein ger­ade geborenes Kind aus einem Zelt her­aus, der Vater kippt etwas Regen­wass­er über den kleinen rosa­far­be­nen Leib, und schon sind fünf Minuten Zeit ver­gan­gen und das Kind wieder in den Leib der Mut­ter zurück­gekehrt. Als das Kind unverzüglich erneut geboren wird, sind drei weit­ere Fotografen vor das Zelt getreten, um das Kind zu fotografieren, wie es von seinem Vater gewaschen wird. In Oslo stoßen zwei Straßen­bah­nen solange gegeneinan­der bis endlich über sie berichtet wird. Auf Neusee­land, nahe Para­para, fällt ein Kind von einem Baum, minuten­weise klet­tert es wieder hin­auf und fällt wieder zu Boden, ehe ein Reporter vorüberkom­men wird, um vielle­icht ger­ade noch rechtzeit­ig das Kind aufz­u­fan­gen. Auch die alte Martha will bemerkt wer­den, sie hat wieder ein­mal ein paar Match­box­au­tos ver­schluckt in Lon­don im Kaufhaus bei Har­rods. Eine umfan­gre­iche Zeitung kön­nte entste­hen, eine Weltzeitung von 5 Minuten Zeit, die von zehn­tausenden Jour­nal­is­ten notiert wurde, die wie Wan­der­ameisen Blät­ter, Wörter, Gedanken, Fotografien sam­melten, um zu erzählen was der Fall ist. – Fünf Uhr sechzehn in Idomeni, Griechen­land. – stop
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ai : TÜRKEI

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MENSCH IN GEFAHR : “Der syrische Flüchtling F.M. befind­et sich seit dem 15. März 2015 unter unmen­schlichen Bedin­gun­gen im Flughafen Istan­bul-Atatürk willkür­lich in Haft. Er läuft weit­er­hin Gefahr, jed­erzeit nach Syrien abgeschoben zu wer­den. / Der Syr­er F.M. ist im August 2012 aus Syrien geflo­hen, um dem Wehr­di­enst zu ent­ge­hen. Er wird seit dem 15. März 2015 in einem “Raum für prob­lema­tis­che Pas­sagiere” im Flughafen Istan­bul-Atatürk fest­ge­hal­ten. Im Novem­ber 2015 war er in den Libanon geflo­gen, wo ihm die Ein­reise jedoch ver­weigert wurde, woraufhin er in die Türkei zurück­reiste. Die Inhaftierung von F.M. im Flughafen scheint willkür­lich zu sein und jeglich­er rechtlichen Grund­lage zu ent­behren. Der Rechts­bei­s­tand von F.M. hat einen Antrag auf Freilas­sung gestellt, bis zum 4. März 2016 ist jedoch noch keine Entschei­dung getrof­fen wor­den. / In dem “Raum für prob­lema­tis­che Pas­sagiere” gibt es lediglich kün­stlich­es Licht, das 24 Stun­den am Tag eingeschal­tet ist. Zudem gibt es keine Bet­ten und keine Pri­vat­sphäre. Die Bedin­gun­gen entsprechen ein­er grausamen, unmen­schlichen und erniedri­gen­den Behand­lung und es ver­stößt gegen die Recht­sprechung des Lan­des und gegen das Völk­er­recht, wenn Per­so­n­en in solchen Ein­rich­tun­gen für einen län­geren Zeitraum — in diesem Fall seit einem Jahr — fest­ge­hal­ten wer­den. / F.M. hat Ver­wandte in anderen Län­dern, die ver­suchen, ihn finanziell bei der Beantra­gung eines Visums zu unter­stützen. Amnesty Inter­na­tion­al vor­liegen­den Infor­ma­tio­nen zufolge hat jedoch bis­lang kein Vertreter ein­er aus­ländis­chen Botschaft F.M. in Haft besucht, um ihn für den Antrag zu befra­gen. Es ist allerd­ings unklar, ob dies daran liegt, dass der Kon­takt durch die türkischen Behör­den ver­weigert wurde, oder ob tat­säch­lich kein Ver­such von Seit­en der Botschaften unter­nom­men wurde. / F.M. ist in Gefahr, jed­erzeit nach Syrien zurück­geschickt zu wer­den. Es ist bekan­nt, dass die türkischen Behör­den Rück­führun­gen von Flüchtlin­gen nach Syrien und in den Irak durch­führen, wo ihnen schwere Men­schen­rechtsver­let­zun­gen dro­hen. Dies stellt einen Ver­stoß gegen den für die Türkei binden­den Grund­satz der Nichtzurück­weisung (Non-Refoule­ment) gemäß dem nationalen Recht und dem Völk­er­recht dar. Es sind außer­dem Fälle bekan­nt, in denen Flüchtlinge von den türkischen Behör­den unter Druck geset­zt wur­den, in ihr Heimat­land zurück­zukehren, indem man ihnen mit ein­er unbe­fris­teten Inhaftierung gedro­ht hat. F.M. hat Ver­wandten gegenüber gesagt, dass er in Erwä­gung zieht, ein­er Rück­kehr nach Syrien zuzus­tim­men. Er sagte: “Dort sterbe ich wenig­stens sofort und es ist vor­bei, anstatt jeden Tag, den ich hier ver­bringe, ein biss­chen mehr zu ster­ben.”.” — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­lene schriftliche Aktio­nen, möglichst unverzüglich und nicht über den 21. April 2016 hin­aus, unter > ai : urgent action

