von hinten oder von der seite her

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echo : 2.12 — Ich dachte gestern noch, dass ich den Faden ein­er Geschichte mit Möwe, die mich kür­zlich auf einem Fährschiff besuchte, ver­mut­lich so nie wieder erleben werde. Trotz­dem beachtete ich in den darauf fol­gen­den Tagen die Erschei­n­un­gen der Möwen, welche auf dem Dach des alten Haus­es saßen. Etwas war anders gewor­den. Ich hat­te bemerkt, dass es sich bei dem alten Haus um ein Hotel han­delte. Ich kan­nte nun den Namen des Hotels, obwohl ich nie dort gewe­sen war, ich hat­te das Gebäude in der dig­i­tal­en Sphäre iden­ti­fiziert. Tage verge­hen. Plöt­zlich sitze ich in einem Zug. Es ist spät, dunkel draußen, Men­schen in mein­er Nähe schlafen, von Zeit zu Zeit tauchen Lichter ein­er Stadt oder eines Dor­fes aus der Licht­losigkeit. Ich beobachte einen Film auf dem Bild­schirm mein­er Schreib­mas­chine. Es geht schön laut zu in dem Film, ich trage Kopfhör­er, und ich denke, wenn ich nun in ein Atten­tat ger­at­en würde, ich würde möglicher­weise das Atten­tat nicht bemerken, solange nicht bemerken, bis mir jemand von hin­ten oder von der Seite her in den Kopf schießt, auch das würde ich eventuell nicht bemerken. — stop

josephine

im zug

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nord­pol : 0.02 — Oder aber ich hebe meinen Blick vom Bild­schirm mein­er Schreib­mas­chine. Ich beobachte wiederum in einem Nachtzug reisend einen Film, der vom Über­leben in der Stadt Alep­po erzählt. Plöt­zlich glaube ich zu erken­nen, wie ein Mann im Zug mit ein­er Pis­tole um sich schießt. Men­schen flücht­en und fall­en um. Ich werde in die Schul­ter getrof­fen, und ich denke noch, ich sollte wütend wer­den, es wäre gut, wenn man ein Löwe zu wer­den wün­scht, wütend zu sein. Ein­mal ste­he ich auf, im Zug herrscht noch Frieden. Ein älter­er Mann wirft in diesem Moment mit Wucht einen Blick auf mich: Bist Du gefährlich? Es ist kein angenehmer Blick, es ist ein kalter Blick, den man nicht befra­gen kann, weil man weiß, dass man keine kor­rek­te Antwort erhal­ten würde. Auch so herum ist das also möglich. Selt­same Gedanken. — stop
ping

