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olimambo : 0.01 – Eine lebende Tapete, ein summendes Wesen aus Millionen zartester Mollusken, die einander verbunden sind und doch jede für sich alleine exis­tieren könnten. Diese sehr kleinen Tiere nun sind so einge­stellt, dass sie Stäube, Sporen, Pilze, aber auch Bakte­rien und Viren aus der Raum­luft entnehmen. Und weil sie alle derart anein­ander befes­tigt sind, dass ihre Ausschei­dungs­or­gane sich nach Außen richten, könnte man also von einer Wand spre­chen, von einer lebenden Haut oder einem außer­or­dent­lich wirk­samen Filter in einer Perso­nen­ge­stalt. Sobald eine Molluske gestorben ist, wird sie von umge­benden Mollusken vertilgt, eine Prozedur, die nicht sehr häufig vorkommen wird, weil die Mollusken, so wie ich sie wünsche, ein hohes Alter errei­chen, sagen wir, sie werden zwei­hun­dert Jahre alt oder um weitere Jahre älter. Einmal am Tag ist im Mollus­ken­zimmer ein Brausen zu vernehmen, ein sehr tiefer, warmer Ton, der in einer Welle durch das Staats­tier wandert. Das ist die Minute, da Molluske für Molluske je ihren Bauch entleert.

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