in zeitlupe

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nordpol : 15.12 UTC – Einmal beob­ach­tete ich wie mir ein schwarzes Käst­chen gesam­melter digi­taler Infor­ma­tion aus den Händen glitt und zu Boden fiel. Eine Bewe­gung wie in Zeit­lupe, eine Bewe­gung, ohne die Möglich­keit einzu­greifen, da ich mich selbst in dem Fenster meiner Wahr­neh­mung wie in Zeit­lupe bewegte. Ich hob das Käst­chen vom Boden auf. Als ich mich mit einem Ohr näherte, hörte ich ein selt­sames, leises Ticken. Jene Schreib- und Lese­ma­schine, die in dem Käst­chen geborgen war, war blind geworden. Kurz darauf kaufte ich ein weiteres Käst­chen und dachte Tage lang darüber nach, wie ich von nun Daten, Spuren, Zeichen, Verzeich­nisse meiner Arbeit bewahren könnte. – Zwei Jahre vergehen. -Heute wanderte ich einige Stunden durch einen wilden Wald, ohne vermut­lich irgend­eine digi­tale Spur zu hinter­lassen, nicht 1 Byte. Sehr merk­würdig. Noch zu tun: Lektüre Nicholson Baker Eine Schachtel Streich­hölzer. – stop

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