sumatra petit

9

india : 21.05 UTC — Es ist der 22. Juni, Abend. 30 °C Wärme im Arbeit­sz­im­mer, 88 Prozent Luft­feuchte, meine Schreib­mas­chine, die ger­ade eben noch von einem Schirm­samm­ler erzählte, schnauft vor sich hin, jed­er weit­ere Satz scheint ihr Prozes­sorherz aufzure­gen. Ich selb­st habe schon längst aufge­hört zu atmen, habe meine Kiemen­schächte, die links und rechts hin­ter meinen kleinen Ohren im Ver­bor­ge­nen liegen, geöffnet, nun bin ich ganz auf der sicheren Seite. Mein Tele­fon­hör­er ruht neben Lutz Seil­er Zeit­waage, ein Buch, das ich zur Stunde kaum wage anz­u­fassen, es kon­nte zer­fall­en. Über­haupt bin ich heute ein wenig langsam in der Auf­nahme der Wörter, ich lese sozusagen Buch­stabe um Buch­stabe voran. Über meinem Sofa haben sich drei Wolken­türme gebildet, die bald blitzen wer­den, ich kenne das schon, es blitzt und dann wird es reg­nen, diesen wun­der­baren Regen aus meinen Zim­mer­wolken, der nach Veilchen duftet, ich weiss noch immer nicht warum. Auf dem Fen­ster­brett ein Zeisig, es ist kurz nach neun Uhr, Miles Davis So What, wir tauchen. — stop
ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top