schatten eines mädchens

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nord­pol : 0.58 — Ich notierte: Vielle­icht ist das so, dass sich die Seele eines Ortes, beispiel­sweise die Seele eines Fährschiffes, auf Wörter überträgt, wenn diese Wörter an dem Ort, von dem sie erzählen, geschrieben wer­den während ein­er län­geren Zeit der Beobach­tung. Ich sehe, was ich nicht erfind­en kann. Oder ich erfinde, was ich nur hier erfind­en kann. Ja, so kön­nte das sein. South Fer­ry. Hur­ri­cane Deck. Zit­tern­des, schep­pern­des Brum­men. Obwohl Mai, bläst eiskalter Wind durch eine hal­bgeöffnete Tür ins Innere des Schiffes. Ein Mäd­chen, das unen­twegt leise spricht, hüpft über den hölz­er­nen Boden des Decks. May i have your atten­tion, please. The Fer­ry is dock­ing short­ly. Die Stimme des Mäd­chens, die kaum hör­bar ist, aber sicht­bar, spricht die Sätze der Maschi­nen­stimm­loops nach. Sie lacht und eilt, ihre Mut­ter hin­ter sich her ziehend, zum Heck des Schiffes, wo sich in diesem Moment das Land dem Schiff durch die Dunkel­heit in Gestalt ein­er eis­er­nen Brücke ent­ge­gen­fal­tet, Trompe­tengeräusche, wim­mern­des Met­all, Klänge, die das lachende Mäd­chen imi­tierend zu übertö­nen sucht. Ein paar Möwen, die dicht über dem Schiff kreisen, ver­renken ihre Köpfe, als ob sie dem Mäd­chen zuhören wür­den. — stop
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