afrikatram

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india : 5.05 – Eine Stra­ßen­bahn, tatsäch­lich, am frühen Morgen. Stau­bige junge Männer, Maler­ar­beiter, sie lehnen anein­ander und schlafen wieder oder erzählen sich irgend­welche wilden Geschichten in polni­scher Sprache, wie an jedem Tag zu dieser Zeit, auch wenn Sonntag ist oder Samstag. Am Max-Weber-Platz, fünf Uhr und acht Minuten, steigen uralte, afri­ka­ni­sche Frauen zu, sind in weiße, gold­be­stickte Tücher gehüllt, auf dem Weg zur Morgen­an­dacht viel­leicht. Auch sie erzählen sich irgend­welche wilden Geschichten, sehr helle Stimmen, so hell oder schnell, dass sie kaum noch hörbar sind. Es ist jetzt eine Stunde, die nicht länger zur Nacht, aber auch noch nicht in den Tag gehört. Nur in dieser 1 Stunde Zeit fahren Stra­ßen­bahnen herum, die voll stau­biger, müder Männer und heiterer, uralter Frauen sind, die sich Geschichten erzählen, viel­leicht von der Furcht, die sichtbar wird in Gesten, scheuen Blicken, Lamel­leniris, nur nicht spre­chen, tatsäch­lich, von der Furcht, von der ich weiß, Nesrin hat mir erzählt, von heim­li­cher Furcht, an die man am besten nicht denkt. – stop

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