vom vergessen

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delta : 6.58 — Ich übe mich seit eini­gen Stun­den darin, mir vorzustellen, was geschehen würde, wenn in meinem Gehirn ein Prozess langsamer Entleerung ein­set­zen würde. Jedes Wort, das ich demzu­folge laut for­mulierte, würde zum weit­eren Denken, aber nicht länger für mein Sprechen zur Ver­fü­gung ste­hen. Nach ein­er Minute bere­its würde ich mich für eine unbes­timmte Zeit, ohne Artikel zu ver­ständi­gen haben. Und weil ich vielle­icht sagen würde, — ich fürchte mich, es ist selt­sam, helfen sie mir bitte! -, wären sofort zehn weit­ere Begriffe ver­loren, die für die Kom­mu­nika­tion eines Hil­fe­suchen­den in der Not kost­bar oder unverzicht­bar sind. Ich sehe mich, wie ich ver­suche das Wort BITTE auf ein Stück Papi­er aufzu­tra­gen. Aber auch das ist unmöglich gewor­den, jedes der in die Luft entwich­enen Wörter lässt sich nicht nur nicht sprechen, son­dern auch nicht schreiben. Ich würde also, um nicht ganz ver­loren zu gehen, ver­s­tum­men, ich würde ver­suchen, so wenig wie möglich zu sprechen, um jedes der Wörter, die noch möglich sind, aufzube­wahren bis sie ein let­ztes Mal in je einem beson­deren Moment vor­ge­tra­gen wer­den kön­nten. Das Wort KOLIBRI, das Wort KONTRABASS, das Wort SCHREIBMASCHINE. Vielle­icht würde ich über­haupt nie wieder sprechen, son­dern nur noch schreiben. Ich wäre ein Men­sch, der ein­er­seits sprechen kön­nte, ander­er­seits aber doch ver­s­tum­men müsste. Selt­same Sache. — stop

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