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schallplatte

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oli­mam­bo : 6.28 — Nehmen wir wieder ein­mal an, ich kön­nte die Geschwindigkeit meines Denkens für einen ganzen Tag voraus­bes­tim­men, etwa so, als würde ich die Drehgeschwindigkeit ein­er Schallplat­te durch das Umle­gen eines Hebels verän­dern. Würde ich mich beschle­u­ni­gen oder würde ich mich brem­sen? Denke ich so schnell oder so langsam wie vor Jahren noch? — stop

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marim­ba : 5.06 — Schwierig sei, sagte Yolande, dass sie eine Groß­mut­ter habe, die in Arme­nien geboren wurde, und einen Groß­vater, der in Usbek­istan lebte, und dass ihre Mut­ter ihre Kind­heit in der Türkei ver­brachte, dass sie ihren Mann in Griechen­land ken­nen­lernte, dass sie zwei Töchter gebar in Deutsch­land im Jahr 1995, dass die Sprache ihrer Mut­ter nicht Deutsch gewe­sen sei, dass sie selb­st zunächst aber die deutsche Sprache lernte, dass sie in dieser Sprache träume, das sage man doch so, und dass sie über einen deutschen Pass ver­füge, dass sie aber zugle­ich dieses dun­kle Haar trage und ihre Augen von der Natur schwarz und man­delför­mig gestal­tet wor­den seien, weswe­gen sie sich stets anhören müsse, wie gut sie inte­gri­ert sei in Deutsch­land, und wie gut sie doch die deutsche Sprache sprechen würde, so gut, dass man fast meinen würde, dass sie eine Deutsche sei, wo das aber doch nicht möglich ist, weil sie doch diese ihre Augen trage, und ihre Haut etwas dun­kler sei auch im Win­ter, und dieses Haar, denkt man, sagte Yolande am 16. März des Jahres 2016 um kurz nach zehn Uhr abends, als sie ger­ade eben in einem Zug Platz genom­men hat­te. — stop

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perugia

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MELDUNG. Selt­same Dinge geschehen in den spätwin­ter­lichen Gärten zu Peru­gia. 2657 spanis­che Oster­luzeifal­ter der Gat­tung zeryn­thia XZF 88C* haben sich zu Grup­pen ver­sam­melt, fliegen in For­ma­tio­nen, bilden Kugeln, Quad­er und weit­ere geometrische Kör­p­er. Bei leichtem Regen, so heute Mor­gen geschehen, stellt man exakt gezirkelte Türme in die Luft. Die Stadt wird unter Quar­an­täne gestellt. — stop

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ein junge und seine lehrerin

