sekundenseide

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sierra : 3.15 – Geschichten, die in Sekun­den­schnelle als Möglich­keit erscheinen, ihr Ursprung, ihre Ent­deck­ung, in dem Moment, da ich meine Augen schließe, so plöt­zlich, dass ich ihre Anreise nicht bemerke, die Geschichte von den Papieren und ihren Geräu­schen in einem U-Bah­n­­wagon besi­pi­els­weise, eine Summe von Wahr­neh­mung, von Erfah­rung, von neu­ronalen, unbe­wussten Auf­nah­men, das murmel­nde Gespräch der Men­schen unterm Schep­per­schirm einer Blechk­iste, die von Coney Island aus nord­wärts fährt, der Ein­druck, dass Men­schen mit­tels ihrer raschel­nden Zeitun­gen zueinan­der spre­chen. Ein oder zwei Minuten von Ruhe, dann, plöt­zlich, blät­tert jemand eine Seite um, und schon knis­tert der Wagon von Reihe zu Reihe weiter. Man möchte in diesen Momenten meinen, die Papiere selbst wären am Leben und wür­den die Lesenden bewe­gen. Ein­mal habe ich mir Zeitungspa­piere von stof­far­tiger Sub­stanz vorge­stellt, Papiere von Seide zum Beispiel, so dass kein­er­lei Geräusch von ihnen aus­ge­hen würde, sobald man sie berührte. Eigen­tüm­liche Stille, Geräusch­lo­sig­keit, Leere, ein Sog, eine Wahr­neh­mung gegen jede Erfah­rung, eine Sekunde, die nicht ver­gisst. — stop

drohne22

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