kandinskyraupe

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ulysses : 2.08 — Nach heftigem Gewit­ter­re­gen habe ich einen Kandin­sky ent­deckt im Park, eine nasse Raupe von so wun­der­bar­er Zeich­nung, dass ich sie in eine Stre­ich­holzschachtel set­zte und mit nach Hause genom­men habe. Sie lungert jet­zt auf meinem Schreibtisch herum. Der Ein­druck, dass sie nicht sehr begeis­tert ist, sobald ich mich mit einem Fin­ger oder meinen Augen nähere, vielle­icht wegen meines Anblicks oder weil es eigentlich dunkel sein müsste um diese Zeit, da doch Nacht gewor­den ist. Dro­hende Hal­tung, das heißt, gesenk­ter Kopf, Füh­ler der­art zu mir hin aus­gerichtet, als wären sie Hörn­er eines Stieres. Ihrem Rück­en entkom­men vier Quas­ten von gel­ber Farbe senkrecht ein­er led­er­nen Haut, die dunkel ist und zart lin­iert, wie die Hand­flächen eines Berggo­ril­las. Zarteste Fed­ern, sie blühen feuer­far­ben an den Flanken des Tieres, aber grüne, sehr kurze Beine, acht links, acht rechts. Manch­mal fällt die Kandin­skyraupe um. Sie liegt dann recht flach auf der Seite zur Sch­necken­ze­ich­nung gewor­den. Ob ich sie mit etwas Banane an mich gewöh­nen kön­nte? Oder mit Cole Porter vielle­icht? Zwei Stun­den Cole Porter, das sollte genü­gen. – stop
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