luftlaufen

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pupille : 0.02 — Gestern Nach­mit­tag im Regen durch den Pal­men­garten spaziert. Saß bald unterm Schirm gut ver­packt auf ein­er Bank am See und las in ein­er Samm­lung fein­er Texte, die Anton Tsche­chow in sein­er per­sön­lichen Aus­gabe der Selb­st­be­tra­ch­tun­gen Marc Aurels vor langer Zeit ein­mal markiert hat­te. Dort fol­gende Bemerkung: Du musst Dich daran gewöh­nen zu denken und zu han­deln, als sei das Ende deines Lebens schon da. Und ich dachte, es ist genau so, dass zwis­chen dem vorgestell­ten Ende des eige­nen Lebens und dem tat­säch­lichen Ende, dessen Zeitort unbekan­nt, dessen Nahen von Tag zu Tag wahrschein­lich­er wird, schmale oder noch bre­ite Stege von Hoff­nung, von Unken­nt­nis sich befind­en, auf welchen ich mich bewe­gen kann, langsam, nach­den­klich, oder in Tanzschrit­ten, glück­lich, über­mütig und ver­we­gen. – Wieder der Ver­such, die Tropfgeräusche des Regens zu zählen. Nichts kön­nte beruhi­gen­der sein.
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