isaak b. singer

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nordpol : 2.55 – Ich stellte mir gerade eben noch einen jungen Mann vor, der an einer längeren Novelle schreibt. Diese Novelle erzählt von Kiemen­men­schen, welche in Wasser­woh­nungen der Stadt Valletta exis­tieren sollen. Merk­würdig ist viel­leicht, dass der junge Mann einen Erzähl­band Isaac B. Singers auf seinen Arbeits­tisch legte, dem er nun Wörter entnimmt, die er in seiner Novelle verwenden will. Ich spreche mit dem jungen Mann, erfahre, dass er für seine Geschichte ausschließ­lich Wörter verwenden dürfe, die im Buch Isaac B. Singers enthalten sind. Es handelt sich um eine Über­set­zung der Collected Stories aus dem Jahr 1983. In dem Buch sind kaum noch freie Wörter zu finden. Wörter, die bereits verwendet wurden, sind mit Blei­stift markiert. Der junge Mann blät­tert wie wild geworden in seinem Buch herum, er sucht nach den Wörtern Lungen­schleuse und Seeane­mo­nen­baum, er sucht viel­leicht vergeb­lich, weil diese Wörter in dem Roman Isaac B. Singers bisher von niemandem entdeckt werden konnten. Zu diesem Zeit­punkt, inmitten der Nacht, ist denkbar, dass der junge Mann noch Jahre so sitzen wird und suchen, ohne seine Geschichte je fort­setzen oder zu Ende schreiben zu können. – stop
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