kofferzimmer

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echo : 2.18 — Ich stellte mir eine Minute vor, dann eine Stunde, dann einen Tag. Ich stand auf und ging von Zim­mer zu Zim­mer, aß eine Banane, sah aus dem Fen­ster, set­ze mich an den Schreibtisch, stellte mir eine Woche vor, dann einen Monat, dann ein Jahr. Ich erhob mich, sah nach der Uhrzeit, dann aus dem Fen­ster, ver­ließ das Haus, spazierte und kam zurück, set­zte mich aufs Sofa. Eine harm­lose Geschichte. Sogle­ich weit­er gedacht. Selt­same Kerne leise in meinem Kopf hin und her bewegt, jene von den Schlafwaben zum Beispiel, von Kof­ferz­im­mern, in welchen arbeit­slose Men­schen däm­mernd lagern. Wie ihnen schmer­z­los die Zeit verge­ht, wie sie, von besseren Zeit­en träu­mend, Blutkon­ser­ven aus ihren Knochen des­til­lieren. Kaum hat­te ich aufgeschrieben und mich gewun­dert über das, was ich dachte, stand ich wieder in der Küche, aß eine weit­ere Banane und einen Pfir­sich zum Nachtisch. Dann, endlich, bemerk­te ich Geraldines Som­mer­hut, sein Schaukeln auf atlantis­chen Wellen. Unge­heuere Stille. Absolute Stille. In dieser namen­losen Stille, ein Hut allein auf dem Meer. Kein Schiff. Kein Land. Aber ein­hun­dert Seemeilenkreise von Stille in einem Bild, das ich niemals mit Augen sehen, son­dern immer wieder nur denken werde. stop. Guten Mor­gen!

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