aleppo

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himalaya : 0.02 — Vielle­icht darf ich fol­gen­den Bericht in voller Länge wiedergeben. Der junge Jour­nal­ist Zouhir al Shim­le berichtet via E-Mail für Die Zeit: Seit Alep­po belagert ist, fliegen Assads Trup­pen und seine Ver­bün­de­ten jeden Tag Luftschläge auf die Vier­tel der Rebellen, also auch dort, wo ich lebe. Unun­ter­brochen dröh­nen Kampf­jets über uns hin­weg, Helikopter kreisen über den Häusern. Jeden Tag ster­ben hier fast fün­fzig Zivilis­ten. Wir leben in einem nie enden­den Getöse von Schießereien, Explo­sio­nen, Geschrei. Die meis­ten von uns trauen sich nicht mehr, nach draußen zu gehen. Manch­mal het­zen ein paar Leute die Straßen ent­lang, um Lebens­mit­tel zu besor­gen – und ren­nen sofort nach dem Einkauf zurück in ihre Woh­nun­gen. Dabei ist es zu Hause nicht sicher­er als auf der Straße. Denn die Bomben tre­f­fen auch unsere Häuser. Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich das Don­nern der Kampf­flugzeuge, von irgend­wo her dringt Gefecht­slärm. Gott sei Dank habe ich bish­er alle Angriffe über­lebt. Aber vor ein paar Tagen war ich dem Tod so nah wie nie zuvor. Ich war im Vier­tel Al-Mash­had unter­wegs, dort, wo mein Büro ist. Ich stand ger­ade im Laden in unser­er Straße, um mir etwas zu trinken zu kaufen, als die erste Fass­bombe ein­schlug, ger­ade mal fünf Häuser von uns ent­fer­nt. Ich duck­te mich für einige Sekun­den vor den umher­fliegen­den Met­all­teilen. Dann ran­nte ich raus auf die Straße. Nur wenige Sekun­den später schlug in der Straße die zweite Faßbombe ein. Ein Met­all­split­ter bohrte sich in meinen Rück­en, ein ander­er in mein Bein. Ich ran­nte von der Straße wieder zurück zum Laden. Und war vor Schock wie gelähmt: Sieben Men­schen, die dort Schutz vor der zweit­en Bombe gesucht hat­ten, waren tot, zer­quetscht vom Schutt der eingestürzten Decke. Sie star­ben nur, weil sie sich in den Sekun­den der Explo­sion anders entsch­ieden hat­ten: Sie hiel­ten sich zwis­chen den Regalen ver­steckt, während ich auf die Straße lief. Nur deswe­gen habe ich als Einziger von uns über­lebt. Die Helfer hat­ten große Mühe, die ver­dreht­en und durchtren­nten Kör­p­er aus dem Geröll zu ziehen. Ange­hörige der Toten lagen am Boden und schrien, Kinder wein­ten. Aus eini­gen Kör­pern quollen Innereien, über­all lagen abge­tren­nte Hände und Beine. Ins­ge­samt star­ben durch diese Angriffe 15 Men­schen, 25 – mit mir – wur­den ver­let­zt. Ich kann diese Bilder nicht vergessen. Ich hätte ein­er dieser Kör­p­er sein kön­nen. Ich wurde schnell in ein Kranken­haus gebracht, doch helfen kon­nte mir dort nie­mand. Zu viele Men­schen braucht­en Hil­fe, unaufhör­lich bracht­en Män­ner neue Tra­gen mit Schw­erver­let­zten hinein. Während ich auf den Arzt wartete, sah ich so viel Blut, dass ich zu hal­luzinieren begann. Ein Fre­und brachte mich deshalb in ein anderes Kranken­haus, wo sich Schwest­ern um mich küm­merten. Sie ent­fer­n­ten einen Met­all­split­ter, der andere steckt noch in meinem Bein. Sie sagen, er könne erst in einiger Zeit ent­fer­nt wer­den. Doch es sind nicht nur die Bomben und Gefechte, die unser Über­leben immer schw­er­er machen. Das Regime hat nun auch die Castel­lo-Straße ein­genom­men. Sie ist eine Todeszone gewor­den: Ständig wird geschossen, bren­nende Autos liegen am Straßen­rand. Das Regime kämpft dort mit aller Macht – und schnei­det uns damit von der Außen­welt ab. Die Castel­lo-Straße war bis­lang die einzige Verbindung von Alep­po nach draußen, in die Vororte und in die Türkei. Es war die Leben­sad­er der Stadt, von dort haben wir Lebens­mit­tel, Gas, Brennstoff, Trinkwass­er und Medi­zin bekom­men.  Die Belagerung ist für uns drama­tisch. Denn jet­zt gibt es kaum noch Obst und Gemüse zu kaufen, über­haupt sind die Märk­te fast leer. Auch haben wir immer weniger Brennstoff, wir ver­brauchen ger­ade die let­zten Reser­ven der Stadt. Bald schon wer­den wir in kom­plet­ter Dunkel­heit leben. Das ist es, was das Regime und seine Milizen wollen: dass Alep­po langsam stirbt. Sie set­zen dabei allein auf die Zeit. Wir, die noch rund 300.000 Verbliebe­nen, wer­den nicht mehr lange ver­sorgt wer­den kön­nen. Ich fürchte, dass unser Unter­gang schließlich dadurch kommt, dass wir alle um Wass­er und Brot kämpfen. Und dass die, die nicht mehr stark genug sind, darum zu kämpfen, ein­fach ver­hungern wer­den. Fakt ist: Wir sitzen fest. Wir haben keine Chance mehr, aus Ost-Alep­po her­auszukom­men. Ich habe immer mit drei Fre­un­den in ein­er WG zusam­men gewohnt. Jet­zt ist nur noch ein­er von ihnen hier. Malek hat geheiratet und lebt nun mit sein­er Frau zusam­men, sie erwarten ein Baby. Der andere, Jawad, kon­nte in die Türkei entkom­men. Sein Vater wurde bei einem Angriff schw­er ver­let­zt und Jawad kon­nte mit ihm vor ein paar Wochen in die Türkei fahren, damit er dort medi­zinis­che Hil­fe bekommt. Jawad ver­sucht, wieder zu studieren. Er wird nicht mehr nach Alep­po zurück­kom­men. So zynisch es klingt: Er hat Glück gehabt. Denn nur sehr kranke Men­schen dür­fen mit ein­er Begleitung den Gren­züber­gang Bab al-Salameh in die Türkei passieren. Die Türkei ist da sehr strikt. Für mich gilt das also nicht Selb­st wenn ich Alep­po ver­lassen wollte: Ich kann es nicht. Die Bom­bardierun­gen in der Stadt sind zu stark, ich würde nicht mehr weit kom­men. Ich weiß, dass ich hier nicht mehr wegkom­men werde. Die Bomben fall­en weit­er, jeden Tag, jede Stunde. Sie tre­f­fen alles, was sich bewegt. Ich sitze in Alep­po fest. Aber noch bin ich am Leben. — stop
ping

