libellengeschichte

pic

echo : 1.28 – Heut Nacht sitz ich wieder im Dunkeln, weil ich heraus­zu­finden wünsche, ob Libellen auch in licht­leeren Räumen fliegen, schweben, jagen. Als ich vor einigen Jahren einmal gegen den Mittag zu erwachte, balan­cierte eine Libelle, mari­neblau, auf dem Rand einer Karaffe, die ich neben meinem Bett abge­stellt hatte, schaute mir beim Aufwa­chen zu und naschte vom Tee, indem sie rhyth­misch mit einer sehr langen Zunge bis auf den Grund des zimt­far­benen Gewäs­sers tauchte. Ich dachte, viel­leicht jagte sie nach Fischen oder Larven oder kleinen Fliegen, nach Teefliegen, kochend­heiß, die kühler geworden sein mochten während ich schlief. Oder aber sie hatte Geschmack gefunden an süßen Dingen des Lebens, weshalb ich in zahl­rei­chen Nächte seither je einen Löffel Honig erhitzte und auf die Fens­ter­bank tropfen ließ, um kurz darauf das Licht zu löschen. Dann warten und lauschen. Auch jetzt höre ich selt­same Geräu­sche, von Menschen viel­leicht oder anderen wilden Tieren. – stop

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top