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sier­ra : 5.14 — In dem Doku­men­tarfilm Selb­st­por­trait Syrien von Ossama Mohammed und Wiam Simav Bedirx­an spaziert die kur­dis­che Kün­st­lerin Wiam Simav Bedirx­an mit einem Jun­gen, den sie filmt, durch die belagerte Stadt Homs. Der Junge hüpft herum, wie es Kinder tun, ent­deckt Blät­ter, die seine Mut­ter vielle­icht kochen kön­nte, und vor ein­er Häuser­wand eine rote Blume, die der Junge pflückt. Im Hin­ter­grund sind Det­o­na­tio­nen zu hören, auch Vogel­stim­men. Als der Junge einen Platz erre­icht, an welchen sich eine bre­it­ere Straße anschließt, fragt er die Lehrerin, wie sie weit­erge­hen wer­den. Die Lehrerin sagt: Wie Du willst. Und der Junge hüpft voran, er nimmt eine Treppe, er sagt: Da vorne ist ein Heck­en­schütze. Also will er dort nicht gehen, weil er weiß, was ein Heck­en­schütze ist. Wenige Minuten später erre­ichen die Lehrerin und der Junge eine weit­ere Straße, die sie über­queren wollen. Es ist vielle­icht ein Ort, an dem schon viele Men­schen zuvor erschossen wur­den. Die Lehrerin ruft: Lauf! Ich sehe wie der Junge sehr schnell über die Straße springt, bis er den Schutz eines gegenüber­liegen­den Haus­es erre­icht, kurz darauf beschle­u­nigt auch die Lehrerin ihre Schritte, das Bild hüpft auf und ab. Ich schloss in diesem Moment die Augen, als ich sie wieder öffnete war eine Fotografie zweier Mäd­chen zu sehen, die in einen Fotoap­pa­rat lacht­en, auf ein­er weit­eren Fotografie, die wenige Tage später aufgenom­men wurde, liegen sie in smaragdgrü­nen Klei­d­chen nebeneinan­der auf den Boden und sind tot. Ich bin müde, ich muss bald prüfen, ob ich erin­nert habe wie es war. — stop

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tan­go : 22.02 — Ich notierte in ein dunkel­blaues Heft, das ich angelegt hat­te, um die Beobach­tung eines Gartens zu doku­men­tieren, fol­gende drama­tis­che Geschichte in weni­gen Sätzen: Ein Vogel, vielle­icht weil er hun­grig gewe­sen war, raste mit aufgeris­senem Schn­abel knapp über eine Wiese hin. In diesem Zusam­men­hang hat­te sich ein Fal­ter in ein­er Weise ver­hal­ten, als wäre er ein Torero. Sehr dicht über dem Erd­bo­den lock­ten kleinere Manöver den angreifend­en Sper­ling ins Leere. Ich hat­te, wed­er der Fal­ter noch der Vogel inter­essierten sich für meine Gegen­wart, begeis­tert zuge­se­hen und erwartete mit jedem neuen Anflug den Ein­schlag des Vogels in den Erd­bo­den. Ein min­i­maler Wind­stoß, der den Fal­ter uner­wartet seitwärts ver­set­zte, führte dann doch zu seinem plöt­zlichen Ende. Ich ver­mute, das mutige Tier war ein Tagp­faue­nauge gewe­sen. - stop

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brooklyn heights promenade : höhe pierrepont st.

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delta : 0.02 — Immer wieder bemerkenswert in der Däm­merung: Der syn­chrone Auftritt kor­pu­len­ter Net­zspin­nen. Von einem Augen­blick zum näch­sten, sitzen sie im Dutzend in der Meeres­luft auf Vor­nacht­ge­spin­sten, um unverzüglich Reparat­u­rar­beit­en aufzunehmen. Fast möchte man meinen, sie wären in ihren Tagesver­steck­en mit­tels geheimer Sig­nalleitun­gen miteinan­der ver­bun­den, so plöt­zlich tauchen sie in der Dunkel­heit auf, laut­los, ohne Geruch, ver­weben sie Fäden von staubigem Licht. Ich habe den Ver­dacht, sie kön­nten, mit sen­si­bel­sten optis­chen Sen­soren aus­gerüstet, in der Lage sein, fein­ste Grade von Licht­stärke zu messen. Ich dachte, eine Art der Dauer­beleuch­tung, Mit­ter­nachtssonne über Man­hat­tan, kön­nte sie mürbe machen. — stop

