im nachtpark

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alpha : 4.52 – Gestern, am frühen Morgen, spazierte ich im Adorno Park. Die Vögel schliefen noch, beinahe Licht­lo­sig­keit. Wie ich so ging und über­legte, entdeckte ich eine Gestalt, die auf einer Bank unter einer Kastanie saß. Sie bewegte sich nicht im mindesten und schien, obwohl doch kaum Licht exis­tierte, in einer Zeitung zu lesen. Auch die Zeitung bewegte sich nicht, viel­leicht weil kein Wind. Ein merk­wür­diger Anblick. Ich stand ganz still und wartete. Ich warte ein oder zwei Minuten lang, dass sich die Gestalt auf der Bank für einen Moment bewegen möge, ein Lebens­zei­chen von sich geben, ein Geräusch viel­leicht. Ich dachte noch, das könnte ein selt­samer Anblick sein für einen hinzu­kom­menden Beob­achter, ein Mann, der reglos auf einer Bank sitzt, während er von einem weiteren reglos stehenden Mann betrachtet wird. Nun wird viel­leicht auch dieser Beob­achter stau­nend oder furchtsam inne­halten, was für eine selt­same Sache. Zum Glück wird es bald hell werden, die Vögel werden erwa­chen und das Licht begrüßen, oder sie werden ganz still sein vor Verwun­de­rung, welch uner­hörte Dinge sich in ihrem Park ereignen. – Fünf Uhr zwei­und­fünfzig in Palmyra, Syria. – stop

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