wildlaborbiene

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alpha : 10.58 — Nehmen wir ein­mal an, eine Unter­suchungs­mas­chine von der Größe ein­er Wild­bi­ene existierte, ein wan­dern­des Labor, welch­es sich aus eigen­er Kraft inner­halb oder über Kör­p­er olymp­is­ch­er Ath­leten bewe­gen würde, wäre das nicht eine beruhi­gende, ja begeis­ternde Vorstel­lung, da eine feine Bohrung in Muskeltiefe, dort eine Mes­sung elek­trisch­er Salzwasser­ströme, stündlich eine Blut­probe, die im Son­denkör­p­er sogle­ich aus­gew­ertet sein würde, jede erden­kliche Sub­stanz, die der nicht­natür­lichen Leis­tungssteigerung diente, würde unverzüglich ent­deckt und per Funksig­nal gemeldet sein. — stop

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wegen unsichtbarkeit

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lima : 0.08 — Die kleine M. erzählte, sie habe mit ihrer Mut­ter fünf Jahre im fün­fzehn­ten Stock eines Miet­shaus­es auf Roo­sevelt Island gelebt. Dort hat­ten sie zwei Nach­barn, eine Fam­i­lie links, puer­tor­i­can­is­ch­er Herkun­ft, Mut­ter, Vater, drei Kinder, — sowie eine ver­mut­lich alle­in­ste­hende Frau in der Woh­nung rechts. Während M. und ihre Mut­ter sehr her­zlichen Kon­takt zu den Men­schen auf der linken Seite ihrer Woh­nung pflegten, man feierte sog­ar gemein­same Feste, grüsste von Balkon zu Balkon, waren sie jen­er Frau, deren Stimme häu­fig schrill durch die Wand zu ihnen in die Wohung drang, in all den Jahren räum­lich­er Nähe nie per­sön­lich begeg­net. Auch auf dem Balkon, berichtete M., hät­ten sie die Per­son, die zu der schrillen Stimme gehörte, nie gese­hen, nur das Licht, das von der Woh­nung her kam, Licht auch, das unter der Tür hin­durch auf den Flur leuchtete, ein schmaler Streifen, fade. Das Schild­chen, das neben der Tür zur Woh­nung ange­bracht wor­den war, behauptete hin­ter der Tür lebe Lucil­la Miller, ein Briefkas­ten, der zur Woh­nung gehörte, existierte vor dem Haus, der Briefkas­ten wurde von irgend­je­man­dem regelmäßig geleert. Manch­mal nachts war aus der Woh­nung Stre­it zu hören, Mrs. Millers keifende Stimme, dann wieder Flüstern, von Zeit zu Zeit auch Geräusche, die möglicher­weise aus einem Fernse­hgerät kamen, Schritte weit­er­hin, ferne Schritte. Mrs. Miller tele­fonierte häu­fig und jew­eils lange Zeit, während dieser Gespräche schien Mrs. Miller herumzu­laufen, zwei oder dreimal hat­ten ihre Nach­barn den Ver­dacht, sie sei vielle­icht ver­reist, ein­mal wollte man das Jaulen ein­er Katze ver­nom­men haben. Eigentlich war alles in Ord­nung, eigentlich gab es keinen Grund zur Beun­ruhi­gung, wenn man doch Mrs. Lucil­la Miller wenig­stes ein­mal gese­hen hätte, einen Schat­ten, oder eine Hand, die hin­ter den ver­git­terten Fen­stern ein­er Aufzugstüre wink­te. Darum wohl haupt­säch­lich, wegen Unsicht­barkeit, wurde an einem eisi­gen Win­tertag jene geheimnisvolle Woh­nung von zwei Feuer­wehrmän­nern geöffnet. Die Woh­nung war, von zwei Laut­sprech­ern abge­se­hen, auf welchen eine schäbige Lampe thronte, voll­ständig leer. Die kleine M. sagte, während sie an ihrem großen Zeh drehte wie an einem Radio­knopf, dass sie sich sehr gewun­dert habe. Auch alle anderen haben sich gewun­dert, wie natür­lich auch ich, der diese Geschichte aufgeschrieben hat. — stop

