radio

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char­lie : 0.15 — Er habe, erzählte mein Vater, kurz nach dem Krieg ein Radio gebaut, einen Kurzwellen­empfänger, um die Sender der amerikanis­chen Befreiungsarmee emp­fan­gen zu kön­nen. Er hoffte Ben­ny Good­man hören zu kön­nen, Gene Kru­pa, Glenn Miller, Duke Elling­ton, alle jene großar­ti­gen Musik­er. An diese Geschichte erin­nerte ich mich, während ich gestern durch den war­men Tag spazierte, Spin­nen seil­ten von den Bäu­men, Spechte mit roten Köpfen segel­ten über die Wege am Fluss, Dio­den, Wider­stände, der Geruch von Zinn, das Glim­men ein­er Lötkol­ben­spitze. Plöt­zlich die Vorstel­lung, mein Vater kön­nte in den Stun­den meines Spazier­ganges irgend­wo da oben jen­seits der Baumkro­nen in einem hellen Zim­mer sitzen, auf einem weißem Stuhl an einem weißen Tisch. Wie er sich nach vorne beugt, wie er ein Radio kon­stru­iert, einen sen­si­blen Detek­tor, um unsere dies­seit­i­gen Stim­men wahrnehmen zu kön­nen. Dampf stieg auf, ein heller, dün­ner Faden. Kaum hun­dert Meter war ich weit­ergekom­men, da war aus der Vorstel­lung eines Radios die Hoff­nung eines Funkgerätes gewor­den. — stop

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