funkköpfe

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romeo : 6.22 – Ein kleine Geschichte habe ich rasch zu erzählen. Sie ereig­nete sich gestern Abend gegen 22 Uhr. Ich war zu diesem Zeit­punkt außer­or­dent­lich müde geworden, hatte gerade einen Brief an einen Freund geschrieben, in dem ich von neuro­chir­ur­gi­schen Konstruk­ti­ons­ar­beiten in Funk­vö­gel­köpfen berich­tete, wie ich der Einpflan­zung eines Peil­sen­ders beigewohnt hatte genauer, von der Öffnung eines Möwen­schä­dels, sowie ersten Flug­steue­rungs­ver­su­chen, Abstürzen, aber auch geglückten Flug­ma­nö­vern, Loopings, über welche sich jene erste unter den fern­ge­steu­erten Möwen selbst vermut­lich sehr gewun­dert haben dürfte. Kaum hatte ich den Brief fertig notiert, klin­gelte das Telefon. Ich wurde in meiner Konzen­tra­tion gestört, und zwar genau in dem Moment, da ich die Adress­zeile meines E-Mail­pro­gramms bear­bei­tete. Schon wars passiert, ich hatte meine E-Mail verse­hent­lich an das Büro Vladimir Putins geschickt, was nun eigent­lich von meiner Posi­tion aus nicht sehr gefähr­lich ist, aber doch unan­ge­nehm, weil ich dorthin nicht in persön­li­cher Weise schreiben wollte, weil man nicht weiß, wer bei Putin in Moskau herein­kom­mende E-Mails liest, und ob sie viel­leicht über­setzt oder weiter­ge­leitet werden. Inter­es­san­ter­weise beob­achte ich nun mittels der Live­ver­sion der Google – Analy­tics­ma­schine, dass meine Parti­cles – Texte seit Stunden von Moskau her betrachtet werden. Da ist ein ziem­lich eigen­ar­tiges Gefühl, das sich nach und nach entfaltet. Bald früher Morgen. Die Amseln vor dem Fenster pfeifen. Ich habe mir eine Enten­brust gebraten. Sie dampft sehr schön auf einem Teller vor mir auf dem Tisch. Ja, eine wirk­lich unheim­liche Geschichte ist das, die Vögel, die Köpfe, der Kreml. – stop
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