flugpanther

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india : 6.02 — Auf das Grab meines Vaters fall­en Früchte eines Baumes, der schon im let­zten Jahr an Ort und Stelle ges­tanden haben muss. Da war vom Grab meines Vaters weit und bre­it noch nichts zu sehn, aber es war schon die Rede vom ihm, ganz heim­lich, in Gedanken, der Vater kön­nte ster­ben. Eich­hörnchen suchen zwis­chen Aster­n­büschen nach Eicheln, aufgeregt, der erste Schnee ist gefall­en, es ist ein Schnee, der wieder an die Zeit denken lässt, die ver­gan­gen ist und noch verge­hen wird, weshalb wir trau­rig wer­den, weil mein Vater den Schnee des let­zten Jahres noch mit seinen Augen sehen kon­nte und jet­zt nicht mehr sieht, ein Schnee ohne ihn, was wiederum ein selt­samer Gedanke ist, weil es ein­mal einen Schnee ohne uns alle geben wird, und das ein oder andere Grab, auf dem Eich­hörnchen nach Eicheln suchen oder weit­eren Nüssen. Wie sie zit­tern und beben, die Kälte, aber auch deshalb vielle­icht, weil sie so ges­pan­nt sind, so aufmerk­sam, weil Raben in den Bäu­men sitzen, die hun­grig sind, fliegende Pan­ther. Wie schnell man doch sein Leben ver­lieren kann, kaum hun­dert Jahre verge­hen und schon ist man sehr wahrschein­lich tot, eine ver­dammte Sache, das Älter­w­er­den bis man zum Ster­ben alt gewor­den ist, wenn man Glück hat, wenn man nicht vor dem Alt­sein stirbt. Wie mein Vater neben mein­er Mut­ter am Fen­ster ste­ht. Ein früher Mor­gen, ein Jan­u­ar­son­ntag. Ich zieh meinen Kof­fer über den ver­schneit­en Weg, auf dem noch keine Fußspuren zu sehen sind. 10 Stun­den später werde ich in Man­hat­tan sein. Mein Vater winkt. Ein Winken, ohne die Bewe­gung des Armes, nur seine Fin­ger winken, sie klap­pen von oben nach unten, wie damals noch in den Schat­ten­spie­len, Krokodile, Wölfe, Ele­fan­ten, stumm von den Wän­den. — stop
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