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vic­to­ry : 0.55 — Ein griechis­ch­er Min­is­ter soll geäußert haben, sein Land sei doch kein Lagerort men­schlich­er See­len. In der Zeitung, die von diesem Ereig­nis berichtete, waren auf ein­er Fotografie Fernsehkam­eras und eben ein klein­er, run­der Herr zu sehen, der im Moment der Auf­nahme zu sprechen schien. Tat­säch­lich würde der Aus­druck seines Gesicht­es sich gut seinem doku­men­tierten Gedanken fügen, der in der Bil­dun­ter­schrift verze­ich­net ist, ein wenig Wut dort, Empörung, gle­ich­wohl eine Trau­rigkeit, die nahe der Wahrnehmung tausender Ret­tungswest­en, die an griechis­chen Strän­den liegen, wohltuend authen­tisch wirkt. Erin­nerte mich an einen Satz, den Thomas Bern­hard ein­er Kam­era erzählte: Das was nie­mand sieht, das hat einen Sinn aufzuschreiben. Aber zunächst ist alles noch gut sicht­bar. Men­schen sitzen in einem Bus, vor dem Bus tobt eine dun­kle Men­schenkopf­wolke, die giftige Wörter spukt. Reisegenuss in gel­ber Leuchtschrift, wie eine Ver­höh­nung, ist an der Kopf­seite des Busses anstatt ein­er Zielangabe zu lesen, wo Claus­nitz ste­hen kön­nte. Einen Tag später wird der Ver­such unter­nom­men, Schuld­last in den Bus zu ver­schieben, es werde, sagt ein Polizeiof­fizier, auch gegen Flüchtlinge ermit­telt. Wenn man nun lange genug sprechen und schreiben wird in den Räu­men der Bewe­gung, wird das Gewün­schte zur wirk­lichen Wirk­lichkeit wer­den. Es ist zum Fürcht­en, wie früher, alles noch da, der harte Blick auf Men­schen in Not, auf Men­schen mit Kof­fern in der Hand. — stop

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