mohn

2

delta : 4.02 — In einem Brief, von dem ich bericht­en darf, erzählt M. von der kur­dis­chen Land­schaft, in der sie groß gewor­den war, eine karge Gegend, Gebirge. Ich kenne den Namen der kleinen Stadt, in der M. die höhere Schule besuchte, ja, ich kenne den Namen dieser Stadt mit ihren braunen und grauen Häusern. Ich darf beschreiben den Schnee, der Meter hoch in den Dör­fern lag, aber nicht den Namen der Dör­fer selb­st, oder den Namen der Stadt, die zwei Fußs­tun­den ent­fer­nt von M.s Heimat­dorf am Fuße eines Berges liegt, der so hoch in den Him­mel ragt, dass manch­mal der Schnee auf seinen Gipfel­hän­gen über den Som­mer hin liegen bleibt. Wie lang der Tag sein kann, wenn man allein ist, schreibt M. Wenn ihr schw­er sei, spiele sie mit Steinen, die sie gegen eine Wand ihres Zim­mers werfe, es ist ein Kinder­spiel, und die Steine sind so alt wie M. selb­st. Sie erin­nert sich, dass ihre Brüder im Som­mer, man kon­nte den Schnee auf dem hohen Berg in der Nähe leucht­en sehen, auf ein­er Wiese über dem Dorf Fußball spiel­ten. Es war ein stark geneigtes Spielfeld, man spielte bergauf oder man spielte bergab. Die jun­gen Män­ner hat­ten zum Tal hin einen Stein­wall errichtet, um den Ball daran zu hin­dern, ins Tal zu rollen. Jet­zt, schreibt M., sei die Wiese wieder eine Wiese ohne Tore. Im Früh­ling wächst auf der Wiese Mohn, dass alles ganz rot ist. Von den Brüdern lebt nur noch ein­er, von dem nie­mand weiß, wo er sich befind­et. — stop
ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top