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sechs finger

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sier­ra : 0.28 — Kurz nach Mit­ter­nacht wiederum stürzte ein Fal­ter auf meinen Schreibtisch. Ich hat­te die Fen­ster geöffnet, küh­le und doch würzige, feuchte Luft von draußen, und eben der Fal­ter, der plöt­zlich vor mir auf dem Rück­en lag und sich nicht mehr rührte, als wäre er während seines Nacht­fluges tief und fest eingeschlafen. Da war nun eine selt­same Frage. Wie wecke ich einen schlafend­en Fal­ter, ohne ihn in Angst und Schreck­en zu ver­set­zen? Ich kön­nte mit meinem Atem etwas Wind erzeu­gen, oder aber ich kön­nte nach einem feinen Pin­sel suchen. Ich kön­nte ander­er­seits so tun, als wäre der Fal­ter nicht wirk­lich. Ich muss das nicht sofort entschei­den. Nein, ich muss das nicht sofort entschei­den. Ich notiere: Vor weni­gen Stun­den melde­ten Nachricht­e­na­gen­turen, Rebellen hät­ten einen Kor­ri­dor zu eingeschlosse­nen Men­schen im Zen­trum der Stadt Alep­po freigekämpft. Wer sind diese Rebellen, was denken sie, was haben sie vor? Vor weni­gen Tagen noch beobachtete ich, wie die kleine M. ihre Fin­ger zählte, es war selt­samer­weise immerzu sechs Fin­ger. Auch ich habe sechs Fin­ger, wenn M. sie zählt. — stop
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amsterdam

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MELDUNG. Frische Ohren zu Ams­ter­dam, men­schlich, aus den Laboren in der Over­singe 11, nahe Amstel­park: 100 g je 165 englis­che Pfund. Nur heute. Ab 16 Uhr. Solange der Vor­rat reicht. — stop
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samstags

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fox­trott : 5.12 — Früher Nach­mit­tag, Som­mer. Ich beobachte auf einem Fährschiff, das nach Stat­en Island fährt, einen älteren Mann bei konzen­tri­ert­er Arbeit. Er sitzt auf ein­er Bank des Prom­e­naden­decks tief über ein Buch gebeugt. Einige Kinder tollen in sein­er Nähe herum, er nimmt, so sehr ist er bemüht, mit einem Bleis­tift den Zeilen eines Buch­es zu fol­gen, keine Notiz von ihnen. Ich denke zunächst, der alte Mann würde seine Augen mit Hil­fe eines Bleis­tifts ent­lang der Zeichen­lin­ie führen, aber als ich mich nähere, ent­decke ich Wort für Wort eine leichte Verzögerung der Bewe­gung, die aus der Ent­fer­nung betra­chtet doch wie eine fließende Bewe­gung wirkt. Am Ende jed­er Zeile notiert der Mann eine Zif­fer, ver­mut­lich deshalb, weil er die Wörter des Buch­es zählt. Das ist selt­sam und zugle­ich berührend, wie er so selb­stvergessen auf dem großen Schiff ver­weilt, und ich hoffe, er möge auf Stat­en Island angekom­men, mit dem näch­sten Schiff zurück­fahren nach Man­hat­tan, und wiederum auf seinem Trans­fer Wörter zählen. Als das Schiff an das St. George Ter­mi­nal anlegt, schließt der alte Mann das Buch, ver­staut seinen Bleis­tift in ein­er Tasche seines Jack­etts, erhebt sich mühevoll, um das Schiff langsam gehend über die Brücke, die sich zur Fähre hin senk­te, zu ver­lassen. Im Saal des Ter­mi­nals bleibt er für einen Augen­blick vor einem Aquar­i­um ste­hen, betra­chtet die Fis­che oder sein Spiegel­bild, um sich wenige Minuten später von der Men­schen­menge, die auf das wartende Schiff strömt, mit­nehmen zu lassen. Nebel ist aufgekom­men, die Möwen, die das Schiff auf seinem Weg nach Man­hat­tan begleit­en, still. Ich ste­he draußen auf der Prom­e­nade und beobachte das Wass­er, wie es weit unten ent­lang des Schiff­skör­pers schäumt. Von Zeit zu Zeit schau ich durch Fen­ster zu dem alten Mann hin, zu seinem Buch, seinem Bleis­tift, seinen Hän­den. — stop
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ai : TÜRKEI — petition

