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foxtrott : 0.28 – Merk­würdig, die Wahr­neh­mung der Zeit. Wenn ich keine Zeit habe, kann ich die verge­hende Zeit nicht bemerken, weil ich mich so schnell bewegen muss von einem Ort zum anderen, von Gespräch zu Gespräch, von Aufgabe zu Aufgabe, dass ich etwas später viel­leicht meinen möchte, ich hätte nicht exis­tiert. Auch dann, wenn ich trauere, habe ich keine Zeit, sagen wir, keine wirk­liche Zeit, weil ich aus meinem übli­chen Leben heraus gefallen bin. Ich stehe zum Beispiel in einer U-Bahn und unter­halte mich, ich lache, ich stelle Fragen, und doch bin ich an einem ganz anderen Ort, spreche mit der Vergan­gen­heit, viel­leicht mit einem Menschen, von dem ich weiß, dass ich ihn nie wieder berühren werde, von dem ich hoffe, dass er noch irgend­etwas zu hören vermag, indem ich mich zu ihm spre­chend an ihn erin­nere. Ich verweile also in dieser selt­samen Zeit der Vergan­gen­heit, einer suchenden Zeit, die deshalb zeitlos ist, weil sie sich wieder­holen will, weil sie keinen Fort­gang kennt. Manchmal sitze ich irgendwo in einem Cafe, einer Biblio­thek, im Zug, im Kino oder einem Theater herum, ich schau auf die Uhr. Ich sage: Beweg Dich!


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