bombay

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bamako : 2.12 — Auf meinem Schreibtisch bemerke ich eine Postkarte, die dort eigentlich nicht existieren sollte. Tausende Fig­uren bedeck­en das Schrift­stück, For­men, die ich ein­er­seits als Zeichen iden­ti­fizieren, ander­er­seits ihrer Bedeu­tung nach nicht entz­if­fern kann, auch die Brief­marke der Postkarte wurde mit Zeichen verse­hen. Irgend­je­mand muss mit Hil­fe ein­er Lupe, so viele Schriftze­ichen wie möglich auf der Postkarte unterge­bracht haben. Es han­delt sich ver­mut­lich um einen Text in sing­hale­sis­ch­er Sprache. Wed­er sind Absätze zu erken­nen, noch Wörter, kein Raum für Leere. Die Brief­marke ist unter den Zeichen nur noch schemen­haft zu erken­nen, 25 Rupi­en, Ele­fan­ten durch­schre­it­en einen Fluss. Auf die Bild­seite der Postkarte wurde kein Schriftze­ichen geset­zt. Sie trägt eine berühmte Fotografie Sebastião Sal­ga­dos: Church­gate Train Sta­tion / Bom­bay. Men­schen strö­men über Bahn­steige. Sie bewe­gen sich so schnell, dass sie unscharf erscheinen wie eine Flüs­sigkeit. Im linken unteren Bere­ich der Fotografie eine Frau, die sich ver­mut­lich im Moment der Auf­nahme kaum oder nur sehr langsam bewegte. Sie hält eine Tasche in der recht­en Hand, sie scheint die einzige nicht­flüs­sige Per­son zu sein, die auf der Fotografie wahrzunehmen ist. — stop — Dien­stag. — stop — Sturm von Nord­west. — stop
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