langsame stunde

9

ulysses : 2.12 — Schritte und Türen. Auf dem Kühlschrank, zir­pende Gläs­er. Der Kühlschrank selb­st, Ven­ti­la­tor. Von der Straße her, Lachen. Kurz vor 1 Uhr, Straßen­bahn hält, Straßen­bahn set­zt sich in Bewe­gung. Schritte. Türen. Schritte. Das Klopfen mein­er Fin­ger an der Stirn. Und mein Weck­er, tack, tack, tack, wie er Schwellen in der Zeit ver­legt. Wenn ich das Wort Atem schreibe, höre ich meine eige­nen Luft­geräusche solange bis ich das Wort Atem vergesse. Und wieder Schritte. Und wieder Türen. Ich ver­suchte, mit meinen Augen­lid­ern einen Laut zu erzeu­gen. Verge­blich. Auch meine Augen selb­st, wenn ich meine Augen bewege, ohne jedes vernehm­bare Geräusch. Man stelle sich ein­mal vor, die Bewe­gung der Augen würde knarzende Geräusche erzeu­gen. Von der Straße her, Lachen, Hupen. Dann Stim­men, spanisch. Rufen. Und Türen. Schritte. Auch das Licht mein­er Lam­p­en macht kein Geräusch. Friedlich liegen meine Äpfel geräusch­los im Korb herum. Wer mich in diesem Moment beobachtete, kön­nte sehen, wie ich einen Apfel belausche. Ich habe noch nie einen Apfel belauscht. Oder eine Birne. Oder einen Pfir­sich. Auch Bana­nen sind ohne Geräusch. Es ist denkbar, dass ich mich irre, dass ich als Kind einen Apfel belauschte. Kurz vor 2 Uhr, Straßen­bahn hält, Straßen­bahn set­zt sich in Bewe­gung. Auf dem Kühlschrank, zir­pende Gläs­er. — stop
ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top