mann ohne mund

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tango : 22.16 – Drei­fach einem Mann ohne Mund begegnet, jedes mal unter der Lexington Avenue gegen den Abend zu fahrend, wenn sich die Züge füllen mit Pend­lern in alle Rich­tungen des Himmels. Das Pfeifen der Luft, die den Saum einer Öffnung am Hals des Mannes in Schwin­gung versetzt, ich hörte es in nächster Nähe, ich hörte es im Traum, ich erin­nerte es bei einer zweiten Begeg­nung sofort, als wäre das pfei­fende Flat­tern eine Stimme, da war er noch entfernt, da sah ich sein zerstörtes Gesicht durch die Menge der Reisenden näher­kommen, sah seine gleich­wohl vom Feuer versengten Hände, rosa leuch­tende Haut da und dort, die Ahnung einer Nase, sein Auge, das letzte, gerötet von der Anstren­gung und vom Ausdruck der Dank­bar­keit, mit dem er jeden unter der Stadt reisenden Menschen bedachte, sobald er sich Davids Geschichte lesend näherte, spre­chenden Foto­gra­fien vor einer ruhig atmenden Brust: Ich, ich habe in Bagdad mein Gesicht verloren in einer Sekunde an einem Abend wie diesem Abend, in einem Sommer wie diesem Sommer. Und wie er jetzt weiter­geht, wie er die Stille mit sich nimmt. Auch ich habe kein Wort zu ihm gesagt, als ob ein Mann ohne Mund nicht hören könne.

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