luftpost

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alpha : 23.52 – Einmal lag ein buntes Stück Papier auf meinem Schreib­tisch, ein Luft­post­brief. Als ich das Couvert des Briefes genauer betrach­tete, das heißt, als ich den Brief so nahe an meine Augen heran­führte, dass ich die Stem­pel­ein­träge seiner Anschrif­ten­seite entzif­fern konnte, bemerkte ich, dass der Luft­post­brief bereits vor langer Zeit in Europa aufge­geben und über den Atlantik geflogen worden war. In Santiago de Chile dann ange­kommen, konnte der Brief nicht zuge­stellt werden, vermut­lich weil die Zeichen, die den Brief beschrif­teten, kaum zu entzif­fern gewesen waren. Nach einigen Wochen Warte­zeit, reiste der Brief, nun markiert mit einem Schild­chen in blauer, spani­scher Farbe: -Nicht zustellbar!-, über den Atlantik zurück, um sich nur wenige Tage später erneut auf den Weg über das Meer nach Chile zu begeben. Ein weiterer Schriftzug war hinzu­ge­kommen, ein feiner, aber groß­zü­giger Stem­pel­ab­druck: -Diese Sendung wurde von einem Blinden geschrieben!- Zwei frische Wert­marken, nichts sonst verän­dert. Und so machte sich der Brief bald darauf ein viertes Mal auf den Weg über das Meer wieder nach Europa zurück und landete, weiß der Himmel warum, in meiner Nähe, in der Nähe meiner Schreib­ma­schine.

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