patagonien

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nord­pol : 22.08 UTC – Schnee liegt sehr fein wie gepud­ert, die Luft klir­rt von der Kälte, Eich­hörnchen het­zen über die Straße. Das Haus, in dem die alten Men­schen wohnen dampft aus den Schorn­steinen wie ein großes Schiff, das ger­ade Anlauf nimmt, um in See zu stechen. Der Boden auf dem ich gehe unter Bäu­men, an deren blat­t­losen Ästen sich frostige Äpfel hal­ten, zit­tert. Und auch der lange Flur im Haus, über den ich spaziere, scheint unter meinen Füßen zu schlingern. An einem Tisch sitzt eine alte Lehrerin, sie sitzt immer nur so da und schaut zum Fen­ster hin­aus, sie spricht nicht, niemals. Eine andere alte Dame hangelt sich in ihrem Roll­stuhl sitzend durch die Flure von mor­gens bis abends, sie lächelt, wenn man ihr begeg­net. Klein ist sie, zier­lich, trainiert wie eine Turner­in, magere und doch kräftige Arme. Beina­he meine ich, dass sie sich an mich vielle­icht erin­nert, sie lächelt mich an, ver­mut­lich deshalb, weil ich ihr schon häu­fig begeg­nete. Längst kön­nte sie eine Strecke bis nach Mexiko in dieser hangel­nden Weise zurück­gelegt haben. Oder bis nach Patag­o­nien. — stop

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