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Türkei: Men­schen­rechte gel­ten auch nach dem Putschver­such! Die türkischen Behör­den gehen nach dem gescheit­erten Putsch vom 15. Juli hart gegen tat­säch­liche und ver­meintliche Kri­tik­erin­nen und Kri­tik­er der Regierung vor. / Amnesty Inter­na­tion­al hat glaub­würdi­ge Beweise zusam­menge­tra­gen, denen zufolge Gefan­gene nach dem Putschver­such gefoltert wur­den. Unter anderem gibt es Berichte über Schläge und Verge­wal­ti­gun­gen. Regierungsange­hörige haben sich für eine Wiedere­in­führung der Todesstrafe für die am Putschver­such Beteiligten aus­ge­sprochen. / Mehr als 10.000 Per­so­n­en sind seit dem Putschver­such inhaftiert wor­den, mehr als 45.000 Men­schen wur­den ent­lassen, darunter auch Polizeikräfte, Rich­terin­nen und Richter sowie Staat­san­wältin­nen und Staat­san­wälte. Im Land herrschen Angst und Verun­sicherung. Viele Men­schen fürcht­en aus gutem Grund um ihre Rechte und Frei­heit­en. / Zwar müssen die während des Putschver­suchs began­genen Men­schen­rechtsver­stöße unter­sucht und die Ver­ant­wortlichen zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den. Die Men­schen­rechte müssen dabei jedoch in vollem Umfang respek­tiert wer­den. / Die völk­er­rechtlichen Pflicht­en der Türkei sowie die in den ver­gan­genen Jahrzehn­ten hart erkämpften Rechte und Grund­frei­heit­en müssen auch unter dem derzeit ver­hängten Aus­nah­mezu­s­tand gel­ten. Die Regierung darf die Men­schen­rechte nicht im Namen der Gerechtigkeit mis­sacht­en. Denn wenn die Men­schen­rechte nicht geachtet wer­den, kann sich nie­mand sich­er fühlen. Wer­den Sie aktiv! Beteili­gen Sie sich an unser­er Online-Peti­tion und fordern Sie Präsi­dent Erdo­gan auf, auch unter dem derzeit ver­hängten Aus­nah­mezu­s­tand die Men­schen­rechte zu respek­tieren!” Lesen Sie hier den voll­ständi­gen > PETITIONSTEXT

die luft über aleppo

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nord­pol : 22.01 — Seit Tagen lässt sich in aller Ruhe die Erfind­ung eines fra­gen­den Gedankens beobacht­en. Es han­delt sich bei diesem Gedanken um eine Zeichen­kette fol­gen­den Inhalts: Ist es vielle­icht denkbar, die eingeschlosse­nen Bürg­er­men­schen der Stadt Alep­po mit Trinkwass­er, Medika­menten und Brot aus der Luft zu ver­sor­gen? Noch lässt sich nicht sagen, ob der Gedanke soweit in ein­er logis­chen Form ver­wirk­licht wer­den wird, dass aus einem Gedanken im Sta­di­um der Entwick­lung, ein Gedanke wer­den kön­nte, der sich tat­säch­lich denken, also ver­ste­hen lässt, demzu­folge mit einem weit­eren Gedanken in Verbindung gebracht wer­den kön­nte: Wann wer­den wir die eingeschlosse­nen Bürg­er­men­schen der Stadt Alep­po mit Trinkwass­er, Medika­menten und Brot aus der Luft ver­sor­gen? — stop

manuskript3

hybrid

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delta : 0.05 — Eine nor­damerikanis­che Radio­sta­tion meldete vor weni­gen Tagen, die Regierung der USA habe die Absicht, Beschränkun­gen finanzieller Mit­tel für Forschung und Entwick­lung hybrid­er Lebe­we­sen aufzugeben. Eich­hörnchen sind nun denkbar, die nicht nur in der Vorstel­lung, vielmehr tat­säch­lich men­schliche Herzen in sich tra­gen, Herzen in der Größe wie wir sie in Föten kurz vor ihrer Geburt beobacht­en, gut trainierte Herzen, jed­erzeit bere­it, gepflückt zu wer­den. – stop
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turku

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MELDUNG. Turku, Maar­i­ankatu 3, 4. Etage, stein­ernes Zim­mer : Kirsche No 852 [ Mar­mor, Car­rara : 6.05 Gramm ] vol­len­det. — stop

ping

morgens

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oli­mam­bo : 0.15 — Ein­mal sitze ich  in ein­er Straßen­bahn. Plöt­zlich fällt ein Gedanke vom Him­mel. Ich kön­nte, dachte ich, Gespräche insze­nieren, Sätze wie Lebe­we­sen für sich, Sätze, die vor den Men­schen gewe­sen sind. Notwendi­ge Sätze oder natür­liche Sätze. — Ich notierte diesen Text vor ein oder zwei Jahren.  Er berührt mich, aber ich kann nicht erin­nern, was ich unter Sätzen, die vor den Men­schen gewe­sen sind, ver­standen haben kön­nte. — stop

