in der subway

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sierra : 5.28 – Ich hatte einen Traum, den ich versuchte fest­zu­halten, also in ihm weiter zu exis­tieren, sagen wir ganz einfach, ich hatte den Wunsch, nicht aufzu­wa­chen. In diesem Traum saß ich in einem Subway­wagon unter Menschen, die einen fröh­li­chen Eindruck machten, ein Säug­ling wurde in nächster Nähe gewi­ckelt, ein paar Kugel­fi­sche schwebten durch den Raum, über einem offenen Feuer wurden Eich­hörn­chen gebraten, deren Sprung­keulen in der Hitze der Flammen knis­terten und zischten. Mein Vater saß neben mir und schlief. Und da war eine Frau, die einen Koffer auf ihre Knie gelegt hatte. In diesem Koffer befanden sich Bücher, sie waren so klein, dass sie jedes der Bücher, das sie betrachten wollte, mit einer Pinzette aus dem Koffer heben musste. Mit einer weiteren Pinzette blät­terte sie um, sah in dieser Bewe­gung durch ein Mikro­skop, das sie mit einem ledernen Gürtel vor ihre Stirn montiert hatte. Das war ein schwerer Apparat, weshalb die Frau über kräf­tige Hals­mus­keln verfügte, die mit jeder Bewe­gung unter ihrer Haut hin und her hüpften, als seien sie Tiere für sich. Von Zeit zu Zeit notierte die Frau in eines der Bücher, das sie hervor­ge­holt hatte. Auch der Stift, mit dem sie schrieb, war so klein, dass er für meine Augen nicht sichtbar war. Indem die Frau notierte, formu­lierte sie, ohne je eine Pause einzu­legen, immer nur einen Satz: Bitte nicht atmen! Bitte nicht atmen! Sie flüs­terte im Übrigen mit den Ohren. – stop

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