von der poesie der insekten

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~ : louis
to : mon­sieur jean-hen­ri fab­re
sub­ject : VON DER POESIE DER INSEKTEN

Mein lieber Mon­sieur Fab­re, an diesem wun­der­schö­nen, eiskalten Dezem­bertag gegen Zehn, habe ich ent­lang Ihrer feinen Zeichen­kette die Bestei­gung des Mont Ven­toux in Angriff genom­men. Nun bin ich wieder ein­mal begeis­tert von hin­reißen­der Land­schaft, von der dün­ner wer­den­den Luft, von ihren geliebten Wespen, die ich noch nie in meinem Leben mit eige­nen Augen wahrgenom­men habe. Heute Mor­gen sehr früh, als ich vor dem Fen­ster saß und meine Polar­spinne beobachtete, wie sie sich freute, nach ein­er sehr lan­gen Zeit im Eis­fach endlich unter der freien, kalten Luft die Sterne betra­cht­en zu kön­nen, hat­te ich die Genauigkeit Ihres Sehens erin­nert, die Geduld Ihrer Augen, und sofort in Ihr kleines, bedeu­ten­des Buch von der Poe­sie der Insek­ten geschaut. Man kann das Atmen vergessen, während man sich ihrer Augen­weise übergibt. Wie lange Zeit wer­den Sie wohl eine grabende Sandwe­spe betra­chtet haben, ehe Sie einen ersten Satz for­mulierten? Und was, zum Teufel, haben Sie da unter der Lupe, als Nadar fotografierte? — Ihr Louis, mit besten Grüßen.

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