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nahe lemmon creek park

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char­lie : 2.58 — Seit ein­er hal­ben Stunde suche ich nach einem Namen für einen Mann, den ich ein­mal vor län­ger­er Zeit beobachtet habe auf Stat­en Island an einem Strand im Win­ter. Ich dachte, ver­dammt, hätte ich ihn doch nur nach seinem Namen gefragt, ich fürchtete damals, ihn zu stören, fürchtete, dass er sofort in den wilden Wäldern nahe dem Lem­mon Creek Park ver­schwinden würde. So still wie damals am Strand, sitze ich nach­den­klich und rufe mir die Gestalt des Mannes in Erin­nerung, eine schat­ten­lose Fig­ur, die auf einem ver­wit­terten Baum­stamm hockt. Du heißt vielle­icht Lau­ren­tius, denke ich, oder Hen­ry, nein, nicht Hen­ry, Lau­ren­tius wird ein guter Name sein. Der Strand ist nass vom Regen und vom Nebel, der tief über dem Meer hängt. Wenn man raus schaut, weg vom Land, sieht man Schiffe, aber nur ihre Bäuche, nicht Brück­en, Con­tain­er, wink­ende Pas­sagiere. Ich glaube, auch Lau­ren­tius beobachtet in diesem Moment seines Lebens Schiffe und Nebel, manch­mal schreibt er ein paar Sätze auf ein Notizblatt, reißt das Papi­er aus seinem Block, fasst in seine rechte oder linke Hosen­tasche, holt ein Fläschchen her­vor, wick­elt das Notizblatt um einen Bleis­tift, führt das in dieser Weise geformte Notiz­pa­pier­stäbchen in den Hals des Fläschchens ein, ver­schließt den Behäl­ter mit einem Korken, ste­ht auf und schleud­ert ihn  aufs Meer hin­aus. Dann set­zt er sich wieder auf den ver­wit­terten Baum­stamm, beobachtet die Schiffe, die west- und ost­wärts der Küste fol­gen, um nach eini­gen Minuten eine weit­ere Notiz zu fer­ti­gen. Ein­mal kehrt eines der Fläschchen zurück, es ist möglicher­weise von der Bug­welle eines größeren Schiffes aus der Strö­mung getra­gen wor­den. Als Lau­ren­tius das Fläschchen bemerkt, ste­ht er auf, holt das Fläschchen aus der Bran­dung, dreht den Korken vom Flaschen­hals und schüt­telt das Fläschchen solange, bis das Notizzettel­röllchen auf seine Hand­fläche rutscht. Dann wirft er die leere Flasche wieder weit hin­aus aufs Wass­er, wo es für einen kurzen Moment ver­schwindet. — stop

propeller

postkarte

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echo : 5.15 – In mei­nem Brief­kas­ten ruhte eine Post­karte, die von irgend­je­man­dem mit äußerst klei­nen japa­ni­schen Zei­chen beschrif­tet wor­den war. Zunächst wirk­te der Text wie ein Mus­ter, das sich erst dann zu Schrift­zei­chen auf­löste, als ich meine Brille aus der Schuhb­lade holte. Ich kon­nte den Text natür­lich nicht lesen. Ich nehme an, die Post­karte wurde ver­se­hent­lich in mei­nen Brief­kas­ten gewor­fen. Bei genau­e­rer Unter­su­chung stellte ich jedoch fest, dass die Post­karte in jedem ande­ren Brief­kas­ten ver­mut­lich gleich­wohl ein ver­se­hent­li­ches Ereig­nis gewe­sen wäre, die Post­karte trug näm­lich keine Anschrift an der dafür vor­ge­se­he­nen Stelle, aber eine Brief­marke des japa­ni­schen Hoheits­ge­bie­tes. Auch auf ihrer Rück­seite war kein Adres­sat zu erken­nen. Eine Foto­gra­fie zeigt Samuel Beck­ett, der unter einem blü­hen­den Kirsch­baum sitzt, oder einen Mann, der Samuel Beck­ett ähn­lich sein kön­nte, der Dich­ter im Alter von 160 Jah­ren, er hat sich kaum ver­än­dert. Ein sehr inter­es­san­tes Bild. Auf einem Ast des Bau­mes sind Eich­hörn­chen zu erken­nen, sie­ben oder acht Tiere, die ihre Augen geschlos­sen hal­ten. Ich erin­nere mich, dass ich ein­mal davon hörte, Men­schen wür­den immer wie­der ein­mal Post­kar­ten notie­ren, oft sehr auf­wen­dig aus­ge­ar­bei­tete Schrift­stü­cke, um zulet­zt die Adresse des Emp­fän­gers zu ver­ges­sen. Das ist tra­gi­sch oder viel­leicht eine Meth­ode, Infor­ma­tion an die Welt zu sen­den, die nie­man­den oder irgend­ei­nen belie­bi­gen Men­schen errei­chen soll. Nun liegt diese Post­karte neben Zimt­ster­nen, Bana­nen und Äpfeln auf mei­nem Küchen­ti­sch. Zunächst hat­te ich das Wort L i e ­b e r in die Goo­gle – Über­set­zer­ma­schine ein­ge­ge­ben und in die japa­ni­sche Spra­che über­setzt. Zei­chen, die sich auf mei­nem Bild­schirm for­mier­ten, waren mit den ers­ten Zei­chen auf der Post­karte iden­ti­sch. Ich weiß sehr genau, was nun zu tun ist. In die­sem Augen­blick jedoch scheue ich noch davor zurück, mei­nen Namen in die Maske der Such­ma­schine ein­zu­ge­ben. Bald Mor­gen­däm­me­rung im Kof­fer­text, ich höre schon Tau­ben auf dem Dach spa­zie­ren. –  stop

