transformation : zeit

9

india : 22.55 UTC – Es ist Abend und ich sitze seit ein oder zwei Stunden im Dunkeln, weil ich heraus­zu­finden wünsche, ob Libellen auch in licht­leeren Räumen fliegen, schweben, jagen. Als ich gestern erwachte gegen 7 Uhr in der früh wars schon hell. Eine Libelle, mari­neblau, balan­cierte auf dem Rand einer Karaffe Tee, die ich neben meinem Bett abge­stellt hatte. Sie schaute mir beim Aufwa­chen zu und naschte, solange ich nur ein Auge und nichts weiteres bewegte, indem sie rhyth­misch mit einer sehr langen Zunge bis auf den Grund des zimt­far­benen Gewäs­sers tauchte. Viel­leicht jagte sie nach Fischen oder Larven oder kleinen Fliegen, nach Teefliegen, kochend­ heiß, die über die Nacht kühler geworden sein mochten während ich schlief. Oder aber sie hatte endlich Geschmack gefunden auch an süßen Dingen des Lebens, weshalb ich vor einer halben Stunde einen Löffel Honig erhitzte und auf die Fens­ter­bank tropfen ließ, um dann sofort das Licht wieder zu löschen. Und so warte ich nun bereits seit einer vollen Stunde und höre selt­same Geräu­sche, von Menschen viel­leicht oder anderen wilden Tieren. – stop

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top