anatomische stille

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himalaya : 6.05 — Vielle­icht kann ich sagen, dass ich dann lei­den­schaftlich an einem Gegen­stand, an sein­er Ver­wand­lung in Zeichen, in Sprache arbeite, wenn ich immer und immer wieder zu einzel­nen Wörtern zurück­kehre, weil sie noch nicht die richti­gen Wörter sind für dies oder das, oder weil über­haupt noch kein geeignetes Wort bekan­nt gewor­den ist, um einen bes­timmten Ort, eine sel­tene Stim­mung, eine beson­dere Farbe, ein atem­los­es Geräusch wiedergeben zu kön­nen. Mein Prä­pari­er­saal beispiel­sweise, fast voll­ständig schon in Zeilen über­set­zt, da und dort aber noch die weiße Stille des Papiers, eine Mor­gen­stille, sagen wir, wie ich allein dort im Saal unter Toten sitze. Sie sind noch bedeckt von feuchtem Tuch, und so schließe ich die Augen und notierte, was ich hören kann. Das knis­ternde, sausende Geräusch ein­er Ven­ti­la­tor­mas­chine. Eine Ambu­lanz von der Straße her. Das Tick­en der Saaluhr minuten­weise. Die Kör­p­er aber, ein­hun­dert Kör­p­er, sind still. Und doch sind sie nicht ohne Laut, weil ich ihre Stille zu hören meine. Auch in dieser Nacht wieder verge­blich nach dem einen möglichen Geräuschwort ihrer Abwe­sen­heit gesucht.

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