{"id":22377,"date":"2013-09-25T21:50:23","date_gmt":"2013-09-25T19:50:23","guid":{"rendered":"http:\/\/andreas-louis-seyerlein.de\/air\/?page_id=22377"},"modified":"2026-03-16T20:47:56","modified_gmt":"2026-03-16T19:47:56","slug":"autor-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/andreas-louis-seyerlein.de\/air\/autor-2\/","title":{"rendered":"autor"},"content":{"rendered":"<p style=\"padding-left: 60px;\">Andre\u00adas Lou\u00adis Sey\u00ader\u00adlein&nbsp;lebt und arbei\u00adtet&nbsp;unter\u00adwegs und&nbsp;auf B\u00e4u\u00admen.&nbsp;<em>Par\u00adtic\u00adles<\/em>&nbsp;sind mei\u00adnem Vater gewid\u00admet, der ein Leben&nbsp;lang nach&nbsp;<a href=\"https:\/\/home.cern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kleins\u00adten Teil\u00adchen<\/a>&nbsp;such\u00adte und ver\u00admut\u00adlich noch immer sucht.&nbsp;Mei\u00adne digi\u00adta\u00adle Arbeit wird mit\u00adtels&nbsp;<em>word\u00adpress&nbsp;<\/em>ver\u00ad\u00f6f\u00adfent\u00adlicht und durch&nbsp;das&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.dla-marbach.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deut\u00adsche Lite\u00adra\u00adtur\u00adar\u00adchiv Mar\u00adbach<\/a>&nbsp;dau\u00ader\u00adhaft&nbsp;archi\u00adviert.&nbsp;<a href=\"https:\/\/andreas-louis-seyerlein.de\">Titel\u00adbild<\/a>&nbsp;mit freund\u00adli\u00adcher Geneh\u00admi\u00adgung&nbsp;des&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.lilienthal-museum.de\/olma\/muse.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Otto Lili\u00aden\u00adthal Muse\u00adums<\/a>. Phena\u00adkis\u00adti\u00adskop sich bewe\u00adgen\u00adder Teil\u00adchen &nbsp;von Coo\u00adper Hewitt um 1833.&nbsp;\u2014 stop<\/p>\n<p style=\"padding-left: 120px;\"><em>tan\u00adgo<\/em>&nbsp;: 22.01 \u2014 Fol\u00adgen\u00addes. Immer gegen 8 Uhr in der Fr\u00fch bre\u00adchen wir auf, Geor\u00adges und ich. Wir gehn ein paar Schrit\u00adte \u00fcber die Rue de Javel, neh\u00admen die 6er Metro durch den S\u00fcden, stei\u00adgen dann um in Rich\u00adtung Por\u00adte Dau\u00adphin, fah\u00adren mal unter, mal \u00fcber der Erde im Kreis her\u00adum, bis es Abend oder noch sp\u00e4\u00adter gewor\u00adden ist. So kann man gut sit\u00adzen, zufrie\u00adden, durch\u00adge\u00adsch\u00fct\u00adtelt, Sei\u00adte an Sei\u00adte f\u00fcr vie\u00adle Stun\u00adden, und Men\u00adschen betrach\u00adten, wie sie her\u00adein\u00adkom\u00admen, Fahr\u00adg\u00e4s\u00adte, wie sie im Wag\u00adgon Platz neh\u00admen, wie sie beschaf\u00adfen sind, davon legen wir Ver\u00adzeich\u00adnis\u00adse an, Geor\u00adges ein Ver\u00adzeich\u00adnis, und ich ein Ver\u00adzeich\u00adnis. Weil es aber sehr schwer ist, ein Ver\u00adzeich\u00adnis aller Erschei\u00adnun\u00adgen eines Rau\u00admes anzu\u00adle\u00adgen, der nicht gera\u00adde erfun\u00adden wird, eines Rau\u00admes, der sich fort\u00adbe\u00adwegt, der betre\u00adten und ver\u00adlas\u00adsen wird von Men\u00adschen im Minu\u00adten\u00adtakt, das Ver\u00adzeich\u00adnis eines Rau\u00admes, des\u00adsen Fens\u00adter sich von Sekun\u00adde zu Sekun\u00adde neu bespie\u00adlen, weil es also unm\u00f6g\u00adlich ist, das Ver\u00adzeich\u00adnis eines wirk\u00adli\u00adchen Rau\u00admes anzu\u00adle\u00adgen, machen wir das so : in der ers\u00adten Stun\u00adde des Rei\u00adse\u00adta\u00adges notie\u00adren wir ein Ver\u00adzeich\u00adnis der zuge\u00adstie\u00adge\u00adnen Kra\u00adwat\u00adten, in der zwei\u00adten ein Ver\u00adzeich\u00adnis der Schu\u00adhe und der Str\u00fcmp\u00adfe, ein Ver\u00adzeich\u00adnis, sagen wir, der Geh\u00adwerk\u00adzeu\u00adge und ihrer Beklei\u00addung, dann ein Ver\u00adzeich\u00adnis der Haar\u00adtrach\u00adten, der Taschen, der Metho\u00adden sich im fah\u00adren\u00adden Zug einen siche\u00adren Stand zu ver\u00adschaf\u00adfen, der Gespr\u00e4chs\u00adge\u00adgen\u00adst\u00e4n\u00adde, der Art und Wei\u00adse sich zu k\u00fcs\u00adsen, zu strei\u00adten, oder aber ein Ver\u00adzeich\u00adnis absei\u00adti\u00adger Gestal\u00adten, ein Ver\u00adzeich\u00adnis der Die\u00adbe, der Bett\u00adler, der Posau\u00adnis\u00adten, der Ver\u00adwirr\u00adten