im zug

9

nord­pol : 0.02 — Oder aber ich hebe meinen Blick vom Bild­schirm mein­er Schreib­mas­chine. Ich beobachte wiederum in einem Nachtzug reisend einen Film, der vom Über­leben in der Stadt Alep­po erzählt. Plöt­zlich glaube ich zu erken­nen, wie ein Mann im Zug mit ein­er Pis­tole um sich schießt. Men­schen flücht­en und fall­en um. Ich werde in die Schul­ter getrof­fen, und ich denke noch, ich sollte wütend wer­den, es wäre gut, wenn man ein Löwe zu wer­den wün­scht, wütend zu sein. Ein­mal ste­he ich auf, im Zug herrscht noch Frieden. Ein älter­er Mann wirft in diesem Moment mit Wucht einen Blick auf mich: Bist Du gefährlich? Es ist kein angenehmer Blick, es ist ein kalter Blick, den man nicht befra­gen kann, weil man weiß, dass man keine kor­rek­te Antwort erhal­ten würde. Auch so herum ist das also möglich. Selt­same Gedanken. — stop
ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top