heliumzeit

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echo : 2.55 — Am Abend besuche ich Louis in sein­er Küche unterm Dach, Duft von Zimt und warmem Brot, in ein­er Lampe sir­rt eine Wespe herum. Auf dem Küchen­tisch stapeln sich Ton­band­spulen, 528 kleine Kas­set­ten, die beschriftet sind: No 24 — Café Mozart 8 Mai / Lau­ra — Über Lun­gen­flügel : 1 Stunde 25 Minuten. Oder: No 48 — Botanis­ch­er Garten 5. Juni / Sebas­t­ian — Herz­be­tra­ch­tun­gen : 2 Stun­den 3 Minuten. Ich sehe Louis wie er vor dem Tisch sitzt. Er ist alt gewor­den. Eine Schreib­mas­chine ruht unweit der Spulen. Es ist eine Hewlett Packard mit einem Bild­schirm, sehr große Schriftze­ichen, weil Louis nicht mehr gut sieht. Ein Satz ist dort zu lesen: Die Augen gehen auf, aber nie­mand sieht einen an. Ich höre Stim­men, sehr helle Stim­men. Stim­men in etwa so, wie sie klin­gen, wenn ein Men­sch spricht, der Heli­um atmet. Louis sagt, das komme davon, dass er seine Ton­band­mas­chine schneller laufen lasse, beschle­u­nigte Zeit, aus ein­er Stunde des Sprechens würde eine halbe Stunde, aus einem lan­gen Schweigen ein kürz­eres Schweigen. So, sagt Louis, ist das vielle­icht zu schaf­fen in diesem Som­mer, wenn ich nicht schlafe bis Ende Sep­tem­ber. — stop

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