malta : lower barracca gardens

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india : 23.37 – Sam­stag. stop. Seit bald zwei Tagen keine Zeitung gele­sen. Über den wolken­losen mal­te­sis­chen Him­mel stre­unen Wasser­flugzeuge. Es ist heiß in der Sonne, aber es weht ein angenehm küh­ler Wind durch die Gassen der alten Stadt. Habe in den Low­er Bar­rac­ca Gar­dens Stun­den ver­sucht selt­sam luftige Wesen zu fotografieren, sie sind ohne Aus­nahme, sobald ich auf den Aus­lös­er drücke, Flüch­t­ende, das heißt, Abwe­sende, als ob sie meine pla­nen­den Gedanken lesen kön­nten, segeln mit einem sir­ren­den Geräusch unter ver­wit­terten Bäu­men davon, Grillen vielle­icht, Gril­len­vögel, weil sie nicht sprin­gen, son­dern fliegen, aber nicht von der Gestalt der Vögel, son­dern von der Gestalt der Insek­ten sind. Gold­en­gelb die Farbe ihres Kör­pers, wie die Steine der Stadt so gold­en­gelb, für einen Moment dachte ich, dass sie selb­st stein­erne Wesen sein kön­nten, dass sie den Wän­den der Häuser entkom­men, dass die Stadt in dieser Weise in kleinen Teilen gegen die Abend­luft zu entwe­ichen wün­scht, eine Stadt kurz vor dem Abflug, aber noch nicht entschlossen, kehrt sie zurück, ehe die Sonne ganz ver­schwun­den ist. Da sind Füh­ler an den fliegen­den Stein­tieren befes­tigt, länger als ihr Haup­tkör­p­er sind sie, und hauchdünne Segelflügel, die Däm­merung vom Him­mel rufen. Lot­sen­schiffe ver­lassen den Hafen. Gegen Mit­ter­nacht wer­den sie zurück­kom­men, Tankschiffe, riesi­gen gewässerten Zep­pe­li­nen ähn­lich, im Schlepp.

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