ohne Ziel, je ein Ver\u00adzeich\u00adnis der Spra\u00adchen und klei\u00adner Geschich\u00adten, die wir aus der all\u00adge\u00admei\u00adnen Bewe\u00adgung zu iso\u00adlie\u00adren ver\u00adm\u00f6\u00adgen. Von Zeit zu Zeit, w\u00e4h\u00adrend wir so fah\u00adren und notie\u00adren, h\u00f6re ich neben mir ein Lachen. Wenn Geor\u00adges lacht, h\u00f6rt sich das an, als habe er einen Vogel ver\u00adschluckt, als lache er nur des\u00adhalb, weil er Made\u00admoi\u00adsel\u00adle Moreau wie\u00adder frei\u00adlas\u00adsen wol\u00adle. Dann wei\u00df ich, Geor\u00adges hat etwas gefun\u00adden, das er mir abends in irgend\u00adei\u00adnem Cafe, wenn wir fer\u00adtig, wenn Papier und Strom zu Ende sind und unser bei\u00adder K\u00f6p\u00adfe so voll, dass sich nichts mehr in ihnen auf\u00adbe\u00adwah\u00adren l\u00e4sst, vor\u00adtra\u00adgen wird, \u2014 \u201eAuf Kra\u00adwat\u00adte gelb, zehn\u00adzwei, leben\u00adde Amei\u00adse, argen\u00adtisch, kreuz und quer. Der Code\u00adna\u00adme Ser\u00advals war Lou\u00adviers\u201c, sagt Geor\u00adges und hebt sein Glas. F\u00fcnf Gl\u00e4\u00adser Pas\u00adtis, f\u00fcnf Gl\u00e4\u00adser Was\u00adser, \u2014 dann sind wir wie\u00adder leicht gewor\u00adden, und weil die Luft warm ist, weil Mai ist, neh\u00admen wir den let\u00adzen \u00dcber\u00adland\u00adzug nach Nor\u00adden oder den 11er nach S\u00fcden, dort\u00adhin, wo die Feu\u00ader\u00adnel\u00adken bl\u00fchn, und wenn es end\u00adlich Mor\u00adgen gewor\u00adden ist, stei\u00adgen wir um, \u00f6ff\u00adnen die Fens\u00adter und fah\u00adren nach Wes\u00adten in unse\u00adrer Wind\u00adma\u00adschi\u00adne spa\u00adzie\u00adren. Der Regen schl\u00e4gt uns ins Gesicht und wir sehen Gewit\u00adter auf\u00adstei\u00adgen und Schwe\u00adfel vom Him\u00admel kom\u00admen und wei\u00ad\u00dfes Licht, das die Land\u00adschaft ent\u00adz\u00fcn\u00addet. So haben wir schon sehr sch\u00f6\u00adne Gedan\u00adken \u00fcber das Feu\u00ader gefan\u00adgen und \u00fcber das Schlag\u00adzeug in die\u00adsem gewal\u00adti\u00adgen Raum, der \u00fcber uns h\u00e4ngt, einem Raum, des\u00adsen zen\u00adtra\u00adles Ver\u00adzeich\u00adnis von nicht mensch\u00adli\u00adchen Ma\u00dfen ist, sodass wir bald nur schwei\u00adgen und auf ent\u00adfern\u00adte Men\u00adschen schau\u00aden, auf Sze\u00adnen im rasen\u00adden Vor\u00ad\u00fcber\u00adkom\u00admen, auf Fil\u00adme, die in unse\u00adren Hin und Her has\u00adten\u00adden Augen der\u00adart kur\u00adze Fil\u00adme sind, dass sie einer Foto\u00adgra\u00adfie sehr nahe kom\u00admen, nicht mehr Film sind und noch nicht voll\u00adst\u00e4n\u00addig unbe\u00adwegt. Es ist so, als w\u00fcr\u00adden wir an einer gewal\u00adti\u00adgen Auf\u00adnah\u00adme der Zeit vor\u00ad\u00fcber kom\u00admen, an einer Foto\u00adgra\u00adfie, deren Gegen\u00adwart wir nicht ber\u00fch\u00adren, weil wir nicht aus\u00adstei\u00adgen k\u00f6n\u00adnen, ohne das Leben zu ver\u00adlie\u00adren, weil wir zu schnell, weil wir in einer ande\u00adren Zeit sind. \u2014 stop \/ <small>kof\u00adfer\u00adtext<\/small><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"polaroidunderwater\" src=\"https:\/\/andreas-louis-seyerlein.de\/air\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/polaroidunderwater.jpg\" alt width=\"425\" height=\"925\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andre\u00adas Lou\u00adis Sey\u00ader\u00adlein&nbsp;lebt und arbei\u00adtet&nbsp;unter\u00adwegs und&nbsp;auf B\u00e4u\u00admen.&nbsp;Par\u00adtic\u00adles&nbsp;sind mei\u00adnem Vater gewid\u00admet, der ein Leben&nbsp;lang nach&nbsp;kleins\u00adten Teil\u00adchen&nbsp;such\u00adte und ver\u00admut\u00adlich noch immer sucht.&nbsp;Mei\u00adne digi\u00adta\u00adle Arbeit wird mit\u00adtels&nbsp;word\u00adpress&nbsp;ver\u00ad\u00f6f\u00adfent\u00adlicht und durch&nbsp;das&nbsp;Deut\u00adsche Lite\u00adra\u00adtur\u00adar\u00adchiv Mar\u00adbach&nbsp;dau\u00ader\u00adhaft&nbsp;archi\u00adviert.&nbsp;Titel\u00adbild&nbsp;mit freund\u00adli\u00adcher Geneh\u00admi\u00adgung&nbsp;des&nbsp;Otto Lili\u00aden\u00adthal Muse\u00adums. 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