tauchgang wiegend

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nordpol : 0.02 – Tief­see­ele­fanten wirk­lich zu begegnen, heißt, gegen den Grund zu reisen, dorthin, wo Herz und Gehirn, Ohren und Augen auf kräf­tigen Beinen über den Meeres­boden wandern. Viel­leicht ist man gerade in einem Boot auf dem Weg ein paar Fische zu fangen. Man vernimmt ein Schnauben zunächst, eine Begrü­ßung, eine Frage, aber schon mit dem folgenden Gedanken, wird man sich, von einem Rüssel zärt­lich in die Wiege genommen, im Wasser wieder finden. Dann gehts abwärts. Eine Tiefen­fahrt, wie keine andere je zuvor. Einhun­dert Meter Blau, jetzt schließen sich die Augen. Man träumt von Rüssel­wäl­dern, von Schwärmen glim­mender Fische, von der Kühle, vom Eis, von feurigen Augen, für die man keine Worte finden kann, so seltsam ihr Ausdruck, so geduldig, so weise, und so sonderbar die Geräu­sche der eigenen Knochen, ein Malmen, in dem man kleiner wird und kleiner. – Woher ich das alles weiß? Nun, ich bin in der vergan­genen Nacht gegen Zwei, Benny Goodman im Ohr, ins Wasser gefallen. – Ein Knis­tern, noch heute.
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