brief nach peking

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sier­ra : 1.58 — Kol­ja, der seit Jahren selt­same Briefe sam­melt, zeigte mir gestern einen beson­deren, einen kost­baren Brief, einen Brief, der ihm, wie er sagte, am Herzen liege. Auf diesem Brief, auf sein­er Anschriften­seite präzise, wurde mit sehr großen Buch­staben, die von ein­er zit­tern­den Hand aus­ge­führt wor­den waren, eine Nachricht für einen Briefträger hin­ter­lassen: Her­zlichen Dank, Herr Post­bote! Diesen Brief bitte per Luft­post versenden an die chi­ne­sis­che Regierung in Peking. Por­to bezahlt, bitte, bitte, der Empfänger in Chi­na, da Chi­ne­sen hier keine Brief­marken bekom­men. Kol­ja betra­chtete den Brief liebevoll. Er deutete auf einen Stem­pel, der den Brief ursprünglich tat­säch­lich nach Chi­na beförderte, eine Brief­marke fehlte. In Peking wurde Kol­jas Brief in Emp­fang genom­men und sofort, mit einem weit­eren Stem­pelauf­trag verse­hen, wieder nach Deutsch­land zurück­geschickt, wo irgend­je­mand mit Bleis­tift in sehr klein­er Schrift das Wort Irrläufer an jenen Ort notierte, wo eigentlich sich eine Brief­marke befind­en sollte. Ich habe, sagte Kol­ja, diesen kost­baren Brief auf einem Flohmarkt ent­deckt in Bam­berg, ich habe ihn nicht geöffnet, ich glaube, kein Brief ist im Brief, sagte Kojla, das ist doch selt­sam, ich habe nach einem Brief getastet. — stop
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