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1 Uhr 24

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india : 0.15 — Wann wurde das Wort Drom­e­dar zum ersten Mal von einem men­schlichen Mund for­muliert? Oder das Wort Straßen­bahn? Oder das Wort Chlor­gas? — stop
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zwei wartende männer

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nord­pol : 3.18 — Als wir auf einen Zug warteten, erzählte ich Piotr von ein­er schlafend­en Frau, die ich ein­mal in einem Flugzeug beobachtet hat­te. Sie kaute, ohne eine Pause einzule­gen, einen Kau­gum­mi. Ich sagte, ich sei mir nicht sich­er gewe­sen, ob die Frau tat­säch­lich schlief oder sich nur vorstellte, sie würde schlafen. Unverzüglich wollte auch Piotr eine Geschichte erzählen. Als er noch in Polen lebte, sei er ein­mal von Krakau nach Moskau gereist. Kurz nach sein­er Ankun­ft habe er eine Postkarte, die er noch im Bahn­hof erwor­ben hat­te, mit einem Gruß verse­hen und an seine Geliebte geschickt, die natür­lich in Krakau lebte. Dann sei er mit dem näch­st­besten Zug wieder nach Hause gefahren. Piotr war damals ein junger Mann. Er war in seinem lan­gen Leben nur ein­mal in Moskau gewe­sen, die Postkarte sei in Krakau nie angekom­men. — stop

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wörterbilder

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echo : 2.12 — In der Stadt Kiew sollen noch Monate nach der Havarie des Reak­tors 4 in Tsch­er­nobyl Straße um Straße ent­lang der Häuser­wände per­fori­erte Rohre instal­liert wor­den sein, aus welchen Wass­er strömte, um das strahlende Gift von den Straßen zu schwem­men. Eine Bekan­nte erzählte mir von der Exis­tenz dieser Rohre, sie war damals in Kiew gewe­sen für einige Tage. Ich kenne dieses Bild, ich erin­nere mich, das ein Wörter­bild ist, kein Licht­bild, da ich keine Fotografie in der dig­i­tal­en Sphäre ent­decke. Wie lange Zeit sollte ich suchen? Stun­den? Oder Tage? Das Wörter­bild scheint plau­si­bel zu sein, oder sog­ar wahrschein­lich. Wie viele Men­schen existieren in der Stadt, in der ich lebe, also in mein­er unmit­tel­baren Nähe, die mit dem Tod bedro­ht wer­den, weil sie sich Glauben und weit­eren Rit­ualen wider­set­zen? — stop

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afrika

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nord­pol : 2.28 — Zen­tralafrikanis­che Land­schaft. Savanne. Affen­brot­bäume. Das Ufer eines Flusses oder Sees. Wolken, schneeweiß, getürmt. Ent­lang der Ufer­lin­ie fliegen Flamin­gos, ein Schwarm, 200 oder 300 Tiere. Sie sind ver­mut­lich ger­ade erst ges­tartet. Wenn ich mich mit ein­er Lupe der Land­schaft, die auf eine Brief­marke gepresst wurde, nähere, ver­mag ich die Füße einzel­ner Vögel gut zu erken­nen, eine hochau­flösende Druckar­beit, möglicher­weise kön­nte man unter einem Mikroskop Fed­ern ent­deck­en, das Licht, das sich in den Augen der Fliegen­den bricht, Moski­tos, die über dem Wass­er schweben, Libellen und wiederum die Füße der Libellen. Ein seltenes Exem­plar ein­er Panora­ma­marke von 2.8 cm Höhe und 1 Meter und 50 cm Bre­ite. Man kön­nte diese Brief­marke für Briefe ver­wen­den, die über entsprechende Bre­ite ver­fü­gen, sagen wir, für sehr lange Lang­briefe, oder aber man ver­wen­det dieses wun­der­volle Post­wertze­ichen auf Kurzbriefen üblich­er Bre­ite, dann muss man die Brief­marke fal­ten. Genau­so ist das vorge­se­hen, natür­liche Fal­ten sind der Brief­marke beige­bracht, eigentlich liegt die Brief­marke, sofern man sie erwer­ben möchte, in gefal­tetem Zus­tand vor, ein Bänd­chen von Haares­bre­ite hält sie in der Gestalt ein­er Ziehhar­moni­ka zusam­men. Auch jet­zt sind Flamin­gos gut zu erken­nen. Es han­delt ich um eine wirk­lich sehr schöne Marke. — stop

