charles mingus

9

nord­pol : 0.08 — Ich stelle mir eine Stadt ohne Trep­pen vor, eine Stadt ohne Keller, ohne Aufzüge, eine Stadt ohne Leit­ern, eine voll­ständig ebene Stadt. Die Däch­er der Stadt sind von durch­sichti­gen Stof­fen gewirkt, Licht fällt zu jed­er Tageszeit in jedes ihrer Zim­mer. Kaum Bäume, keine größeren Straßen, keine Auto­mo­bile. In dieser Stadt wohnen 8 oder 10 oder 12 Mil­lio­nen Men­schen. Würde man auf einen der sel­te­nen Bäume klet­tern, wäre kein Ende, kein Land jen­seits der Stadt zu erken­nen. Es existieren keine Pläne der Gassen, der Plätze, der Winkel, nach welchen man sich richt­en kön­nte. Alle Wege sind schmal, sind ver­winkelt, sind ohne Namen. Um sich zu ori­en­tieren, wenn sie ihre ver­traute Umge­bung ver­lassen, markieren die Bewohn­er der Stadt ihre Wege an Wän­den, die sie passieren, deshalb sind die Häuser der ebe­nen Stadt über und über von Zeichen bedeckt, diese nachtwärts vorgestellte Stadt ist eine beschriftete Stadt. Man richtet sich wan­dernd auch nach der Sonne, nach den Ster­nen, wer sich ver­läuft ist ver­loren, jed­er Abschied kön­nte der let­zte sein, die Lieben­den gehen immer zu zweit, es ist eine Stadt zum Ver­schwinden schön, die Häuser sind hell, sind von der Farbe der Kamele, das beständi­ge Rauschen der Stim­men macht einen weichen Him­mel. – Es ist drei Uhr. Ich habe wun­der­volles Chaos zu Gast. Charles Min­gus At Carnegie Hall : C Jam Blues — stop

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top