ein apfel

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india : 1.02 — Der Blick vom 15. Stock eines Apart­men­thaus­es mit­tels eines Fer­n­glases über die Park Avenue hin­weg. Es ist Abend gewor­den in Man­hat­tan, schon dunkel. Hin­ter einem ungewöhn­lich großem Fen­ster schwebt ein älter­er Herr unge­fähr einen Meter über dem Boden eines hell erleuchteten Zim­mers. Es han­delt sich um ein geräu­miges Zim­mer, beige­far­bene Wände. Der alte Herr bewegt sich langsam wie in Zeitlupe. Er scheint mir zu winken, als ob er mich wahrnehmen könne, obwohl ich doch im Halb­dunkel ste­he und zugle­ich weit ent­fer­nt bin. In sein­er linken Hand hält er einen Apfel fest, in der recht­en Hand ein Mess­er. Er begin­nt den Apfel mit ein­er kreisenden Bewe­gung zu schälen, schaut immer wieder in meine Rich­tung. Für einen Augen­blick hält er inne, dann lässt er die Schale des Apfels los, sie ent­fer­nt sich, von ein­er Strö­mung erfasst, langsam, sehr langsam, eine Schraube von Haut. In diesen Minuten, da ich notiere, was ich beobachtete, wird der alte Herr eingeschlafen sein, der Apfel, den er schälte, hat inzwis­chen seine Hand ver­lassen, sinkt auf den Boden des Zim­mers. — Vier Uhr und sieben Minuten im Flüchtlingslager Jar­muk nahe Damaskus. — stop

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