langsame stunde

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ulysses : 2.12 – Schritte und Türen. Auf dem Kühl­schrank, zirpende Gläser. Der Kühl­schrank selbst, Venti­lator. Von der Straße her, Lachen. Kurz vor 1 Uhr, Stra­ßen­bahn hält, Stra­ßen­bahn setzt sich in Bewe­gung. Schritte. Türen. Schritte. Das Klopfen meiner Finger an der Stirn. Und mein Wecker, tack, tack, tack, wie er Schwellen in der Zeit verlegt. Wenn ich das Wort Atem schreibe, höre ich meine eigenen Luft­ge­räu­sche solange bis ich das Wort Atem vergesse. Und wieder Schritte. Und wieder Türen. Ich versuchte, mit meinen Augen­li­dern einen Laut zu erzeugen. Vergeb­lich. Auch meine Augen selbst, wenn ich meine Augen bewege, ohne jedes vernehm­bare Geräusch. Man stelle sich einmal vor, die Bewe­gung der Augen würde knar­zende Geräu­sche erzeugen. Von der Straße her, Lachen, Hupen. Dann Stimmen, spanisch. Rufen. Und Türen. Schritte. Auch das Licht meiner Lampen macht kein Geräusch. Fried­lich liegen meine Äpfel geräuschlos im Korb herum. Wer mich in diesem Moment beob­ach­tete, könnte sehen, wie ich einen Apfel belau­sche. Ich habe noch nie einen Apfel belauscht. Oder eine Birne. Oder einen Pfir­sich. Auch Bananen sind ohne Geräusch. Es ist denkbar, dass ich mich irre, dass ich als Kind einen Apfel belauschte. Kurz vor 2 Uhr, Stra­ßen­bahn hält, Stra­ßen­bahn setzt sich in Bewe­gung. Auf dem Kühl­schrank, zirpende Gläser. – stop
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