drohne27

still

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lima : 5.14 — In der ver­gan­genen Nacht um 1 Uhr und 12 Minuten, ist die Uhr meines Vaters, die ich seit seinem Tod am 10. April 2012, trage, ste­hen geblieben. — stop
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die insel der farbenblinden

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echo : 0.12 — Oliv­er Sacks notiert in seinem Reise­beobach­tungs­buch Die Insel der Far­ben­blind­en Fol­gen­des: Meine Besuche auf diesen Inseln waren kurz und unvor­be­rei­tet, nicht an einen fes­ten Plan oder ein Pro­gramm gebun­den, nicht dazu bes­timmt, eine These zu bewei­sen oder zu wider­le­gen, son­dern ein­fach der Beob­ach­tung gewid­met. Doch so impul­siv und unsys­te­ma­ti­sch sie auch waren, ich ver­danke ihnen inten­sive, viel­schich­tige Erleb­nisse, die sich in alle mög­li­chen, mich stän­dig über­ra­schen­den Rich­tun­gen ver­zweig­ten. Viel­leicht bedurfte es erst mei­ner Rück­kehr, der Mög­lich­keit, die Erleb­nisse wie­der und wie­der Revue pas­sie­ren zu las­sen und zu sich­ten, um ihres Zusam­men­hangs und ihrer Bedeu­tung ( oder zu min­des­tens eines Teils ihrer Bedeu­tung ) hab­haft zu wer­den ― und um die­sen Impuls zu ver­spü­ren, sie zu Papi­er zu brin­gen. Diese Nie­der­schrift, die mich wäh­rend der letz­ten Monate beschäf­tigt hat, erlaubte mir, ja zwang mich, die Inseln in mei­ner Erin­ne­rung erneut auf­zu­su­chen. Und da die Erin­ne­rung, wie Edel­mann aus­führt, nie­mals nur sim­ple Auf­zeich­nung oder Repro­duk­tion ist, son­dern ein akti­ver Pro­zess der Reka­te­go­ri­sie­rung, der Rekon­struk­tion und Phan­ta­sie­tä­tig­keit, ― ein Pro­zess, der von unse­ren eige­nen Wer­ten und Per­spek­ti­ven bes­timmt wird, hat mich die Erin­ne­rungs­ar­beit dazu geführt, die Besu­che in gewis­ser Weise neu zu erfin­den und so ein per­sön­li­ches, eigen­wil­li­ges, viel­leicht exzen­tri­sches Bild die­ser Inseln zu ent­wer­fen, das zusätz­lich genährt wurde durch meine Lei­den­schaft für Inseln und und Insel­bo­ta­nik. — stop
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turku

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MELDUNG. Turku, Maar­i­ankatu 3, 4. Etage, stein­ernes Zim­mer : Kirsche No 855 [ Mar­mor, Car­rara : 2.58 Gramm ] vol­len­det. — stop

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vom suchwörterschatten

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echo : 0.55 — Ein faszinieren­der Such­wörter­schat­ten, der Par­ti­cles in den ver­gan­genen Monat­en berührte: Tat­ter­man­dl . Her­zohren . Papier­haut . Sch­neck­engeschicht­en . Wasser­woh­nun­gen . kün­stlich­er Baby­bauch zum Sel­ber­ma­chen . Andreas Ein­fin­ger . Brust­milch­gang . Kalkut­ta . Mann ohne Mund . Stöpselkop­fameise. Aber auch Ver­suchum Ver­such, das Wort Par­ti­cles zu for­mulieren: par­ti­clees . par­tice­les . par­ti­cals . xpar­ti­cles . part­ti­cles. – Habe ich je über Coco Chanels Win­ter­mütze notiert? – stop

trompetencode

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