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echo : 5.12 — Martha ist 76 Jahre alt. Seit 18 Jahren trinkt sie Likör. Schon am frühen Mor­gen begin­nt sie damit. Son­st nimmt sie wenig zu sich. Die Luft riecht süßlich um sie herum. Aber sie ist gut gepflegt. Und umge­fall­en ist sie auch noch nie. Nach­mit­tags um 3 fährt sie an den Bahn­hof. Das ist die Zeit, da für sie der Abend begin­nt. Sie hat dort einen fes­ten Platz. Gleis 15 sitzt sie auf ein­er Bank. Früher war ihr Stamm­platz auf Gleis 8. Jet­zt fahren auf Gleis 8 die schnellen Inter­ci­ty­ex­presszüge ein und aus, man hat Martha von höher­er Stelle aus gebeten, sich auf Gleis 23 auf eine ver­gle­ich­bare Bank zu set­zen. Aber das ist ein Rang­ier­gleis, dort ist nichts los, außer ein paar Junkies, und die sind Martha zu gefährlich. Also sitzt sie auf Gleis 15., man kön­nte ihre Wahl als einen Kom­pro­miss beze­ich­nen. Im Som­mer trägt Martha Kostüm­chen. Sie ist gern bunt gek­lei­det. Wenn es doch nicht immer so drück­end und heiß wäre. Die Beine wer­den ganz dick davon, und die Füße wollen sich den Schuhen nicht länger fügen. Manch­mal geht sie ein paar Schritte auf und ab. Martha set­zt vor­sichtig Fuß für Fuß. Dann lässt sie sich wieder nieder und nimmt sich ein Gläschen voll zur Brust, macht einen kleinen See in das Täschchen ihrer Unter­lippe, Karamellgeschmack, den liebt sie sehr, auch Anis und Schokocreme, die blauen Bols mag sie gar nicht. Sobald sie sich wieder gut fühlt, begin­nt sie Papiere zu fal­ten, die sie aus ihrer Hand­tasche nimmt. Sie fal­tet Him­mel und Hölle. Wenn ein Kind auf dem Bahn­steig vorüber kommt, ver­schenkt sie das Spiel. Mit diesem Spiel habe ich mir früher immer die Zeit ver­trieben, sagt sie, da war ich so alt wie du. Oft zer­ren die Müt­ter ihr Kind von der alten Martha weg, weil Kinder das alles nicht so genau nehmen. Und Martha sagt: Ich habe in Lan­dau gewohnt. Im Garten hat­ten wir einen Birn­baum. Im Som­mer haben wir Him­beeren gepflückt. Der Keller war dunkel und die Treppe steil. Ein­mal bin ich die Treppe in Lan­dau herun­terge­fall­en. So erzählt Martha immerzu fort, wie sie im Keller Geis­ter ent­deck­te, oder von den Schnaps­fläschchen im Regal ihres Vaters. Zu diesem Zeit­punkt ist der Zug mit dem Kind längst abge­fahren. Sie holt sich jet­zt ein weit­eres Gläschen vor den Mund, dann ein neues Blatt aus ihrer Hand­tasche, entwed­er ist es ein rotes, ein gelbes oder ein blaues. — stop

