swann

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tango : 20.10 UTC – Milena erzählt, sie begleite nahe der Stadt Cesena ihre alte Mutter schon seit langer Zeit. Ihre Mutter sei gestürzt, sie habe sich den Kopf schwer gestoßen, habe dann bewusstlos 16 Stunden in ihrem Wohn­zimmer gelegen, ehe sie gefunden wurde. Ihre Mutter werde nun über eine Magen­sonde ernährt, sie werde nie richtig wach, nur immer ein wenig wach, ein blin­zelndes Erwa­chen, ein klarer Blick für einige Minuten, der ihr, Milena, zeige, dass ihre Mutter sie vermut­lich nicht erkennt. Dann schlafe die alte Dame wieder ein. Nachdem eine Ärztin ihr empfahl, mit ihrer alten schla­fenden Mutter zu spre­chen, habe sie das Spre­chen versucht, habe dann aber bald bemerkt, dass das Spre­chen mit einer oder zu einer Schla­fenden hin, sehr schwierig sei. Sie habe sich wieder­holt. Deshalb habe sie in der Biblio­thek der Senio­ren­re­si­denz nach einem Buch gesucht, das sie ihrer Mutter und viel­leicht auch sich selbst vorlesen könne. Da sei sie auf Marcel Prousts ersten Band der Suche nach der verlo­renen Zeit gestoßen. Sie sei im Nach­hinein sehr glück­lich deshalb, sie lese sehr langsam, sie lese so langsam und so leise wie möglich. Jedes Wort, das auf den Papieren des Buches zu finden sei, werde ausge­spro­chen. Ihre Mutter schlafe indessen tief, oder aber sie höre zu, dass könne niemand so genau sagen. – stop
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