oszillieren

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marimba : 22.08 – Seit Monaten, wenn ich auf meinem Arbeits­sofa sitze und zur Decke schaue, beob­achte ich den Körper eines Käfers, der seine Posi­tion nicht zu verän­dern scheint. Genau­ge­nommen sitzt der Käfer an der Wand, exakt dort, wo die Wand sich faltet, also endet. Sein Kopf ist nach unten gerichtet, als ob er mich besich­tigen würde. Zunächst habe ich ange­nommen, der Käfer könnte schlafen. Aber nach zwei Wochen musste ich in Betracht ziehen, dass der Käfer viel­leicht gestorben ist, dass er eigent­lich herab­fallen sollte, wenn sich nicht einer seiner Füße in einer Spalte der Tapete verhackt haben würde. Seltsam ist, dass ich keinen Wunsch verspüre, nach­zu­sehen, ob es sich bei dem Käfer über mir um einen Schla­fenden oder einen Toten handelt. Ich müsste nur einen Stuhl holen und mich dem Käfer vorsichtig nähern, viel­leicht mit einem Pinsel, der weich ist. Statt­dessen schaue ich immer wieder gegen die Decke. Manchmal meine ich eine Bewe­gung gesehen zu haben, oder ich glaube, der Käfer sei etwas weiter nach Norden gezogen während ich schlief. Ich muss das im Auge behalten. – stop
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