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marim­ba : 0.12 — Grand Cen­tral Sta­tion an einem reg­ner­ischen Tag, viele der reisenden Men­schen sind nass gewor­den. Auch ein paar Tauben haben sich in den Bahn­hof geflüchtet, sie gehen zu Fuß, weshalb sie von Kindern gejagt wer­den, deren Müt­ter lange Röcke tra­gen und Schleifen im Haar. Diese Per­so­n­en wirken so, als wären sie ger­ade erst aus den Regen­wolken früher­er Jahrhun­derte gefall­en.  Wie ich mit ein­er Roll­treppe abwärts fahre, durch die Tun­nels unter dem Bahn­hof spaziere, tre­ffe ich auf eine Mod­elleisen­bahn, die mit Blaulicht durch einen Postkarten­laden funkelt. Ein Feuer ist aus­ge­brochen, eine Tankstelle bren­nt, die jed­erzeit explodieren kön­nte, und eine Schule. Von Zeit zu Zeit schep­pert ein Zug vor­bei, dessen Loko­mo­tive dampft, indessen das Mod­elleisen­bah­n­feuer mit­tels fein­er Papiere und kün­stlichem Wind zur Auf­führung kommt. Eine drama­tis­che Szene. In diesem Moment der Beobach­tung eines Unglücks, erin­nerte ich mich an einen Heiz­er, der in einem Münch­en­er Bahn­hof das Fahrw­erk ein­er riesi­gen Loko­mo­tive ölte. Es war eine Zeit, da die fahren­den Kohlen­bren­nwerke star­ben. Ich kön­nte damals zum ersten Mal bemerkt haben, dass auch Mod­el­l­loko­mo­tiv­en regelmäßig mit Maschi­nenöl, welch­es aus han­dlichen Behäl­tern tropfen­weise verteilt wurde, ver­sorgt wer­den wollen. Der Dampf, der unter der Fahrt kurz darauf aus zier­lichen Schloten pfiff, war echt, wie der Dampf der großen Loko­mo­tiven­brüder. Die erste Eisen­bahn meines Lebens habe ich von einem Lauf­stall aus als Gefan­gener beobachtet. Noch kon­nte ich, wenn ich mich nicht täusche, nur sitzen oder liegen, aber das war nicht schlimm gewe­sen, weil der Zug, der meinen Lauf­stall umkreiste, vom Boden her sehr gut zu sehen war. Ich erin­nere mich an Schienen von Met­all, die ich später ein­mal ver­biegen würde, an leuch­t­ende Sig­nalan­la­gen, an dunkel­grüne Krokodile, die je über Schhein­wer­fer­köpfe vefügten. Spätere, sehr viel kleinere Dampfloko­mo­tiven­mod­elle, waren schw­er. Wenn ich sie in meinen kleinen Hän­den hielt, hat­te ich das Gefühl etwas Bedeu­ten­des zu hal­ten. Ihre Far­ben waren schwarz und rot, und sie rochen sehr schön nach Eisen. Seit jen­er Zeit spüre ich eine kindliche Form der Erre­gung, sobald ich in einem Mod­el­lkat­a­log blät­tere. Die erste Spielzeugeisen­bahn, die mir selb­st gehörte, war von Holz gewe­sen, hölz­erne Schienen, hölz­erne Wag­ons, hölz­erne Loko­mo­tiv­en, auch die Pas­sagiere waren von Holz. Heutzu­tage wer­den Loko­mo­tiv­en hergestellt, die so klein sind, dass man sie ver­schluck­en kann. – Vor weni­gen Tagen wurde Radovan Karadz­ic zu 40 Jahren Haft verurteilt. — stop
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alpha : 0.18 — Für sei­nen Sohn, der ger­ade fünf Jahre alt gewor­den ist, hat sich Gus­tav L. etwas Beson­de­res aus­ge­dacht. Er ist in den Kel­ler gestie­gen, um dem klei­nen Lukas einen Dra­chen zu bauen, ein Geschenk von eige­ner Hand. Im Kel­ler lager­ten Holz und Sei­den­pa­piere in rot und blau, und Schnüre, davon feine Sor­ten und etwas kräf­ti­gere Gewinde. Im Kel­ler waren außer­dem Werk­zeuge zu fin­den, Sägen, Fei­len, Häm­mer, Cognac, alles das, was man so braucht, einen wun­der­baren Flug­d­ra­chen zu bauen. Es ist ein schö­ner Okto­ber­tag. Man zieht kurz nach Voll­endung des Kel­ler­wer­kes los auf die näch­ste Wiese, die schön blüht, Mar­ge­ri­ten vor allem. Lukas ist stolz auf den Dra­chen und der Vater ist es auch. Aus dem Dra­chen ein­er rei­nen Vor­stel­lung ist ein wirk­li­cher Dra­chen gewor­den, den man berüh­ren kann, ein drei­stö­cki­ger Kas­ten­dra­chen, der knis­tert. Gus­tav fühlt sich wohl, es ist ihm so rich­tig warm gewor­den, er hat sich gut ein­ge­pegelt. Einige Bie­nen flie­gen zick­zack herum. Ein star­ker Wind geht, der Dra­chen fliegt hoch hin­auf. Der Sohn und der Vater hal­ten ihn gemein­sam an der Schnur. Sie ren­nen über die Wiese. Ein­mal hebt der kleine Junge ab, der Vater erwis­cht ihn ger­ade noch am Fuß. Dann fällt der Vater um. – stop

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alpha : 2.08 — Plu­to­ni­um, zum Beispiel, eine tödliche Dosis würde für men­schliche Augen ohne Fer­n­glas unsicht­bar sein. Dage­gen existieren Gifte, die unsicht­bar sind, aber doch sehr schön ver­packt, so dass sie wei­thin, sagen wir, rechtzeit­ig, zu bemerken sind: Tol­lkirsche, Fliegen­pilz, Gol­dregen. Seewe­spen sind Unberührbare der Meereswelt. Zauber­haft das Leucht­en eines Cognac­glases im Licht ein­er tief über dem Hor­i­zont ste­hen­den Sonne. Gemein scheint allen gifti­gen Din­gen zu sein, dass sie als Sub­stanz selb­st aus dem Licht ver­schwun­den sind, sobald sie ihre Wirkung ent­fal­ten. — stop

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amsterdam

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MELDUNG. Frische Ohren zu Ams­ter­dam, men­schlich, aus den Laboren in der Over­singe 11, nahe Amstel­park: 100 g je 256 englis­che Pfund. Nur heute. Ab 15 Uhr. Solange der Vor­rat reicht. — stop
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ai : TSCHAD

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MENSCHEN IN GEFAHR : “Mahamat Nour Ibedou, Younous Mahad­jir, Nad­jo Kaina Palmer und Celine Nar­mad­ji wer­den vor Gericht gestellt, weil sie friedliche Demon­stra­tio­nen gegen eine erneute Kan­di­datur von Präsi­dent Idriss Déby geplant hat­ten. Die drei Män­ner und eine Frau befind­en sich gegen­wär­tig im Amsinene-Gefäng­nis in N’Djamena. Ihnen dro­hen Haft­strafen zwis­chen sechs Monat­en und einem Jahr. Mahamat Nour Ibedou und Younous Mahad­jir, zwei Sprech­er von Ça suf­fit (Es reicht), ein­er Plat­tform für zivilge­sellschaftliche Organ­i­sa­tio­nen, wur­den am 21. bzw. 22. März festgenom­men. Nad­jo Kaina Palmer, Koor­di­na­tor der Jugend­be­we­gung Iynia (Wir sind’s leid), ist eben­falls am 22. März festgenom­men wor­den. Celine Nar­mad­ji, die Sprecherin der zivilge­sellschaftlichen Organ­i­sa­tion Trop c’est trop (Genug ist genug), befind­et sich seit dem 23. März in Haft. Alle vier Fes­t­nah­men erfol­gten, nach­dem die Aktivist_innen auf Anord­nung des Staat­san­walts Alghas­sim Khamis zum Ver­hör in der Zen­trale der Polizei erschienen waren. Mahamat Nour Ibedou, Younous Mahad­jir, Nad­jo Kaina Palmer und Celine Nar­mad­ji wur­den zunächst in der Polizeizen­trale von N’Djamena fest­ge­hal­ten und am 24. März gegen 13 Uhr ins Gefäng­nis Amsinene ver­legt. Die vier Aktivist_innen hat­ten im Rah­men ihrer Tätigkeit für ihre Organ­i­sa­tio­nen friedliche Demon­stra­tio­nen für den 22. und 29. März geplant. Dabei sollte gegen den Plan des jet­zi­gen Präsi­den­ten Idriss Déby, für eine fün­fte Amt­szeit zu kan­di­dieren, protestiert wer­den. Mahamat Nour Ibedou, Younous Mahad­jir, Nad­jo Kaina Palmer und Celine Nar­mad­ji ste­hen wegen “Ans­tiftung zu ein­er unbe­waffneten Ver­samm­lung”, “Störung der öffentlichen Ord­nung” und “Mis­sach­tung ein­er geset­zlichen Anord­nung” unter Anklage. Das Gerichtsver­fahren ist für den 31. März ange­set­zt. Soll­ten die Aktivist_innen für schuldig befun­den wer­den, dro­hen ihnen Haft­strafen zwis­chen sechs Monat­en und einem Jahr.”. — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­lene schrift­li­che Aktio­nen, mög­lichst unver­züg­lich und nicht über den 11. Mai 2016 hin­aus, unter > ai : urgent action

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